Warum werden Themen oft sehr schnell geschlossen?

  • Hallo,


    ich habe mir das Thema von kibon zur Selbstverteidigung durchgelesen.
    Da kamen zwar ab einer gewissen Zeit keine neuen Schreiben mehr aber trotzdem ist es noch sehr aktuell.
    Könnten Themen nicht einfach weiter offen gelassen werden.
    Denn warum sich mit einem ähnlichen Thema beschäftigen, wenn noch einiges an Schreiben kommen könnten.


    Gruß

  • Hi Kevin, da hast Du natürlich völlig Recht: Bevor ein neuer Thread mit einem bekannten Thema aufgemacht wird, sollte lieber das ältere gleiche Thema offen bleiben. Das Problem: Wann ist ein Thema so ausgelatscht bzw. aus-diskutiert, dass man es als solches auch zu machen kann? In anderen Foren - so z. B. auch im bekanntesten deutschen Forum - wird der Sache keine große Aufmerksamkeit geschenkt. Von daher werden inhalte immer und immer wieder durchgekaut, bis zuletzt nur noch die Kontur eines Themas daran erinnert, dass hier einmal etwas tatsächlich Thematisches diskutiert wurde. Aus meiner Sicht die übelste Darstellung einer sich längst überholten Diskussionskultur... obgleich das mit "Kultur" wirklich nichts mehr zu tun hat. Auch werden Streit, Reibereien, Beleidigungen und üble Nachreden häufig als Publikumsmagnet benutzt und so zur Show gestellt.


    Das alles wollen wir hier nicht. Die Diskussion steht bei uns absolut im Vordergrund. Unser Problem ist, dass wir unsere Vorstellung eines Forums und damit einhergehend unsere Vorstellungen einer Diskussionskultur nur langsam umsetzen können, da hier viele User aus noch bestehenden und/oder älteren Foren unterwegs sind und somit die o. g. "Kultur" erst einmal als gegeben voraussetzen. Unser Ansatz ist nicht der, komme was wolle, groß zu werden, sondern Qualität zu bieten. Das ist schwer - besonders dann, wenn keine Qualität gefordert wird, bzw. jeder seinen persönlichen Maßstab an Qualität als übergeordneten Maßstab auf dieses Forum übertragen will.


    Besonders auffällig in den Themen selbst: Der Anspruch vieler User, die schon langjährig im Kampfsport dabei sind und/oder Meister in ihrem Gebiet sind, ist der, eigentlich immer Recht haben zu müssen bzw. immer richtig zu liegen. Der Hinweis, dass es hier lediglich um den Austausch der jeweiligen Sichtweisen geht und das eben diese Sichtweisen mitunter weit auseinander liegen (müssen), bleibt zumeist unbeachtet. Es wird mit "Erfahrung" und "Realtität" argumentiert, mit eben jenen Argumenten, die jeder Kampfkünstler, der länger als 5 Jahre in seinem Geschäft ist, für sich beanspruchen kann. Niemanden fällt auf, dass wir Kampfkünstler kein Kollektivbewußtsein haben, sondern jeder sein Kampfkunstleben selbst entwickelt, miterlebt und maßgeblich beeinflusst. Daher muss jeder einen anderen Blickwinkel zu bestimmten Dingen entwickeln. Im Übrigen keine neue Erkenntnis, da es sich im Leben eben so entwickelt, wie es sich entwickelt.


    Dennoch: In vielen Kampfkünsten entwickeln sich Eliten, die Vorgaben machen wollen und damit dann an die Öffentlichkeit treten. Eigentlich geht es dabei - schaut man genauer hin - nur um Profit. Was also liegt näher, dazu eben auch Foren zu benutzen? Bedeutet: Es sind viele User unterwegs, die Foren benutzen und hier explizit Themen für ihre Interessen benutzen.


