Hadori

  • Hier mal ein wunderbares Video in dem man deutlich sieht wie der Hamon korrekt angeweisst wird. ( Ab Minute 8 )
    Zuerst malt man den Hamon mit tsunoko, also dieser Hirschhornpaste auf. Der Sinn der Übung ist folgender. Man probiert auf der einen Seite den verlauf festzulegen, aber was wichtiger ist, man prüft den Kontrast zum Ji. Ist es dunkel genug geworden ? Wenn nicht kann man halt noch etwas nachtönen. Ist es zu dunkel, nun dann hat man ein Problem und darf erstmal ein sog.irokeshi machen, d.h. die Farbe ausradieren. Klartext . Der ganze Endprozess von vorne.
    Ein weiterer interessanter Punkt . wie man sieht arbeitet Abe vom Rücken aus. das ist der Honanmi-Stil. In der Fujishiro Schule z.B wird teilweise auch von der Schneide aus gewerkelt.
    Bei beiden Schulen wird der Stein aber immer absolut parallel zur Schneide bewegt.
    Das was hier so flott geht, dauert in der Realität manchmal einige Tage.

  • Auch wenn es nicht direkt Hadori ist noch eine kleine Anmerkung die den einen oder anderen interessieren könnte.
    Bei dem Jitsuya schneidet Abe Quadrate, die Steine sind nicht auf Papier wie die Hazuya üblicherweise aufgeklebt.
    d.h. sie werden in ca. 1 mm große Krümel zerbröselt mit denen man dann poliert. Das ist die klassische Honami Methode, die Kudaki Jitsuya. Später entwicklete sich unter anderem durch die Fujishiro Familie ein zweiter Stil die Hari Jitsuya. Dabei werden die Steinchen auf Papier aufgeklebt wie die hatsuya. Anschließend wird über einem runden Gegenstand der Stein gebrochen so das eine Art Schleifgewebe entsteht, das sich exakt der Oberflächenkrümmung des Ji anpassen kann.
    Beide Techniken haben ihre vor und Nachteile, dazu aber später mehr.

  • Ich freue mich schon bin zwar noch mit meinem Wissen nahe bei 0 aber lese deine Beiträge schon seit einiger Zeit gerne :thumbup:

  • Hadori.pdf


    Hier mal eine klene Skize für das wie geht denn das überhaupt.
    Im ersten Bild ein halbwegs brauchbarer Verlauf. Ein gleichmäßige harmonsiche Welleohne zapplige kanten oderÄhnliches.
    Im Bld zwei mal ein Porblemfall. da reißt ein Stück des Hamons so zu sagen aus. Man könnte theorethisch das Ding mit in die Welle einbauen, aber das würde bedeuten zuviel vom Ji mit anzuweissen. Das sieht im Gegenlicht Kontrast nicht schön aus und die Welle ist unharmonsich.
    Harmonie ist hier der Knackpunkt.
    Die Welle muß laufen wie Wasser über einen Stein. sanft und gleichmäßig im Flußbett.
    Der Kontrast, die Härte des Hadori muß dem Ji in der Farbe angepasst werden damit er eben nicht zu grell wird. Man möchte keinen "ich spring dir mit dem naktem Hintern in´s Gesicht " Hadori haben
    Widerum Balance und Harmonie.


    Wie bekomt man das Ganze jetzt aber technsch hin ?
    Es gibt da mehrere Grundrichtungen. Alle haben eine saubere nicht ausgefranzte Grenze, blos bei der Nagayama Truppe ist die Grenze sehr hart, bei den Yoshikawa eher dezent, bei Fujishiro irgendwie in der MItte von beiden, nur um die drei großen heute üblchen Grundstile zu bedienen.
    Die Preisfrage, wie bekommt man eine nicht ausgefranzte Grenze hin.
    Zuerst , der Stein wird immer parallel zur Schneide bewegt. Die Abstände und Strichlängen in Skize 3 sind ernst gemeint. 5 mm ist keine Seltenheit.
    Man könte auch von vibrirenden Daumen sprechen.
    Jetzt noch ein kleiner Kniff . In allen Video die man so findet sieht es so aus : " Der Kerl nimmt einen Stein und macht damit alles". Denkste, eben nicht.
    Man nimmt mindestens zwei verschieden Hatsuya.
    Einen etwas härteren und einen weicheren. Der Sinn der Übung ist es ja auch den Hamon mehr hervor zu heben, ihnzu akzentuieren. Also zieht man die Grenze mit dem härterem tsuya. die Fläche malt man genüsslich mit dem weichem aus und eleminiert dabei die leichten Kratzer des harten Kollegen.
    Eine Sache ist aber dabei wichtig : Man muß immer genug tojiru nehmen und das nicht zu dünnflüssig. Die Qualität des Anreibesteins muß sehr gut sein, mit einem blligen Tojiru Tori verdirbt man die ganze Arbeit.


    Damit ist die Fragestunde eröffnet. :)
    Kaji