Kampfkunst gleich Kampfsport?

  • Meistens wird beides in einem Atemzug genannt und für viele ist das Gleiche. Aber ist es das wirklich? Aus meiner Sicht ein klares Nein!
    Kampfkunst ist die Kunst zu Kämpfen. In der Anwendung werden Verletzungen (und unter Umständen auch mehr) in Kauf genommen bzw. mit Absicht herbei geführt. Eine Reglementierung findet nur im Training zwecks Verletzungsvorbeugung statt. Kampfsport ist wie der Name sagt, eine Art Sport und somit auch sportlichen Regeln unterworfen. Hier wird der Fokus auf einen fairen Kampf gelegt.

  • Ich kenne das auch nur so: Kampfsport is eben die sportliche Variante, Kampfkunst die für die Straße. Was ist denn mit SV?

  • SV sollte ebenfalls nicht mit Sport zu tun haben, wohl bemerkt: sollte Leider werden immer noch (oder immer wieder) Techniken gezeigt, die eine gewisse sportliche Begabung vorraus setzen oder haben. SV sollte einfach und effektiv sein, frei nach dem Motto "keep it simple". Hier ist meiner Meinng weniger mehr, das Wenige sollte allerdings immer wieder geübt werden.

  • Aber was ist denn dann der Unterschied zwischen Kampfkunst und Selbstverteidigung? Alles irgendwie verwirrend.

  • Wer zum Beispiel eine Kampfkunst trainiert, sollte auch etwas über deren Hintergründe wissen. Die trainiernden Übungen/Anwendungen sollte auch der Kampfkunst entsprechen (und kein Mix aus vielen sein)


    Selbstverteidigung, kann oder sollte eher ein Hybrid sein - das Beste aus vielen, Hier sollten einfache Techniken im Vordergrund stehen und kein Schickikrams.

  • Lässt sich sowas wie Kyūdō noch in KS oder KK einsortieren, oder ist das schonwieder etwas ganz anderes?

    Frisch, fromm, fröhlich, frei
    Gruß, Lux

  • Das läuft definitiv unter Kampfkunst . Man sieht zwar immer die zenmässig angehauchten halbnakten Asketen mit Bogen, in der Realität war und ist es aber etwas anders. Da wird vom Pferd aus geschossen, die Bogenspitzen zum Nahkampf eingesetzt u.s.w.
    Sieht man bei Enbu in Japan regelmäßig. Ich gebe aber zu das es auch die esotherische Ecke gibt, die wirklich nur komplentativ Pfeile abschießt. Was das mit dem Ursprung zu tun hat ?????

  • Ich unterteile das für mich immer so:
    Kampfkunst: Techniken unter festgelegten Rahmenbedingungen möglichst exakt und den Prinzipien der KK entsprechend ausführen.
    Kampssport: Techniken zum Zwecke des Wettstreits unter Reglements erlernen.
    SV: Techniken aus verschiedenen KK's/KS's zur realen Anwendung zum Eigenschutz.


    K/

    Ihr seid doch wieder ohne Aufsicht....ich merk das doch!

  • Kampfkunst: Techniken und Methoden die einem beibringen sollen zu Kämpfen. Wie dieser Kampf genau aussieht und in welchen Spektrum von total abstrakt bis Realistisch sich befindet ist vom jeweiligen Kontext abhängig.


    Kampfsport: Kampfkünste die im Kontext eines Wettstreits genutzt werden.


    SV: undefiniertes Marketing Buzzword das für Selbstbehauptungskurse bis zu Trainingsregimenten aus Paramilitärischen Kampfmethoden benutzt wird.

  • Hallo Kibon,



    diese Einteilung könnte auch von mir sein.


    Kampfkunst Techniken unter festgelegten Rahmenbedingungen?
    Könntest Du dabei an das Aikido, Kyudo, ... denken?