    Die Kunst von Administratoren, Super-Moderatoren und Moderatoren ist nun die, so ein Forum, wie dieses, in der Waage zu halten. Als Begründer dieses Forums habe ich daher auch mehr als "nur" Kampfkunst als Thema genommen... Kampfkunst ohne Blick auf unsere deutsche Lebensrealität (weil wir alle nunmal hier wohnen) und ohne Blick auf unsere Werte, Normen und Philosophien ist, als würde man ein Obst-Forum aufmachen, und doch nur über Bananen diskutieren. Der große Blick macht es und die Art und Weise, wie ich auf andere zu gehe und wie selbstkritisch ich dabei bin... genau bei letzterem hakt es gewaltig.


    Und genau damit sind wir wieder am Anfang: Wann ist ein Thema noch diskussionswürdig? Eigentlich müsste dies vom Threadersteller abhängig gemacht werden - vielleicht werden wir auch dahin übergehen. Grundsätzlich bleibe ich aber bei dem, was ich oben erklärt habe: Ist ein Thema durch-diskutiert, sollte es geschlossen werden. Die entscheidende Frage ist: Wer entscheidet, ob ein Thema durch ist? Die Antwort ist ebenso einfach, wie logisch: Die Moderatoren, bzw. der Threadersteller selbst. Wichtig hierbei ist allerdings, dass Diskussionen keine Pseudo-Diskussionen werden... es gibt Themen, die müssen einfach übersichtlich bleiben und es gibt Themen, da kann man labern. Diese Themen haben wir allerdings schon vom "outfit" her klar getrennt.


    Zusammenfassend: Bestimmte Themen müssen also irgendwann mal ein Ende finden, um Einerseits nicht zu unübersichtlich zu werden und andererseits sich nicht ewig im Kreis zu drehen. Darauf passen die Moderatoren auf. Als Admin würde ich mir sehr wünschen, die Themen auch in einer gewissen Kausalität zu sehen und breitflächiger und übergreifender zu diskutieren. Aber das ist nur ein Wunsch. Wir werden hier auf jeden Fall weiter aufpassen, dass Themen nicht zu sehr ausarten aber auch die Möglichkeit und das Potential eines Themas erkennen, wenn es denn auch mehr Platz und Zeit benötigt. Genau dabei kann aber auch der Threadersteller mitarbeiten... sollten wir ein Thema schließen und der Ersteller noch den Eindruck haben, dass noch einige unerwähnte Argumente mit einfließen sollten, müssen wir das eben gemeinsam klären. Evtl. wird dann eben das Thema der Öffentlichkeit wieder zur Diskussion zur Verfügung gestellt.

  • Hallo Paladin,


    ich habe mir Deine Antwort sorgfältig durchgelesen.
    Klingt alles verständlich und eine Diskussion ist irgendwann auch wirklich aus diskutiert.
    Alle Probleme angesprochen, einige User haben sich geärgert und einige neue Ideen haben neue Denkansätze hervorgebracht.


    Aus Deinem Beitrag, den ich übersichtlich und gut finde, habe ich den für mich wichtigsten Hinweis hervorgehoben.

    Das alles wollen wir hier nicht. Die Diskussion steht bei uns absolut im Vordergrund. Unser Problem ist, dass wir unsere Vorstellung eines Forums und damit einhergehend unsere Vorstellungen einer Diskussionskultur nur langsam umsetzen können, da hier viele User aus noch bestehenden und/oder älteren Foren unterwegs sind und somit die o. g. "Kultur" erst einmal als gegeben voraussetzen. Unser Ansatz ist nicht der, komme was wolle, groß zu werden, sondern Qualität zu bieten. Das ist schwer - besonders dann, wenn keine Qualität gefordert wird, bzw. jeder seinen persönlichen Maßstab an Qualität als übergeordneten Maßstab auf dieses Forum übertragen will.


