lustiges Klingenraten oder: wir üben mal Kantei

  • Hör auf zu meckern Sabiji, das ist der typische Ichimonji-Sudareba wie er von den Jumyo Leuten im Kaneshigestil benutzt wurde.

  • Genauso gut hätte man den Weihnachtsmann abbilden, und per Zertifikat zum Osterhasen erklären können.

    ... ja wusstest Du noch nicht, dass die übriggebliebenen Schokoladenweihnachtsmänner als Osterhasen umverpackt werden,

    umgekehrt funktioniert das übrigens auch ;)

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Kaneshige habe ich jetzt zu den gängigsten Möglichkeiten - neben Jumyo und Ichimonji - der Beantwortung von AOI-Kantei hinzugefügt. Genauso gut hätte man den Weihnachtsmann abbilden, und per Zertifikat zum Osterhasen erklären können.

    Du hast Shizu vergessen.....

  • Ja, und mit Shizu können wir im aktuellen Fall weitermachen. Shizu ist es nicht. Aber in der Tradition allemal.

    Der Hoki no Kami Ason Masayuki Versteher

  • ... dann will ich mich mal ein bisschen rantasten, und fange mit der sugata an.


    Wir haben hier ein hira-zukuri ko-wakizashi mit einer Klingenlänge von 31,4 cm, was relativ lang ist.

    Ich sehe eine leichte sakizori (2mm) und eine nakago mit yamashiro-jiri (Hinweis auf Yamashiro-den).

    Auf der einen Seite haben wir eine bohi, auf der anderen futasujihi, beide Male ryo-chiri,

    d.h., sie reichen in die nakago hinein.

    Oberhalb der futasujihi ist ein hâmmâm bonji angebracht.

    (Das gehört zu dem indischen Gott Acala-vidyârâja, der in Japan als Fudô-myôô bekannt ist,

    seine Aufgabe ist es, Hindernisse zu zerstören. Ich finde, das passt sehr gut zu einem Schwert.)


    Auf Grund von Länge und sori, sortiere ich unsere Rätselklinge in das Shinto ein.

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Staunemann und Söhne zu dieser Einordnung, denn das Teil hat nichts Shintoeskes. Shinto wäre für Dolche immer meine letzte Wahl. Sicher, so etwas ist laut Nomenklatur ein Waki, aber für mich bleibt so etwas immer ein Sunobi-Tanto. Gegenüber den Masahiro von letztens atmet dieser Dolch Koto vom Feinsten.

    Klugscheißermodus: die doppelte Hi würde ich Gomahashi-Hi nennen, und die kurze Hi auf der Gegenseite eine Koshi-Hi.

    Der Hoki no Kami Ason Masayuki Versteher

  • Ja Grenze zu Ko-to. Und ja ein altes feeling ist da. Unbestritten.


    Hi -ologie betreibe ich heute Abend nicht mehr

  • Hi -ologie betreibe ich heute Abend nicht mehr

    na ja, Sabiji hat aber Recht, wenn man etwas genauer sagen kann, dann sollte man das auch tun,

    ich hatte halt nur Herrn Tsurutas Beschreibung übernommen, wo ich eigentlich genauer hinschauen hätte müssen.


    Was das Alter angeht:

    zunächst hatte ich eigentlich wegen der Länge Nanbokucho im Visier, aber die leichte sakizori hat mich irritiert,

    ins Muromachi wollte ich aber auch nicht, weil es mir dafür irgendwie zu lang schien, also dachte ich mir:

    Keicho-Shinto würde da doch ganz gut passen ...


    So, und jetzt wären da noch jihada und hamon.


    Jihada sieht nach koitame mit jinie und ein bisschen chikei aus.


    Zum hamon schreibt Herr Tsuruta ja was von 'sudare-ba',

    aber ehrlich gesagt, kann ich das auf den Bildern nicht so ganz erkennen,

    ich sehe da bloß irgendwie ein notare mit einem gunome innendrin (genauer kann ich das nicht beschreiben).

    Die nioi-kuchi ist sehr ausgeprägt und die boshi ist oben etwas 'spitzig' mit hakikake, dann folgt ein relativ langes kaeri.

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Schau mal hier, ein Vorbild "unseres" Schwertes aus der Nanbokuchu von Kanetomo:

    http://sho-shin.com/naoe.htm


    Noch mehr Sakizori konnten die Soshu-Leute in der Nanbokucho:

    http://sho-shin.com/hiromit.htm


    Sue Koto geht auch:

    https://www.toukenkomachi.com/…tachi&katana_A030917.html

    https://www.toukenkomachi.com/…tachi&katana_A110816.html

    https://www.touken-matsumoto.j…ls_e.php?prod_no=TAN-0133


    Diese extendierenden, flächigen Hirazukuri Waki/Tanto mit mehr oder weniger Sakizori sind von der Nanbokucho über Muromachi bis frühen Shinto vor allem bei Soshu- und Minorelevanten Schmieden äußerst beliebt.


    Die Reflexionsfotos zeigen das, was Tsurutas Oshigata eher nicht berücksichtigen: dass die Gipfel einiger Hügel doch recht spitzig wirken. Ja, das Nioiguchi ist ausgeprägt, aber ansonsten fehlt es doch recht an Aktivitäten, wenn man weiß, was die Schmiede der ersten Generation dieser Schule anrichten konnten...


    Mist, als ich jetzt nach Beispielbildern für Arbeiten aus dieser Schule gesucht habe - ich hatte da ein bestimmten Dolch im Sinn, den Tsuruta ewig im Angebot hatte - bin ich fündig geworden...


    Genau unser Teil. :(

    Der Hoki no Kami Ason Masayuki Versteher

  • Mist, als ich jetzt nach Beispielbildern für Arbeiten aus dieser Schule gesucht habe - ich hatte da ein bestimmten Dolch im Sinn, den Tsuruta ewig im Angebot hatte - bin ich fündig geworden...


    Genau unser Teil.

    ... neee, jetzt mag ich nimmer :(

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Jedenfalls bin ich raus. Dabei wollte ich nur Ida mit Bildern von Sunobis füttern.

    Der Hoki no Kami Ason Masayuki Versteher