Was fehlt euch in eurer KK ?

  • Ausgelöst durch das Wort Minderwertigkeitskomplexe kam mir in den Sinn:


    Was fehlt euch in eurer KK? Einige trainieren ja mehrere Sachen nebeneinander her, ich z.B. mache hauptsächlich Hapkido ( neuerdings noch Haedong Gumdo angefangen).
    Hapkido ist sicherlich mit einer riesigen Bandbreite ( Würfe, Hebel, Schläge , Tritte, Waffen... ) ausgestattet, allerdings gibt es wenige Stile, in denen explizit der Bodenkampf gelehrt wird ( alter Spruch: ein HKDin geht nicht mit runter ;) )


    Wo seht ihr in eurer KK einen direkten Ergänzungsbedarf?

    Ihr seid doch wieder ohne Aufsicht....ich merk das doch!

  • Eine Zeit lang habe ich versucht, alle Bereiche des Zweikampfes zu trainieren. Das führte aber dazu, dass ich und v.a. meine Schüler in keinem Bereich so richtig tief reingehen konnten. Wir haben halt nur 3 mal die Woche trainiert, das ist für dieses Ziel zu wenig.


    Von daher fehlte mir eigentlich nichts, denn ich war mir darüber im Klaren, dass man einfach nicht alles "haben" kann.


    Wenn ich mal wieder mehr Zeit habe, würde ich aber gerne Ssireum machen :D Dass das wieder koreanisch und wieder eine sehr seltene KK ist, ist wirklich Zufall! Das Regelwerk beim Ssireum gefällt mir einfach unter allen ringerischen KK am besten. Beim Judo mag ich das Reißen an den Klamotten nicht so, beim olympischen Ringen mag ich die heißen Ohren nicht usw.

    Humor ist der Regenschirm der Weisen. (Erich Kästner)

  • Beim Judo mag ich das Reißen an den Klamotten nicht so, beim olympischen Ringen mag ich die heißen Ohren nicht usw.

    Für einen starken Mann bietet das Reißen an den Klamotten in einer harmlosen Selbstverteidigungs-Situation die Option, den Angreifer mental außer Balance zu bringen. Außerdem kann ein starker Mann durch das Reißen an den Klamotten den Angreifer gegen Wände, Tische und Stühle schleudern, sofern dies im Rahmen der Notwehr erforderlich und geboten ist. Man sollte "einfache" Dinge wie das Reißen nicht unterschätzen, da sie in einem bestimmten Kontext effizient sein können aber es kommt eben immer auf den konkreten Einzelfall an.


    Für eine Frau ist das Reißen an den Klamotten selten erfolgsversprechend, durch Kubotan oder Messer kann eine Frau - sofern dies im Rahmen der Notwehr erforderlich und geboten ist - die Judo-Würfe und im Worst Case auch Bodentechniken mit maximaler geistiger und körperliche Effizienz durchführen. Und auch der stärkste Mann könnte ohne Kubotan oder Messer keinen angreifenden Judo-Weltmeister effizient werfen; es kommt eben immer auf den konkreten Einzelfall an.


    Im Escrima ist es genauso: Nothilfe- oder Notwehr-Situationen, die ein Mann mit der offenen Hand, Faust oder sonstigen Körperwaffen lösen kann, kann eine Frau oftmals nur mit Messer oder Kubotan lösen. Und auch der tollste Escrima-Mann würde ohne Messer oder Kubotan einen angreifenden Box-Weltmeister nicht abwehren können; auch insoweit ist Effizienz abhängig von konkreten Einzelfall.


    Zum Glück funktioniert sowohl im Escrima als auch im Judo die Transition, d.h. eine Technik, die waffenlos ausgeführt wird, kann auch mit Notwehr-Werkzeugen ausgeführt werden.Natürlich verlangt die Transition das Mitdenken und die Berücksichtigung des konkreten Einzelfalles, so wie alles im Leben.


    Was mich beim olympischen Ringen stört ist die Bekleidung. Die Ringer-Kleidung trägt auf, wohingegen die Judo-Kleidung die Schultern breiter und die Hüften schmaler macht.


    Judo-Bekleidung ist selbst eines Staatsmannes würdig, ich glaube kaum, dass ein Präsident im Ringer-Anzug auf die Matte gehen würde.

  • Du hast vollkommen Recht, was die Vorteile des An-Klamotten-Reißens angeht. Ich habe nur keine Lust, das ständig, in jedem Training und fast das ganze Training hindurch, zu machen.

    Humor ist der Regenschirm der Weisen. (Erich Kästner)

  • Mir fehlt eigentlich nix. Da wir schon 9 Schulen haben ist das bereits extrem umfangreich. Gut, Bodenkampf ist kein wirkliches Thema. Aber in einer waffenbasierten KK ist der eh von untergeordneter Bedeutung.

