Bogenlaber-Fred

  • Was bisher geschah:


    Sabiji:


    Gerne geh ich aber auf den Bericht noch mal ein. Da stand zu lesen, dass ich in der Blankbogenklasse gestartet bin. Hier nur die Erklärung für die Insider: Ich greife nicht mediterran, sondern mit nur 2 Fingern unter Nock. Ich greife jedoch nicht wie echte Blankbogner die Entfernungen ab, sondern schieße intuitiv. Die die meisten Auschreibungen bei Jagdbögen mediterranen Griff verlangen, lande ich den in der Blankbognerklasse.
    Da dies nun schon eine weile so ist habe ich für diese Zwecke das Gerät entsprechend "technisiert" Es ist ein Hoyt Tiburon mit Hoyt F4 Carbon Schaum WA´s in 64 Zoll und 50 lbs auf den Fingern, magnetischer Pfeilauflage und Button sowie ein 650 g Blankbogengewicht. Die Pfeile sind 400er Easton Lightspeed mit 100grain Spitzen und eigengestanzten sehr flachen 3,75 Zoll Saubuckel-Naturfedern. Zum Fita-Schießen auf 50, 40, 30, und 20 Meter kommen 560 Easton ACc zum Einsatz.



    Muss ich nicht in der Blankbogenklasse starten, tuts meine Black Widow PCH 60 Zoll Ironwood und Eastern Diamondback auf den WA´s. Diese Zicke hat gemütliche 47 lbs. und hat mich schon einige graue Haare gekostet. Wer behauptet, eine Witwe ist ein gutmütiger Bogen hat entweder noch nie ne Witwe geschossen oder kennt meine nicht.



    Koga:


    Tja, die PCH ist mit seinem doch sehr kurzen Mittelteil schnell eine Zicke. Das wundert mich gar nicht. Darum ist das ein Modell das oft in den Märkten auftaucht. Hingegen ich mit meiner PM(A) III und mit 51# bin da eher ruhiger im Abschuss durch das doch recht grosse und schwere Mittelstück.
    Mein Gegenstück zu deinem Tiburon ist der GMII mit den originalen WA. Auch mit ca. 50lbs. Da habe ich komischer weise mal einen 600er als besser empfunden und durch das geringe Pfeilgewicht extrem schnell unterwegs.



    Okay, was für anderes Thema können wir hier behandeln bevor wir auf Bogen Analyse gehen?


  • Ja der GMII ist irre schnell! Mein Trainer - ein Ami - hat nen GMII. Allerdings bei meinem Auszug von 30" habe ich das Gefühl, ich ziehe ein Stahlseil!


    Was den Spine angeht: du siehst ja, 400er Lightspeed und 560 ACC bei gleichem Bogen. Die 560ger fliegen traumhaft. Wird wohl an der anderen Materialkombi liegen.Würde ich aber 500er Powerflights nehmen, nicken mir die als Rohe ordentlich weg. Funzt nicht.

  • Brandenburger aus einem nachbar-Fred:


    Hi Leut´s hab da mal ne Frage.



    Ich habe mal aufgeschnappt, dass die Kompositbögen der zentralasisatischen Reitervölker, bis heute eine unterreichte Qualität haben.



    Stimmt das?



    Danke

  • Hi Brandenburger,
    ich bin kein Reiterbogenschütze, Aber Koga dürfte da fit sein.


    Ich gebe halt zu bedenken, das die Steppenvölker schon aus Ermangelung an brauchbaren Holz auf ganz andere Technologien (Horn, Sehnen) zwangsläufig zurückgreifen mussten und das System perfektionierten.

  • Hi Brandenburger,


    Unerreichte Qualität... joa, wenn sie darauf achten sie nicht im Regen stehen zu lassen oder in der prallen Sonne zu lagern. ^^ Wasserlöslicher Leim und durch Wärme weich werdendes Horn ;)
    Unter den Effektivsten Reiterbögen in Kompositbauweise ist für mich der kurze, giftige Koreanische Bogen. Da ist ein Bögelein mit nur 25 lbs zu einer so extremen Energieübertragung auf den Pfeil unschlagbar. Gleich dahinter ist für mich schon der japanische Yumi. Die Mongolischen, Chinesischen, Mandschurischer, Ungarische und Skytische Bogentypen haben da einen Nachteil den sie gerne mit höheren Pfunden abdeckten. Wobei... das schiessen vom Pferd auf kurze Distanz brauchte nie viel Lbs. Okay, was ist bei denen das Problem, außer das sie bei hoher Luftfeuchtigkeit und Wärme Leistung verloren und sogar vor Wien auseinander fielen .. Es sind die Shyhas (die Enden wo die Sehne eingehängt wird), die sind durch ihre Bauweise recht schwer und nehmen durch ihre Trägheit Tempo von der Sehne/Pfeil. Dafür ist dann ein schwerer Pfeil von Vorteil. Das hohe Gewicht plus, auch wenn geringere Geschwindigkeit, reichte vollkommen aus, um eine so hohe Kinetische Energie zu entwickeln, um Rüstungen zu durch schlagen.
    Ein direkter Vergleich:
    Mongolisch http://www.reiterbogenshop.eu/Mongolischer+Reiterbogen.htm gut zu sehen, die recht klobigen Wurfarmenden
    Koreanisch http://www.bogensportwelt.de/S…ghter-50-Zoll-Reiterbogen klein, filigran und fies