    Kampfsport das ist für mich das, was in den meisten Dojo oder Dojang unterrichtet wird.
    Obwohl dort auch " Gesundheits-Karate " ( DKV ) für Senioren und Kinder angeboten wird.
    Wobei dort auf Wettkämpfen nur gut vorbereitete Sportler zu finden sind. Dabei denke ich an die tollen Veranstaltungen des K1 mit Peter Aerts, ..
    Oder an Judo- Weltmeisterschaften, Karate- Weltmeisterschaften, Taekwondo....



    Selbstverteidigung, da gehört bei mir die Vorbereitung, Erkennen der Gefahr, warum wird jemand als Opfer ausgesucht,
    kleine Unterschiede bei Frauen und Männer - im Gespräch welche Gefahren bin ich ausgesetzt - dazu.
    Wobei ich - muss nicht die Ansicht anderer sein - dem Vermeiden, Erkennen, Augen auf , Gefahrencode, usw. in der SV einen großen Stellenwert zuordne.


    Gruß
    :)

    Ich unterteile das für mich immer so:
    Kampfkunst: Techniken unter festgelegten Rahmenbedingungen möglichst exakt und den Prinzipien der KK entsprechend ausführen.
    Kampssport: Techniken zum Zwecke des Wettstreits unter Reglements erlernen.
    SV: Techniken aus verschiedenen KK's/KS's zur realen Anwendung zum Eigenschutz.


    K/

  • Hi zusammen,


    Kampfkunst, Kampfsport sind für mich Marketingbezeichnungen.


    Egal in welcher Kampfart (als neutraler Begriff) ich einen Fauststoß ausführe, wird er beim Treffen Schaden anrichten.
    Wenn ein Wurf aus dem Sportjudo auf der Straße ausgeführt wird, richtet er Schaden an, trifft ein Tritt aus Sportkarate oder Taekwondo gilt das gleiche.


    Kampfartler aus Teilen des Aikodo weigern sich, Techniken hart auszuführen und trainieren nur kooperativ. Kampfartler aus Vollkontaktsportarten agieren aggressiv und auch im (Wett-)Kampf mitunter mit KO - sprich Schädigungs- Absicht.


    Zudem kann jeder Künstler sich auf Regeln einlassen und jeder Sportler Regeln fahren lassen.


    Das zeigt schon, dass es keinen tieferen Sinn gibt. Diese Aufgliederung gibt es auch kaum woanders. Im englischen Raum spricht man nur von Martial Art.


    Winke


    Mac :-)

  • Hallo zusammen,
    für mich definiert der Grund, warum ich ein System trainiere, ob es Sport, Kunst oder SV ist.
    Trainiere ich rein zum Zweck, mich selbst zu verteidigen nenne ich es SV...
    Trainiere ich, weil ich mich in erster Linie (!) körperlich betätigen möchte oder vielleicht sogar Wettkämpfe bestreiten möchte, nenne ich es Kampfsport.
    Trainiere ich, weil ich das System einfach nur lernen will, also die Sache an sich meine Hauptmotivation darstellt, so könnte ich es Kampfkunst nennen.

  • In früheren Zeiten wurde mit dem Begriff 'Kunst' einfach nur gewisse Fertigkeit bezeichnet,
    das kann man z.B. an manchen Buchtiteln sehen, in denen es um die 'Rechenkunst' oder um die 'Kunst' der Haushaltsführung geht, da war die Zuordnung noch einfach:
    Kunst kommt von Können ...


    Heute hingegen muss man wohl zwischen Handwerkskunst, Kunsthandwerk und Kunst im Elfenbeinturm unterscheiden,
    wo soll man da die 'Kampfkunst' ansiedeln?
    Ist sie ein Handwerk (nämlich 'kämpfen können'), ist sie ein Kunsthandwerk (kunsthandwerkliche Erzeugnisse dienen in erster Linie ästhetischen Bedürfnissen) oder ist sie jenseits von Gut und Böse ...



    p.s.:
    Wie kann ein 'Ballkünstler' bloß ein einfacher Sportler sein?