  • Es fehlt mir nichts in meiner Kampfkunst, sondern es fehlt mir etwas für meine Kampfkunst, - Zeit. :D


    Wie schon mal bemerkt, bieten FMA etwas für alle Lebenslagen. Einige haben zwar einen anderen Fokus als andere, aber Systeme wie Inosanto-Lacoste oder Pekiti Tirsia sind schon Rundum-Systeme.
    (inkl. Bodenkampf - nur wenn ein FMAler an den Boden geht oder muss, dann hat er schon grundsätzlich etwas falsch gemacht, aber das ist ein anderes Thema)

  • Hi zusammen,
    mir fehlt in meiner Kampfkunst definitiv das systematische Lernen von "Schlagen und Treten".
    Wenn ich mich in meinem engeren BBT-Umfeld so umschaue, so habe ich nicht das Gefühl, dass die Leute, die keinen schlagenden oder tretenden Hintergrund haben, jemanden wirklich umhauen könnten.


    (jetzt steinigt mich... ;) )


  • Wenn ich mich in meinem engeren BBT-Umfeld so umschaue, so habe ich nicht das Gefühl, dass die Leute, die keinen schlagenden oder tretenden Hintergrund haben, jemanden wirklich umhauen könnten.


    (jetzt steinigt mich... ;) )

    Ist denn effektives Schlag- und Tritttraining nicht Bestandteil einer eurer vielen Schulen? Das allerdings würde mich wundern, oder wird es einfach nicht genug geübt?


    K/

    Ihr seid doch wieder ohne Aufsicht....ich merk das doch!

  • Hallo Kibon,
    doch, doch, schlagen und treten gibt es in den verschiedenen Ryu, aber es wird nicht systematisch trainiert. Ist zumindest mein Eindruck...

  • Ich würde sagen, das ist wie so vieles im BBT Dojoabhängig.


    Mit Sicherheit, deswegen schrieb ich ja auch von "meinem Umfeld". Ich schließe da unser Dojo mit ein, sehe es aber auch bei vielen Seminaren so.

  • Ja sehen tut man vieles, auch viel total beklopptes. Das ist allerdings den Trainierenden und nicht der KK anzukreiden. Eigentlich ist im BBT wie gesagt schon extrem viel drin. Eigentlich mehr als mein Zeitbudget hergibt.

  • Ich kann die Bemerkung von Shugyosha nach vollziehen, jemanden ernsthaft umhauen können kann nicht jeder. Schlag und Tritttraining kommt bei vielen zu kurz.
    Ich bekomme es öfters mit, dass die "schlagende" Künste (zB. Boxen) belächelt werden, frei nach dem Motto, die machen nicht so einen anspruchsvollen Kram wie wir.
    Ein wichitiger Punkt ist, dass dieses einen wirklich umhauen wollen und auch können :)

  • Was mir in meiner KK fehlt?


    Zeit!
    - Früher 5 bis 6 Tage die Woche Training
    - Jetzt schaffe ich es an 2 Tagen in den Dojang und zusätzlich zuhause wenn's passt
    ... die Prioritäten verschieben sich halt, that's life!

  • JE nach Dojo fehlen mir Partner, die effektives Schlag- und Tritttraining beherrschen und daher teils wenig "real" angreifen im Aikido.
    Daher fehlt mir derzeit auch mein Anfangsdojo im Nordosten an der Küste :)

  • Eigentlich werden hier 2 Fragestellungen vermischt:
    Zum einen die was der jeweiligen KK objektiv fehlt, zum anderen was uns persönlich fehlt.


    Am Beispiell BJJ: objektiv fehlt dem BJJ Striking, subjektiv fehlt mir im BJJ gar nichts. Es bietet mir genau das was ich persönlich im Moment will.
    Wenn ich Striking will geh ich zusätzlich zum Boxen/Muay Thai/MMA.

  • Im Muay Thai fehlt mir der Bodenkampf, den ich in Form von BJJ hoffentlich bald noch irgendwie dazschwischen quetschen kann.
    Ausserdem fehlen mir authentische Muay Boran Techniken, die aber angeblich selbst in Thailand nicht so einfach zu finden sein sollen.

  • Kendo passt schon so wie es ist ...


    nur ein zusätzlicher kleiner sportlicher Ausgleich wäre ganz nett ... etwas Selbstverteidigung, dazu taugt das Kendo ja nicht (außer dass man anderen effektiv mit nen Stock eins drüber zimmern kann) ... bissl Kraftausbau an den vernachlässigten Muskelgruppen ... und ach ja ich illere schon so lang zum Naginata, wegen den Kamae die man da mehr hat und so ...