Bogensport und Kampfkunst

  • Gehe ich vom allgemeinen Bogensport aus - nein. Zudem kenne ich auch keinen Schützen, der darin eine Verbindung sieht.


    Ist dieses Forum hier im Kampfkunstbereich daher unpassend?


    Nein soweit würde ich nicht gehen. Bogenschießen besitzt viele Aspekte, besonders im mentalen Sinne, die einer traditionellen Kampfkunst/Sport in nichts nach steht. Daher sehe ich dieses Forum durchaus als sinnvoll in diesem Kampfkunstforum an - aber eben nur in diesem Bereich.


    Der Schießsport, insbesondere der der Knallschützen hat einen ziemlich schlechten Ruf. Mitglieder von Schützenvereinen haben in der Öffentlichkeit schnell den Ruf von Waffennarren weg. Deshalb ist der Knallsport ziemlich rückläufig.


    Bogensport dagegen gilt als sauberer, "weißer" und "intelligenter" Sport und erfreut sich momentan enormer Beliebtheit. Der Bogen gilt in Deutschland als Sportwaffe und unterliegt keinen Reglementierungen. Wir Bogenschützen sind uns unserer Verantwortung bewusst und wollen, dass das auch so bleibt. Jeder Idiot, der damit auf Tiere schießt oder schlimmeres anstellt, bringt den Ruf tausender Sportschützen in Verruf und kann diesen Sport massiv schädigen. Den Bogensport mit Kampfsport in Verbindung zu setzen ist ein zweischneidiges Schwert. Es sollte sensibel und gut durchdacht sein.

  • Da würde ich mal massiv widersprechen. Nur weil ich eine Sache umtaufe aber sich am Training nicht sändert heißt das ja nicht das die ursprüngliche Zielsetzung dabei ausser Kraft gesetzt wird.
    In der Schwertkunst machen wir auch tameshigiri. Wir könnten natürlich sagen "Wir betreiben sprotliches Holzhacken" aber das fände ich etwas seltsam.
    Im Wolkenballern ist es doch exakt der gleiche Effekt, nur das die Boghenschützen keine Franzosen nehmen sondern nur noch Fähnchen.
    Beim mongolischen Bogenschießen der gleiche Effekt.
    Ob es genehm ist oder nicht, der Etikettenzauber ändert nichts daran das es eine Kampfkunst ist.
    Natürlich ist es genau wie Kenjutsu eine weisse KK, denn wir üben ja alle nur passiv ohne die Absicht wirklich aufeinander loszugehen.
    Das wäre ja in der heutigen Zeit auch ziemlicher Dummfug aus meiner Sicht.


    Wo ich aber mit voller Wucht in Sabijis Kerbe hineindresche : Jeder Idiot der mit seinem Trainingsgerät, egal ob Schwert, Bogen oder Armbrust MIst baut bringt damit die ganze trainierende Gemeinschaft in Teufelsküche !

  • Mal anders gefragt: Gibts in diesem Forum dafür eine Zielgruppe? Schließlich gibts mehrere Foren, die sich auf Bogensport spezialisiert haben.

