Internationale Anerkennung ???

  • Mir kam gerade eine Ausschreibung unter die Finger, die ein wunderbares Beispiel für die Veräppelung so manches HKDin darstellt.
    Ausgeschrieben wird ein Hapkido Anerkennungs- und Übernahme Seminar. Hinterher gibt es eine international anerkannte Black-Belt- Danurkunde.


    Was soll so was? Es gibt allein in Korea zurzeit über 80 Verbände, die alle mit international und weltweit werben. Warum wird hier vorgegaukelt, dass eine Urkunde des Verbandes dann weltweit bei allen anderen Verbänden anerkannt wird? Was eben nicht der Fall ist! Meine Hanminjok und Korea Kuk Sool Dane werden ja noch nicht mal ohne Überprüfung in einem deutschen Verband anerkannt.
    Spielt hier jemand mit der Unerfahrenheit so manches HKDin oder was steckt wohl dahinter?
    Wieder mal Geschäfte machen? Selbstbeweihräucherung?



    K/

    Ihr seid doch wieder ohne Aufsicht....ich merk das doch!

  • Gab es da nicht mal so eine lustige Vereinigung von "Großmeistern" Marke Eigenbau die sich black-belt society oder so nannte ?
    Vom Stil her könnte es passen. DIe posaunen ja auch mit ihrer Internationalität rum.
    Es lebe die Multidanerei. Na ja, wenn ich dreimal teilnehme bin ich halt san-dan, oder ?

  • Naja, ganz so ist es nicht. Im Gegensatz zu anderen KK's gibt es keine Hauptorganisation oder zwei, wie z.B. im TKD mit WTF und ITF.
    Es gibt unzählige Verbände ( Hanminjok, Korea Kuk Sool, Kuksoolwon, IHF, GHF, KHF und wie sie alle heißen mögen). Jeder kocht sein Süppchen und sagt, das er der einzige Weltverband ist. Anerkennungsprüfungen gab es schon immer, wenn man z.B. den Verband wechseln wollte ( und die Kohle dafür hat), oder vielleicht noch einen anderen Stil dazulernen mochte.


    Mir geht es nur um die Vorgaukelei, dass so eine Übernahmeprüfung dann bedeutet, bei allen Verbänden anerkannt zu sein, dass ist definitiv nicht so!


    Ja, auch solche tollen Vereinigungen gibt es ( bin auch in einer, die aber stilübergreifend koreanische KKler aufnimmt ( ab 4.Dan) und es eher eine Kontaktbörse für den Austausch ist, dazu noch kostenfrei und ohne tolle Patches für den Anzug.


    K/

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  • Hallo lieber Kibon,


    ich habe mir mit großem Interesse Deine Gedanken durchgelesen.


    Was Du schreibst, gibt es doch beinahe über all. Im Karate da gibt es den DKV, DJKB, SKI, sowie weitere Verbände, im Kickboxen ist es ähnlich,
    selbst im Judo gibt es freie Judo-Verbände oder Gruppen auch mit hohen Meistergraden.


    Möchte ich, dass mein Gürtelgrad bei einem Verband anerkannt ist. Dann stellt sich mir die Frage, warum?
    Will ich an einem Turnier teilnehmen oder soll die Urkunde mein Zimmer daheim schmücken.


    Wenn ich mich entschließen sollte bei einem Lehrgang von Shihan Ochi teilzunehmen, dann ist das auch möglich.
    Kurze Anfrage bei dem Veranstalter, dann kann ich auch bei den Anfänger stehen, ist mir doch egal. Wenn das Ziel ist,
    einmal bei Shihan Ochi persönlich zu trainieren. Da brauche ich keinen Paß oder Mitgliedschaft im DJKB.


    Dann ist es mir so wie so, ab einem bestimmten Zeitpunkt egal.
    Was habe ich schon alles an Urkunden, Lehrgangsbestätigungen auch dienstlich entsorgt.
    Die Zeit oder das Alter scheint da eine andere Einstellung mit sich zu bringen..


    Meine Vorstellungen.
    Gruß

  • Hallo Kibon


    Du wirst lachen, man hat mich auch zu diesem Seminar eingeladen (Wenn Du das im Sauerland meinst).
    Und ich musste erst schmunzeln und habe dann gedacht "was soll der Schei...?"


    Abgesehen davon, dass man kaum von internationaler Anerkennung sprechen kann - selbst die größten Verbände gönnen sich nicht den Dreck unter den Fingernägeln, und das nicht nur im TKD - finde ich es schon grenzwertig, wenn man als Taekwondoin an einem solchen LG teilnimmt und dann auf einmal eine DAN Graduierung im Hapkido hat. Auch wenn beides aus Korea kommt (irgendwie) und mein "Old School" Taekwon-Do viele Gemeinsamkeiten mit einigen Sachen im Hapkido aufweisst sind es doch zwei unterschiedlich Stile.

