Manche unterrichten Kinder, manche Fächer...

  • Terra X Lesch & Co
    Unser Schulsystem ist Mist!


    Sind unsere Schulen noch Bildungseinrichtungen? Harald Lesch mit einem kritischen Blick auf das deutsche Schulsystem. Ich finde, ein gelungener Beitrag aber eben auch keine neuen Gedanken. Eigentlich erschreckend, dass sich immer mehr "gebildete" Menschen Gedanken über unser Schul- bzw. Bildungssystem machen, zu gleichen bis ähnlichen Gedanken bzw. Schlussfolgerungen kommen und es unser Schul- und Bildungssystem allerdings "am Arsch vorbei geht"... Obgleich so vieles gegen die jetzige allgegenwärtige Form von Unterricht und Bildung spricht, surrt die Schule unbeeindruckt weiter... eigentlich unglaublich, wie kritikunfähig Schule ist...oder? Schaut Euch das Video an...


  • Da ich davon ausgehe, dass meine Schulzeit hier nicht mehr zun tragen kommt, kann ich nur im Bezug auf Grundschule mitreden.


    Wenn ich meine Grundschulzeit mit der meiner Jungs vergleiche, dann war meine Zeit in der Grundschule eher die Fortsetzung des Kindergartens.
    Von den Leistungniveau waren wir meilenweit entfernt und der "Zug" heute fährt verd***t schnell. Auch wenn das Lehrpersonal sich wirklich Mühe gibt jedes Kind abzuholen, bleibt doch einiges auf der Strecke. Zeit zum lernen ist nicht wirklich vorhanden. Es geht darum den Stoff in der vorgesehenden Zeit abzuwickeln. "Langsamlerner" haben es schwer und müssen den Stoff privat aufarbeiten oder in den Förderunterricht.


    Wenn ich den Faden "Bildungseinrichtung" aufnehme, dann kann ich Herrn Lesch zustimmen.

  • Ich beziehe mich mal auf die ersten 2 Minuten. Ja dieser Effekt ist auffällig, komischer Weise funktionierte es aber bevor angefangen wurde alles zu tode zu reformieren bis der Arzt kommt. Die meisten Leutchen in meinem Alter können solche Kinkerlitzchen mit Verlaub im Kopf rechnen ohne Probleme und schüttelbier ist fürdie auch kein Krümelmonster.
    Also kann das alte Schulsystem nicht so schlecht gewsen sein, es wurde nur kaputt reformiert durch schwachsinnige Aktionen wie " man braucht das Kopfrechnen ja nur noch minimlast , es gibt ja Taschenrechner".
    Anderes Beispiel : Der Blödfüg namens Rechtschreibreform. ISt dadurch etwas einfacher geworden, wohl weniger. Es hat nur zum Ergebnis das die Konfusion gewachsen ist. Reform gelungen, Opfer ist verwirrt.
    Dieser hahnebüchende Aktionismus ala "Verbesserungsreform" fing ja schon vor Jahrzehnten an. Man begann wie irre die Rahmenpläne umzubauen bis keiner mehr wußte wer nun was gelernt hat.
    In Biologie bin ich so zum Beispiel den Amphibien erfolgreich entgangen, denn immer wenn die dran gewesen wären wurde mal wieder reformiert. ( Es wäre sehr unschön gewesen wenn das im Abitur rangekommen wäre... )
    Ein weiterer Punkt der in der alten Schule prima funktioniert hat : Die Kinder waren aufmerksamer und disziplinierter. So ein Chaos wie heute herrscht, einfach undenkbar. Dabei kann man kaum effektiv arbeiten.
    Aber Disziplin etc setzt einfach ein leicht autoritäres System voraus so wie es bestand und auch gut funktonierte. ( Jedenfalls um Klassen besser als der Affenzirkus heute )
    Selsbtverständlich muß man so weit wie möglich auf jedes Kind eingehen, aber es ist auch eine Gemeinschaft wo Spielregeln gelten. Ohne diese wird es nichts.
    Dieses Überverständnis was jetzt gepredigt wird niemals funktionieren in Klassen mit 30ig Leutchen drinnen. Das kann man machen wenn auf 10 Schüler zwei Lehrer kommen, also Utopistan.
    Daher wäre meine These : Zurück zum Ursprung so zu sagen.

  • Zitat: "Unser Schulsystem ist Mist"


    Als Frau vom Land sage ich, dazu:
    Mist ist ein guter Dünger ...


    Als Lehrerin sage ich:
    das mit der Schule ist genauso wie mit dem Fußball,
    wenn ein wichtiges Spiel ansteht, besteht die ganze 'Nation' nur noch aus Trainern ...

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Was mir schon seit Jahren nicht in den Kopf hinein will, ist dass Bildung Ländersache ist! Das macht überhaupt keinen Sinn und ist dann am Ende natürlich noch teurer, als wenn man es gemeinsam aufziehen würde... Aber da möchte eben ekeiner Kompetenzen abgeben. #facepalm

  • Im Grunde interessiert mich bei diesem Thema, wie sich die Lehrerausbildung und das Schulsystem in den letzten Jahren, vielleicht auch Jahrzenten, verändert haben.