  • Auf den ersten Blick hast du ja recht, nur nun kommt eben ein extremes ABER! Egal ob es nun Bogenreiter sind oder Fähnchen im Kreis Schützen, da kommt eines was eben ganz wichtig ist! Auf Plastik Tiere ist das aller höchste auf das wir schießen! Niemals auf Menschenähnliche Gebilde oder reale Menschen (ausser die Amis :S ) !! Und genau da setze ich eben an. Eine KK bedingt in den meisten Fällen eine Partnerarbeit mit einem Partner/Gegner. Das haben wir nicht und das wollen wir auch nicht! Denn die Konsequenzen wäre für unseren Sport verheerend! Sportgerät wird zur offiziellen Waffe! Gesetze werden so strenger wie bei Schusswaffen und unser Sportgerät, was nun auch mal zur Therapie verwendet wird, ist dann gleich verboten.
    Bogenschiessen ist Sport und kann eine Kunst sein. Ist aber heute nicht mehr als das. Die wenigen Länder die die Bogenjagd erlauben, erlauben aber nicht den Bogen gegen Menschen zu richten. Gegen Zombis oder Krieg.... das sind dann nun mal andere Gegebenheiten (Amis eben) :P
    Siehe den hübschen Shit-Storm den ein gewisser Lars Anderson verursacht hat. Der Typ hat Behauptungen in den Raum gestellt, da sträubte sich bei jedem anständigen Schützen die Nackenhaare. Dann noch seine "Kunststücke" 8| Da schüttelt es mich immer wieder! Egal wo her er auch kommen mag, aber auf Menschenscheiben zu schiessen und sagen das ist echtes Bogenschiessen, das haut den Hund aus der Pfanne und ab in den Topf!! Das mag im Mittelalter noch Sinn haben, beim Schutz von Leib und Leben und Nahrungsbeschaffung.. und Kriege. Aber da sind wir raus seit dem Einsatz von Feuerwaffeln!!
    Gut, nun kann man mal etwas ansehen was noch am ehesten an eine KK anschließt. Im Kyudo gibt es eine traditionelle Form des Gefechtsschiessen. Da wird wie auf dem Schlachtfeld in Reihen aufgestellt und ein Pfeilhagel produziert (Ich muss mal in der Tube gucken, da gibt es ein Video von). Das in voller Montur und so wie es seit Jahrhunderte gemacht wurde.
    Yabusame.. im vollen Galopp wird auf Holzbretter (auf Augenhöhe) geschossen mit einem extrem harten Punktesystem! Diese Art ist, wenn es sein muss, direkt in einer Schlacht einsetzbar! Diese beiden Formen sind so angelegt um klar einen Gegner/Feind zu erledigen.
    Daher ist für mich bei über 95% das Bogenschiessen klar Sport/Therapie und Kunst.
    Aber... das muss eben jeder für sich selbst entscheiden :D

    "Die Wahrheit versteckt sich oft hinter Lügen"
    Meins!! :D

  • Mal anders gefragt: Gibts in diesem Forum dafür eine Zielgruppe? Schließlich gibts mehrere Foren, die sich auf Bogensport spezialisiert haben.

    Gegenfrage, gibt ein Kampfkunstforum die die Rubrik Bogen in ihrem Sortiment hat?


    Natürlich gibt es Bogenforen, aber wer sich am Rande dafür interessiert und eventuell Fragen hat, ist hier denke ich gut aufgehoben, ohne sich extra dort anzumelden.

  • Kaji, mein Eingangsfred ging um den allgemeinen Bogensport. Und hier ist es wirklich Sport. Eine KK/KS ist es immer ja auch nur, wenn es in den Köpfen der Betreibenden auch so wahrgenommen wird. Und das ist nicht der Fall.


    Koga hat da was wichtiges gesagt. Bogensport kann zur Kunstform werden. Und da ist verdammt viel dran und das gefällt mir gut - nur eben ohne Kampf-.


    Es ändert aber nichts daran, das es Menschen gibt, die sich in Bezug auf Bögen in sehr traditionaler Manier nähern, die starken Bezug zu den alten Kriegstechniken haben. Es gibt zum Beispiel einige Vereine, die sich dem English Warbow verschrieben haben. Das ist wichtig und gut, den so werden diese alten Überbleibsel mittelalterlicher Kampftechnik erhalten.


    Das oft zitierte Cloutschießen hat nur an Rande mit dem Warbow zu tun, aber das kann an anderer Stelle besser erläutert werden.