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Diese Unterscheidung findet eigentlich nur im deutschen Sprachgebrauch statt.
    Deutsch: Kampfsport, Kampfkunst -->Englisch: Martial Arts
    Deutsch: Kampfsport, Kampfkunst --> Französisch: Arts martiaux
    Deutsch: Kampfsport, Kampfkunst --> Spanisch: Artes Marciales

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • Diese Unterscheidung findet eigentlich nur im deutschen Sprachgebrauch statt.
    Deutsch: Kampfsport, Kampfkunst -->Englisch: Martial Arts
    Deutsch: Kampfsport, Kampfkunst --> Französisch: Arts martiaux
    Deutsch: Kampfsport, Kampfkunst --> Spanisch: Artes Marciales

    Ja, bekanntermaßen haben die auch weniger Worte in gebraucht. ^^

  • Hallo schnueffler,


    da bin ich ganz bei Dir.


    Wobei ich nur bei der Selbstverteidigung einen kleinen Unterschied mache.
    a) Theorie, wie erkenne ich warum ich ein Opfer sein könnte?
    b) Welche Gefahren kann ich vermeiden,
    c) Gibt es bestimmte Regeln für die SV?
    d) Der Trainingspartner im Dojo, Dojang wird immer auf meine Gesundheit achten.
    Das kann ich in einer SV nicht erwarten.
    e) Ich muß bereit sein, dem Gegner wirklich große Schmerzen zu zufügen. Damit er erkennt, ich bin keine leichte Beute.
    d) Flucht ist besser als Kampf.


    Gruß

  • Hallo ida,


    ich möchte Deinen Zeilen vollkommen zustimmen.
    Aber das geht leider nicht.


    Das Kriegshandwerk ist leider keine Kunst oder Du würdest es danach beurteilen, wie schnell Du einen Gegner ins Jenseits befördern kannst.
    Oder welche Wirkung Du mit Deinem Angriff erzielen kannst.


    Die ISiS Terroristen, die 85 Zivilisten getötet haben, der Bericht kam zwar im Fernsehen , der Zeitung, im Internet...
    aber ich würde das nicht als Kunst bezeichnen.
    Denn die Gegner waren unbewaffnet ... daher nur Opfer!!!
    Wäre der Gegner auch bewaffnet gewesen, dann eine kriegerischer Akt. So wurden nur Opfer ausgesucht.


    Daher nenne ich das Kriegshandwerk nicht Kunst !
    Es leider oft unvermeidlich daß Soldaten in einen Krieg geschickt werden.
    Die von Dir geschätzte Frau Ursual von der Leyen, fordert jetzt auch mehr Soldaten.
    Denn unsere Soldaten sollen in zahlreiche neue Einsätze geschickt werden.
    Diese Einsätze möchte ich als das bezeichnen, was sie auch sind, Kriegseinsätze !



    Gruß

    Dieser Beitrag wurde bereits 5 Mal editiert, zuletzt von Fenrir ()

  • Ich bitte ernsthaft darum beim Thema zum bleiben. Ausflüge zu den Auswirkungen des IS . Frau von der Leyen sind hier irgendwie nicht weiterführend.
    Es geht hier auch nicht um die Sinnhaftigkeit militärischer Aktionen. etc.
    Was man diskutieren könnte wäre aber Folgendes : Was ist denn der Sinn der Kampfkunst im Ursprung ?
    Ich befürchte die Antwort wird nicht sein Blumenzüchten.
    Vermutlich könnte das auch einen der Unterscheidungspunkte zwischen Kunst und Sport sein.


    So das war jetzt in giftgrün geschrieben von mir, eurem
    Kaji-MOD.

  • Hallo ida,


    ich möchte Deinen Zeilen vollkommen zustimmen.
    Aber das geht leider nicht.


    Das Kriegshandwerk ist leider keine Kunst ...

    ... warum klappt das mit der Zustimmung nicht?
    hast Du etwa die vielen Bücher über die 'Kriegskunst' vergessen?
    Ohne 'Handwerk' geht da gar nix, ist so ähnlich wie bei der 'Rechenkunst' ...


    aber davon mal ab,
    ein 'Krieg' ist natürlich sehr viel komplexer als ein bloßer Kampf und hier auch nicht Thema ...

    Suche das Einfache und misstraue ihm.