Wunderwerke

  • Hier mal ein Video wie heute schwertzierrate gefertigtwerden. Man beachte die ganzen optischen Geräte.
    Viele der Feinheiten sieht man wirklich nur unter einer sehr guten Lupe.
    das Wahnwitzige an der Sache, im altem Japan wo die Originale wie hier von Araki Tomei und Natsuo hergestellt wurden gab es diese optischen Verbesserungen in der Form nicht. Es gab Lupen und Brillen, aber nicht in der Qualtiät wie heute.

  • Faszinierend ich hätte nicht gedacht das eine "simple" Tsuba ein solcher Aufwand ist.
    Es ist auch Interessant zu sehen wie die einzelnen Bestandteile eingesetzt und eingearbeitet werden.


    Wie du schon schreibst hat man früher nicht die Möglichkeiten an Optischen Werkzeugen gehabt sind dann die Originale von ähnlicher Qualität und Genauigkeit?

  • Allein die Werkzteugherstellung ist bei dem Spiel schon eine Herausforderung.
    Nehmen wir ganz "primitives " nanako, dieses Fischrogen Punzmuster.
    Das wurde Korn für Korn einzeln eingeschlagen und das mit Hohlperlpunzen von teilweise unter 1 / 2 mm Perldurchmesser.
    Dinger wie der Faulenzer, also triple oder mehrfach Hohlperlen waren beim klassichen Nanako teilweise nicht anwendbar.
    Hier ein Beispiel in Vergrößerung

    Einen absolut sauberen Puzen dafür zu bauen ist schon nervig in der heutigen Zeit wo es Hänlder für den Grobbedarf wie komokin gibt
    Früher : Alles per Hand, vom einfachen Katakiri-Meissel bis hin zum komplexen Saboyase.


    Damit man weis was eine Hohlperle ist :
    https://www.goldschmiedebedarf…info.php?products_id=8110



    So nebenbei : Wenn jemand Interesse an irgend etwas hat , es wäre schön das wissen zu lassen, dann muß ich nicht immer das Blaue pinseln.
    Das Gebiet ist doch so groß das wir alle noch am Lernen sind. :)

  • Dieser Mann ist ein Genie. Es gibt kaum etwas, was mich so fasziniert, wie Perfektion im Handwerk. Diese zwei Videos nutze ich immer gerne, wenn ich meinen Azubis rüberbringen will, was es bedeuten kann, wenn man einem Handwerk wirklich Seele einhaucht und ich habe noch keinen der Jungs gehabt, dem das nicht begeistert hat und ich weiß nicht, wie oft ich diese Streifen gesehen habe - die werden einfach nicht langweilig und ich starre immer wieder fasziniert und hypnotisiert und teilweise fassungslos auf die Kleinigkeiten, die man immer wieder entdeckt:


    Making of a Tsuba Part 1 - Ford Hallam
    Making of a Tsuba Part 2 - Ford Hallam



    Vor solchem Menschen, die mit so wenig so viel erreichen und die unendliche Geduld haben, über Monate so ein Meisterwerk zu kreiern, kann ich nur sagen - alle Achtung - ich hoffe, dass so etwas nie aussterben wird, denn solche Fertigkeiten sind einfach einmalig, sie sind Motivation und Inspiration.


    Für mich ist das wie ein Stück Kampfkunst - Nin - "Ausdauer und Geduld" zu haben, immer an seinen Fähigkeiten zu feilen und sie zu polieren und ab und zu etwas "Rundes" abzuliefern, aber immer zu wissen, dass es noch besser geht. Man hat eine Vorlage, aber die Essenz daraus zu extrahieren und etwas zu schaffen, was niemals identisch sein soll, aber die gleiche Qualität aufweisen darf - nicht die Tsuba selbst begeistert mich dabei so sehr, sondern die Art und Weise - der Weg, den derjenige dabei beschreitet - ist einzigartig und faszinierend zugleich ;)


    Und ein Zitat daraus, was wieder wie die Faust meiner Meinung nach auf die Kampfkunst passt:
    "Don't seek to copy the ancients - rather seek what they sought"

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Rokudai ()