    Der Rest sind doch nur die Symptome


    Meinungen zum Text?


    Auch interessant finde ich den Sputnikschock

  • Zitat: "Unser Schulsystem ist Mist"


    Als Frau vom Land sage ich, dazu:
    Mist ist ein guter Dünger ...

    Zwar ein nettes kleines Wortspiel für zwischendurch, ich befürchte allerdings, dass hier das Wort "Mist" eine andere Bedeutung hatte. ;)


    Wie ist das denn bei Dir mit kritischen Anmerkungen zum Thema Schule? Gibt es die nicht, ist - aus Deiner Sicht - das Schulsystem so in Ordnung und übertreibt Lesch einfach nur maßlos oder ist manche Kritik auch berechtigt... welche?

  • Als Lehrerin sage ich:das mit der Schule ist genauso wie mit dem Fußball,
    wenn ein wichtiges Spiel ansteht, besteht die ganze 'Nation' nur noch aus Trainern ...

    Also was die Recht5schreibreform angeht muss ich allerdings Kaji sowas von Recht geben. Es wurde vor allem anders , aber im Durchschnitt keineswegs einfacher.

  • Zwar ein nettes kleines Wortspiel für zwischendurch, ich befürchte allerdings, dass hier das Wort "Mist" eine andere Bedeutung hatte.

    ... ne, das war gar nicht mal nur so als Wortspiel gedacht, ich meine das wirklich ernst:


    In dem Moment, in dem man sich Gedanken über das System Schule macht, kann 'Mist' durchaus förderlich wirken,
    wenn er als solcher erkannt wurde ...

    Wie ist das denn bei Dir mit kritischen Anmerkungen zum Thema Schule? Gibt es die nicht, ist - aus Deiner Sicht - das Schulsystem so in Ordnung und übertreibt Lesch einfach nur maßlos oder ist manche Kritik auch berechtigt... welche?

    ... na, dann will ich jetzt mal Farbe bekennen:
    ich bin nun schon seit ungefähr 30 Jahren im Schuldienst und war noch nie mit dem 'System' zufrieden,
    und ich denke, dass das eine wesentliche Eigenschaft ist, die ein Lehrer mitbringen muss,
    wenn er für seine Schüler das Beste herausholen will ...


    Harald Lesch übertreibt bewusst, um die Kritikpunkte deutlicher heraus zu stellen, das ist zulässig,
    aber ich finde, er differenziert nicht genug in seiner Kritik, im Übrigen scheint er wohl eher die Gymnasien im Blick zu haben,
    die eigentlich nur einen Teil unseres vielfältigen 'Schulsystems' darstellen.


    Kleine Anekdote am Rande:
    so neu, wie Herr Lesch uns die 'Mathematikverdrossenheit' darstellt,
    ist sie nun auch wieder nicht:
    als ich seinerzeit mein Studium begann, sagte mein alter Zahnarzt:
    'Mathematik habe ich nie gekonnt, trotzdem ist was aus mir geworden...'

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Also was die Recht5schreibreform angeht muss ich allerdings Kaji sowas von Recht geben. Es wurde vor allem anders , aber im Durchschnitt keineswegs einfacher.

    Tja, mit der Rechtschreibreform ist das so eine Sache, eigentlich war sie unnötig,
    aber die meisten Leute, die darüber schimpfen, wissen manchmal gar nicht so recht, worüber sie sich da beschweren,
    ein paar kleine Beispiele aus der alten Rechtschreibung gefällig?


    Da hätten wir zunächst einmal den schönen s-Laut,
    sie müssen, aber sie müßten auch wollen ...
    und auch die Konsonantenverdoppelung ist nicht ohne,
    da müßten (neu: müssten) wir dann den Unterschied zwischen einem Stoffetzen und einem Stoffflicken
    oder einer Sauerstoffflasche und einer Stallaterne (natürlich nur hinsichtlich der Rechtschreibung) kennen,
    Groß- und Kleinschreibung gefällig?
    bitteschön: radfahren und Auto fahren, so wäre es richtig gewesen ...
    na und dann gab es da ja auch noch die schönen Kommaregeln im Zusammenhang mit der Konjunktion 'und',
    dazu musste (mußte) man dann erst mal eine etwas komplexere Satzanalyse vornehmen ...
    Was die 'Fremdwörter' angeht, so hat die Reform lediglich erlaubt, neue Schreibweisen zu verwenden, ohne die alten für ungültig zu erklären,
    es ist also nach wie vor 'richtig', 'Friseur', 'Delphin', 'Differentialgleichung' usw. zu schreiben ...


    ansonsten sind die meisten 'Rechtschreibfehler', die man so im Alltag findet, sowohl in der alten als auch in der neuen Rechtschreibung Fehler ...

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Stimmt auffallend. Ein Teil der Reglungen sind verbindlich, ein Teil nicht, bei einigen läuft es parallel. So etwas nenne ich übersichtlich und durchdacht und unter Garantie nicht verwirrend. :rolleyes:

  • Ein Teil der Reglungen sind verbindlich, ein Teil nicht, bei einigen läuft es parallel. So etwas nenne ich übersichtlich und durchdacht und unter Garantie nicht verwirrend.