    Besonders auffällig in den Themen selbst: Der Anspruch vieler User, die schon langjährig im Kampfsport dabei sind und/oder Meister in ihrem Gebiet sind, ist der, eigentlich immer Recht haben zu müssen bzw. immer richtig zu liegen. Der Hinweis, dass es hier lediglich um den Austausch der jeweiligen Sichtweisen geht und das eben diese Sichtweisen mitunter weit auseinander liegen (müssen), bleibt zumeist unbeachtet. Es wird mit "Erfahrung" und "Realtität" argumentiert, mit eben jenen Argumenten, die jeder Kampfkünstler, der länger als 5 Jahre in seinem Geschäft ist, für sich beanspruchen kann. Niemanden fällt auf, dass wir Kampfkünstler kein Kollektivbewußtsein haben, sondern jeder sein Kampfkunstleben selbst entwickelt, miterlebt und maßgeblich beeinflusst. Daher muss jeder einen anderen Blickwinkel zu bestimmten Dingen entwickeln. Im Übrigen keine neue Erkenntnis, da es sich im Leben eben so entwickelt, wie es sich entwickelt.


    Dennoch: In vielen Kampfkünsten entwickeln sich Eliten, die Vorgaben machen wollen und damit dann an die Öffentlichkeit treten. Eigentlich geht es dabei - schaut man genauer hin - nur um Profit. Was also liegt näher, dazu eben auch Foren zu benutzen? Bedeutet: Es sind viele User unterwegs, die Foren benutzen und hier explizit Themen für ihre Interessen benutzen.

    Den zweiten Absatz - da habe ich meine eigenen Erfahrungen - auch aus einem anderen Forum widergespiegelt bekommen.
    Du, da gebe ich Dir vollkommen recht. Jeder hat seine Kampfsport-Art ausgesucht, viel Zeit intensiviert und auch einiges erlebt.
    Nur können einige " Meister " besser und freundlicher ihre Ansichten darlegen... als andere.
    Denke dabei ..


    Was den dritten Absatz betrifft. Da wird schon im eigenen kleinen Sportverein deutlich, gib einem Menschen Macht und Du kannst erleben, wie sich einige verändern - nicht immer zum Positiven.


    Trotzdem ein Vorschlag.
    Bevor ich ein neues Thema aufmache, wobei ich feststelle das gibt es in ähnlicher Form schon.
    Wäre da nicht eine Nachricht an die Mods eine Möglichkeit... nachdem ich vorgestellt habe warum das Thema wieder geöffnet werden könnte.
    Eine Entscheidung zu treffen, neues Thema oder altes Thema wieder zu öffnen.

  • Man jeder Zeit bei den Modratoren anklingeln und begründet fragen ob ein Thema nicht wieder eröffnet werden kann. Kein Problem. :)

  • Das wäre eine gangbare Lösung. Allerdings fordert das - bevor man einen Thread erstellt - Recherche... immerhin werden ja bei der Erstellung eines neuen Threads bereits ähnliche Threads dargestellt. Den Rest hat Kajihei ja schon erwähnt...

  • Ich möchte mich als absoluter Neuling mal der "Kritik" von Fenrir anschließen.

    Seit ich mich vor ein paar Tagen hier registriert habe verbringe ich viel zeit damit, auch ältere Themen durchzulesen. Des Öfteren hätte ich da durchaus noch einen Wortbeitrag gehabt, den ich gerne gepostet hätte.

    Leider waren diese Threads dann bereits aus unterschiedlichen Gründen geschlossen.


    Ich unterstütze die Philosophie der Mods, hier auf Qualität zu setzen. Deswegen habe ich mich auch hier und nicht woanders registriert. Hier scheint mir die Community recht frisch und wenig toxisch zu sein.

    Nur ist es für mich ehrlich gesagt für einen Wortbeitrag (den ich oft mal gerne on the fly bringen würde) zu viel Aufwand, um eine Wiedereröffnung zu bitten und zu warten, bis dieser dann stattgegeben wird. Und einen neuen Thread zum gleichen Thema aufzumachen geht für mich gar nicht. ;)


    Aber vielleicht ist das für mich als Neuling auch grade nur ärgerlich, weil ich eben erst noch aufschließen muss, bis ich die ganzen alten Themen durchgearbeitet habe. :)


    Ich war in der Vergangenheit selbst in dem ein oder anderen Forum Moderator/Admin und da gabs ganz unterschiedliche Lösungen.