    Wo wir beim Warbow sind: tatsächlich hat das Bogenschießen in Europa in England seine größte Bedeutung. Hier entwickelte sich auch das sportliche Bogenschießen und so haben wir Zoll in den Abmessungen, Yards in den Entfernungen und Grain und Pfund in den Gewichten. Da Bogenschießen einen enormen Platzbedarf fordert, war es in England als Sport ein Elitäres Ereignis der besseren Gesellschaft. Die Ausrüstung war teuer und interessanterweise war es der Sport von Frauen der britischen Oberschicht. Anfang des 20. Jahrhunderts weigerte sich eine der Spitzenschützinnen an den Olympischen Spielen teilzunehmen, da ihr die Meisterschaften im eigenen Land wichtiger war. Hier kann man die Bedeutung des Bogenschießens auf den Britischen Inseln ermessen.
    Deutschland dagegen war Bogenschieß-Wüste. Selbst während der "Turn-Revolution" Mitte des 19. Jhdt. wurde Bogenschießen nicht als Sport angesehen.


    Die Amerikaner dagegen, hatten mit der Besiedlung des Kontinents direkten Kontakt mit einer bogenschießenden Kultur und dort erlangte Bogenschießen eine enorme Renaissance insbesondere Compound, aber auch das traditionelle Bogenschießen und die Bogenjagd. Vor Jahrzehnten waren amerikanische Bogenfirmen das absolute Maß aller Dinge bis die Asiaten das Olympische Schießen wahrnahmen. Seitdem wird der Markt hart auch von Koreanischen und Chinesischen Firmen umkämpft.


    Ich denke, dass die Beliebtheit des Bogenschießens, insbesondere des traditionellen Bogenschießens wir den Amis zu verdanken haben.

  • Gegenfrage, gibt ein Kampfkunstforum die die Rubrik Bogen in ihrem Sortiment hat?
    Natürlich gibt es Bogenforen, aber wer sich am Rande dafür interessiert und eventuell Fragen hat, ist hier denke ich gut aufgehoben, ohne sich extra dort anzumelden.

    Zu deiner Gegenfrage: Nicht das ich wüsste. Ist aber auch egal, weil Diskussionen darüber konnte man bisher auch so führen. Genauso wie ich in Bogensportforen über Zusammenhänge mit KK diskutieren konnte.


    Deshalb: Brauchts dafür ein extra Unterforum? So viele sind wir hier noch nicht, das ohne die Übersicht verloren geht.

  • Also für den normalen Umgang von Pfeil und Bogen ist man in den verschiedenen Bogenforen echt gut auf gehoben.
    Das was wir hier machen können ist viel spezieller auf ein Thema ein gehen ohne das dann gleich Dutzende Leute auch ihren Senf dazu geben müssen.
    Auch können wir hier Themagerecht Links setzen und nicht nur: "das könnte passen".
    Bei Thema Bogenvorstellung bin ich mir noch nicht sicher ob das sein muss.
    Dafür stehen wir für Fragen (rund ums Stöckchen werfen) gerne zu Verfügung sie zu beantworten. ;)
    Gell sabiji? :D

    "Die Wahrheit versteckt sich oft hinter Lügen"
    Meins!! :D

  • So sieht es aus. Gerade Anfänger und Unbedarfte sind in einschlägigen Foren schnell Opfer und es gibt jede Menge Klugscheißer.

  • Zu deiner Gegenfrage: Nicht das ich wüsste. Ist aber auch egal, weil Diskussionen darüber konnte man bisher auch so führen. Genauso wie ich in Bogensportforen über Zusammenhänge mit KK diskutieren konnte.
    Deshalb: Brauchts dafür ein extra Unterforum? So viele sind wir hier noch nicht, das ohne die Übersicht verloren geht.

    Ich habe das mit Absicht eingebaut um noch mehr Leute hierher zu lotsen. So eine Abteilung hat sonst wirklch kein KK Forum. Da versacken die Bogenschützen immer im Nirvana von irgendwelchen anderen Kategorien. Heir ahben sie genau wie die Schwertfetischisten ihre eigene kleine Spielwiese und das in einem der freizügigsten und nettesten Foren überhaupt.
    Na wenn das mal kein Angebot ist ! :)