    ... genau das ist es, was mir die 'Reformen' in der Schule so erträglich macht, ich habe gewisse 'Spielräume' *g*

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Was Lehrern bestimmt viel Spaß einbringt wenn sie auf klagewütige Schüler treffen die sich ungerecht benotet fühlen.... ;)

  • Was Lehrern bestimmt viel Spaß einbringt wenn sie auf klagewütige Schüler treffen die sich ungerecht benotet fühlen.... ;)

    ...
    das geht zunächst mal übers Schulamt, da musst Du Deine Entscheidungsgrundlagen für die Notengebung offen legen,
    habe ich in meiner langen Schulzeit bisher erst einmal machen müssen,
    Ergebnis: die Note hatte Bestand, keine Verhandlung vor Gericht,
    dort werden eher andere Sachen verhandelt, wie z.B. Anerkennung und Berücksichtigung von Teillleistungsschwächen,Teilnahme am Schwimmunterricht
    oder ...

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Nachtrag:


    was die Rechtschreibreform angeht, so ist sie ohnehin nur für die Schulen verpflichtend,
    alle anderen dürfen sich an die alten Regeln halten,
    in meiner Freizeit mische ich gerne alte und neue Regeln, so wie es mir gerade gefällt ;)

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • @ida Ja es gab undurchsichtige Regeln. Die wurden durch andere undurchsichtige Regeln ersetzt. Was soll das? Wenn wir wirklich konsequent was hätten vereinfachen wollen hätte man schon mit dem Alphabet anfangen müssen und sachen wie Q, X oder Y rausschmeißen.

  • Vereinfachen bzw. Sinnvolles zu unterrichten hieße aus meiner Sicht in erster Linie jene Inhalte zu unterrichten, die etwas mit dem realen Leben zu tun haben und die man später mit absoluter Sicherheit benötigt. Nichts abstraktes, nichts, was man nach einer Leistungsüberprüfung gleich wieder vergisst. Allein hier hapert es an die Einsicht der Schule. Aus einem mir völlig schleierhaften Grund hält sie an Lerninhalten fest, die niemand benötigt. Genau damit wird dieses "Bulimie-Lernen" produziert: Die Schüler lernen lediglich für eine Arbeit, "kotzen" dann ihr Wissen aus und vergessen es danach.


    Was immer wieder von Fachleuten angemahnt wird ist, dass Schüler mehr kreativen Input benötigen. Da Lehrer eben Lehrer und keine Pädagogen sind (mein Lieblingsthem), fällt ihnen eben auch nicht auf/kann ihnen nicht auffallen, dass sie an den biologischen, entwicklungspsychologischen und sozial-integrativen Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen vorbeiarbeiten. Die Schule produziert genau mit dieser Methode immer mehr Versager, die Pyramide nach oben wird spitzer und spitzer, die Elite größer und größer, die Gleichheit, die Ideen von Teamwork, das Erkennen von Gemeinsamkeiten anstatt immer wieder auf die Unterschiede verwiesen zu werden - all das produziert nicht mehr wirklich gesellschaftsfähige und -taugliche Jugendliche. Immer mehr Kinder und Jugendliche werden Verhaltensauffällig, Schule hat mittlerweile die Macht, Familien zu sprengen, indem Streit und Zank über Hausaufgaben und Arbeitsvorbereitungen nicht nur die Eltern untereinander in den Wahnsinn tragen, sondern auch die Beziehung der Eltern zu ihren Kindern nachhaltig beschädigen. Die Kinder verlieren das Vertrauen in ihre Eltern, die Eltern treibt es an den Rand ihrer erzieherischen Kompetenzen, weil sie etwas vertreten müssen, was weder in unserer Zeit passt, noch im Elternhaus selbst verursacht wird.


    Was macht Schule? Obgleich sich dort alle den Titel von Pädagogen zuschreiben, scheinen sie mit der Umsetzung der Inhalte von Pädagogik - hier vor allem von Sozial-Pädagogik - erhebliche Probleme zu haben. Sie arbeiten nicht für die Kinder und Jugendliche, sondern für ein absolut überaltertes Schulsystem und sehen "den Wald vor lauter Bäumen nicht". Das, was sie für pädagogische arbeiten halten, ist - stark wissenschaftlich betrachtet - Gruppendynamik. Alles findet im "hier und jetzt" statt. Es gibt eben keine individuellen Erziehungspläne. Auch bezweifle ich, dass es einen pädagogischen Masterplan gibt, wenn dann das Ziel, die Jugendlichen heil und gesund durch die Schulzeit zu bringen, als pädagogischen Ziel Bedeutung hat.


    Alles in Allem: Aus meiner Sicht gibt es überhaupt keinen Grund so ein System, was Verlierer produziert, Familien sprengt, Kinder und Jugendliche krank und Verhaltensauffällig macht und inhaltlich ins Nirvana arbeitet, zu unterstützen. Sorry, da hilft auch kein Bauchgefühl und Vertrauen, sondern nur noch Vernunft.