    - Beiträge, die länger als ein halbes oder ein Jahr nicht mehr angefasst wurden, werden dicht gemacht.

    - Wenn der Thread eine klare Fragestellung enthält und diese für den Ersteller klar beantwortet ist, kann man evtl. auch dicht machen.

    - Bevor ein Thread dicht gemacht wird, geben die Mods nochmal zwei Tage bis eine Woche Zeit, das Thema zu pushen, ansonsten ist zu.



    So hatten die User die Möglichkeit, sich nochmal Gedanken zu machen und evtl. nochmal zu posten. Dicht gemachte Threads könnte man ja in ein Archiv verschieben. Dann wird auch deutlich, welche Threads zu sind und welche noch zur Diskussion stehen.

    Da wäre dann auch die PM an den Mod zur Wiedereröffnung ein gangbarer Weg.


    Meine persönliche Erfahrung als Mod war, dass die Hauptarbeit halt darin liegt, dafür zu sorgen, das Themen auf Linie bleiben und nicht ständig ins Off geschossen wird. Teilweise haben wir ganze Beiträge oder Diskussions-Teile in neue Themen verschoben um die ursprüngliche Diskussion klar zu halten, das neue Thema aber nicht abzuwürgen. Aber das ist natürlich ein ganzer Haufen Arbeit für die Mods und ab einer gewissen Community-Größe zeitlich kaum mehr stemmbar.


    Am Ende möchte ich trotzdem mal ein erstes vorsichtiges Lob anbringen: Ich finde, dass hier eine (zum großen Teil) sehr gute Atmosphäre herrscht. Selbst heikle Themen werden sehr sachlich diskutiert. Und das liegt sicher zu einem guten Teil auch an den Mods und Admins! :)

    "In reality based self defense, there are no 100%...if you want a guarantee, buy a toaster!"

    - Tony Blauer

  • Danke und einfach ne kurze PN an alle Mods schicken. Dann wird ein Thema gerne wieder geöffnet.

  • Ich hatte ja gesagt, dass mir das zu viel Aufwand ist für einen Wortbeitrag.

    Aber das ist mein persönliches Problem mit der Ungeduld. :D

    "In reality based self defense, there are no 100%...if you want a guarantee, buy a toaster!"

    - Tony Blauer

  • Einer der Mods ist eigentlich immer on, so das es sehr schnell gehen würde.

  • Aber vielleicht ist das für mich als Neuling auch grade nur ärgerlich, weil ich eben erst noch aufschließen muss, bis ich die ganzen alten Themen durchgearbeitet habe.

    darf ich dich fragen, wofür du das machst?

  • Einfach weil ich mal so sehen will, über welche Themen hier so gesprochen wird. Ich interessiere mich sehr für alles rund um die Bereiche KS, KK, etc.

    Und oft kriegt man hier doch sehr viele interessante Meinungen mit und kann viel lernen.


    Ich arbeite natürlich nicht jeden Thread durch. Das wäre bissl krass. Aber ich durchforste schon jeden Forenbereich nach interessanten Themen. :)

    "In reality based self defense, there are no 100%...if you want a guarantee, buy a toaster!"

    - Tony Blauer

  • Nun, manche Themen werden geschlossen wenn da nichts mehr neues kommt. "Wie oft wascht ihr euren Gürtel" Fragen nach 20 mal 60 °!

    Manche Themen sind zu, weil der TE mit den Antworten zufrieden war und um Schließung gebeten hat.

    Manche werden vom bösen Kibon-Mod dichtgemacht, weil die Diskussion aus dem Ruder lief.


    Ist halt immer unterschiedlich und für die Mods auch nicht immer nett so agieren zu müssen.


    Aber: Wenn was Gutes kommt, PN und wir reagieren.


    K/