    Don't dream it, be it!

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  • Wie das mit den Verbandsgezerre ist, wissen wir beide ja eh schon lange genug. Mich erstaunt vielmehr die Tatsache, dass manche glauben, ihr Verband sei der einzige und alle anderen müssen das dann anerkennen.
    Was dein Old School TKD angeht: ja, natürlich gibt es Gemeinsamkeiten und ähnliche Techniken, aber die Herangehensweise und die Grundprinzipien unterscheiden sich eben, auch wenn beides aus Korea kommt.
    Ich käme nie auf die Idee, so ein TKD Seminar zu besuchen und dann am Ende eventuell noch einen Dan zu bekommen. Alleine da ich weiß, was ich in so einem Seminar nicht ! lerne :)


    K/

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  • Sehe ich genau so - da komm ich lieber zu Dir üben!

  • Was wundert euch das denn. Das ist doch überall der gleiche Krampf. Selbst wenn man im Kendo oder Haidong dumbo einen Grad erzielt, die andere Partei akzeptiert es nicht. Es geht nicht um Können, es geht darurm "wer hat den Längsten" von den Verbänden.

  • Hallo lieber KAJIHEI,


    ich habe dieses Thema mit großem Interesse verfolgt.
    Sogar einige kleine Zeilen beigefügt.


    Nur, Ihr müßt mir verzeihen, komme ich nicht dahinter warum die " Internationale Anerkennung " eines Dan Grades so wichtig ist.
    Bleiben wir bei den koreanischen Kampfsport-Arten. Wenn ich im Kwon System Taekwondo mache, dann wurden höhere Prüfungen bei Kwon Jae-Hwa abgelegt. Mit diesem Taekwondo - Freikampf ohne Kontakt - Hyong - werde ich nicht einfach zum Taekwondo der WTF wechseln und an einem Wettkampf teilnehmen können.


    Daher sagt doch mein Dan-Grad nur aus, ich habe nach einem bestimmten Regelwerk die Prüfungen bestanden.
    Ob ich jetzt ein guter Formenläufer oder Wettkämpfer bin, das kann niemand aus der Urkunde ersehen.


    Wechsel ich als Taekwondo-in ins Leichtkontakt der WKU oder WAKO. EIKO....
    Könnte mein Dan-Grad anerkannt werden. Aber ich müsste mich doch auch an die Wettkampfregeln und auch an die Fuß- und Faustschützer gewöhnen und an einen etwas anderen Kampfstil.



    Daher ist meiner bescheidenen Ansicht nach, eine " Internationale Anerkennung " nicht möglich.
    Nehme ich den Kwon-Verband, da gibt es auch Abspaltungen, diese Schüler oder Meister werden von Kwon nicht anerkannt.


    Was habe ich daher falsch verstanden oder nicht mitbekommen.


    Gruß
    =O


    PS: Habe noch zwei Fotos beigefügt. WTF -Taekwondo, Kickboxen der WKU, um den Unterschied deutlich zu erkennen.

    Was wundert euch das denn. Das ist doch überall der gleiche Krampf. Selbst wenn man im Kendo oder Haidong dumbo einen Grad erzielt, die andere Partei akzeptiert es nicht. Es geht nicht um Können, es geht darurm "wer hat den Längsten" von den Verbänden.

    Dieser Beitrag wurde bereits 3 Mal editiert, zuletzt von fenrir () aus folgendem Grund: Fotos beigefügt

  • Hi kevin,
    Genau darum geht es mir. Es gibt keine internationale Anerkennung für alle Verbände. Das ist üble Veräppelung!
    K/

    Ihr seid doch wieder ohne Aufsicht....ich merk das doch!

  • Na ja - so ganz kann ich dem nicht zustimmen, zumindest nicht in unserem Verband!


    In der IBF gibt es im Taekwon-Do Bereich Vollkontakt TKD , Poomse-Praktizierende (WTF), Hyong-/Tul-Praktizierende (ITF), sogar Tang-So Do Leute - Graduierungen werden gegenseitig anerkannt - sofern entsprechende Nachweise vorliegen! Das gilt übrigens auch für die japanischen Stilrichtungen.


    Das Turniergeschehen erfolgt für alle nach einem gemeinsamen Regelwerk (egal ob chinesische, japanische oder koreanische Stilrichtung), bei DAN-Prüfungen sitzen immer die entsprechenden höchstgraduierten der jeweiligen Stilrichtung in der Prüfungskommission.


    Es geht also - wenn alle mitspielen! Sogar international.


    Damit möchte ich jetzt die IBF als das Non-Plus Ultra hinstellen - dafür laufen andere Dinge nicht so optimal.


    Aber bei den sogenannten Weltverbänden geht es doch gar nicht um Anerkennung - es geht um Macht und Geld - und wie Kajihei schon anmerkte darum wer den längsten hat oder das schönere Schüppchen. Jeder glaubt, dass nur er der wahre Gott ist und dass es neben ihm keine anderen Götter geben kann.

  • Hallo Drax


    es könnte zuerst einmal die Frage geklärt werden, was verstehe wir - ich - unter internationale Anerkennung.


    Du nennst Deinen Verband, die IBF als Beispiel, dort können verschiedene Stilrichtungen nach einheitlichem Regelwerk an Wettkämpfen teilnehmen.
    Das ist in anderen Verbänden so nicht möglich.
    Die Karate-ka des DKV - dort gibt es viele verschiedene Stilrichtungen - können an Karate -Veranstaltungen des Weltverbandes teilnehmen.
    Dann an Meisterschaften der verschiedenen Stilrichtungen.


    Prüfungen werden im DKV von den einzelnen Stilrichtungen selbständig durchgeführt, ist eine Karate-Richtung an Mitgliederzahlen nicht groß aufgestellt, so gibt es die Möglichkeit einer Stiloffenen- Prüfung.
    Alle diese Prüfungen sind im DKV anerkannt.


    Nehmen wir die Nachfolger vom Kwon-Verband- Taekwondo.
    Diese bleiben bei den Wettkämpfen und bei den Prüfungen in ihrem Verband. Was ich nicht negativ beurteilen möchte.
    Denn wer die Hyong und den Freikampf ohne Kontakt gewählt hat, der wird mit dem Regelwerk des WTF Taekwondo nicht glücklich werden.


    Im KIckboxen ist es etwas anders. Dort entscheidet das Regelwerk oder die Turnier-Ordnung können Sportler von WAKO, WKU, EIKO, IBF an einem Wettkampf teilnehmen.
    Das bedeutet aber nicht, dass die WAKO einen Gürtelgrad eines schwarzen Gürtel der WKU oder WKA .... anerkennt.


    Wobei ich mich natürlich auch frage, was bringt es einem Taekwondo-in der seinen Gürtelprüfungen in Deutschland abgelegt hat, wenn er aus dem Mutterland des Taekwondo aus Korea ( gegen eine entsprechende Gebühr ) eine Bestätigung seines Gürtel-Grades erhält.
    Eine Ausnahme lasse ich gelten, wenn ein Taekwondo-in sich für das Wettkampf-Taekwondo entschieden hat und sein Ziel ist, dort
    erfolgreich zu sein. Da ist nach dem Regelwerk des WTF eine Anerkennung des schwarzen Gürtels erforderlich, um an den Wettkämpfen teilnehmen zu dürfen.


    Für einen Breitensportler, ist eine internationale Anerkennung nicht wichtig.
    Ich denke, es ist Dir auch egal ob Dein Gürtelgrad von der WTF anerkannt wird oder nicht.
    Denn in diesem Verband bist Du nicht aktiv.


    Nur meine persönliche Ansicht.


    Gruß


    :)

  • Das ist vollkommen richtig - auch wenn ich im WTF über meine damalige Mitgliedschaft als 4. DAN registriert bin.


    Diese ganze Getue um "internationale Anerkennung" ist bloß Augenwischerei um den Schein zu erwecken, dass der Verband der einzige ist, der die Original Kampfart betreibt.
    Wie schon geschrieben - die gönnen sich gegenseitig nicht den Dreck unter den Fingernägeln.

  • Hallo Drax,


    diesen Deinen Worten kann ich nur zustimmen.

    Das ist vollkommen richtig - auch wenn ich im WTF über meine damalige Mitgliedschaft als 4. DAN registriert bin.


    Diese ganze Getue um "internationale Anerkennung" ist bloß Augenwischerei um den Schein zu erwecken, dass der Verband der einzige ist, der die Original Kampfart betreibt.
    Wie schon geschrieben - die gönnen sich gegenseitig nicht den Dreck unter den Fingernägeln.


    Der Verband ist wirklich nur für einen Kampfsportler wichtig, wenn er an Wettkämpfen teilnehmen will.
    Für mich als Hobby-Sportler, ist nur wichtig, dass ich in unserm Verein trainieren kann.


    :)