    Vergleich mit einem englischen Warbow.. Geschwindikeit langsamer, viel zu lang (Bogen über 70") und nur durch schwere Pfeile zu bändigen (Handschock). Daher, ja, da sind die Reiterbögen doch in vieles besser. :D


    Wen noch weitere Fragen.. her mit ;)

    "Die Wahrheit versteckt sich oft hinter Lügen"
    Meins!! :D

  • So noch ein kleiner Nachtrag wegen Reiterbögen.
    Viele, auch die normalos Bogenschützen, denken, die Bögen könne man auf normalen angedachten Auszug mit denen schießen. Ja klar, das geht, nur... die Bögen sind so gebaut, das die volle Wirkung erst ab 31Zoll Auszug zum tragen kommt. Das heisst, je mehr Auszug um so eher kommt man in dem Bereich wo dieser Bogentypen am besten Arbeitet.
    Denn erst jetzt kommt der Clou der ganzen Sache. Wenn so ein Bogen nur mit 28-29 Zoll Auszug geschossen wird, dann verhindert eben die Masse der Shyhas einen schnellen Pfeil weil er dann immer noch in der Massenbeschleunigung steckt.
    Zieht man den Bogen nun auf 32-34" dann kommt die Eigendynamik durch die Masse der Shyhas zum tragen. Das Gewicht drückt dann nach vorne und zieht die Sehne noch mal mit zug mit. Dann rumst es im Gebälk und ein schwerer Pfeil wird mit Gewalt nach vorn geschubst. :D
    Hoffe das war verständlich formuliert.. ^^

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  • Ähm vor Wien waren die Osmanen, die haben aber weder ungarische noch skythische Bögen benutzt soweit ich weis...
    Bei den gab es doch verschiedene Varianten, vom Horn-Komposit über den einfachen Holzlümmel bis hin zum Stahlbogen.

  • Türkisch-Osmane :D Ja.. aber so im Jahre 1280 herum, machte der Kübel Kahn kurz vor Österreich schlapp. Unter andrem weil auch die Bögen schlapp machten und, so sagt eine Variante der Geschichte, weil Kübele kübeln musste oder sein Daddy zu Haus ab kratzen wollte. :D
    Der Sülemann (Suleiman der erste) wollte so um 1560 nach Wien rein grabschen.
    Die Osmanischen Bögen hielten besser weil sie extrem bunt gelackt waren und daher nicht so anfällig gegen die Schwüle Wetter. ^^

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  • Kurz mal vor..Dem sind in der Wallachei schon die Pferde abgesoffen...Aber wurscht.
    Aber was sagst du den zu den osmansichen Stahlvarianten ?

  • Laut den Bildern von einem Freund von seinem Buch, hat man gar nicht gesehen das sie aus Stahl gemacht wurden. Die wurden ebenfalls bunt angepinselt. War natürlich im Feld ein einfacher Ersatz für den fehlenden Krummsäbel. :D
    Erst auf Distanz eine an die Omme und dann im Zweikampf noch ein Scheitel ziehen.. und das mit dem selben Teil. Wämm!! ^^
    Ich such mal zuhause nach einem guten Bild von so ner Stahlzicke.

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  • Ich hab so ein Teil mal befingert, Blöderweise versteh ich von Bögen nichts. Aber vom Gefühl her, wow die müssen Wums haben.

  • Die haben nicht mehr oder weniger Bumms als andere Kriegsbögen auch. Der Maximalbumms wirs nämlich durch den Schützen limitiert.

  • Ja das richtig. Wenn ein Eumel 100# zieht und ein anderer Mööper nur 20 (selber Bogentyp). Das macht dann schon einiges aus. Der Eumel kann den Goliat fällen und der Mööper nur den David. :D
    Nuuuuur.... mit der heutigen Technik... ai ai ai!! Da kann auch der Mööper mit modernem Gerät und 20# einen halben Goliat fällen ^^ Metaphorisch gesprochen...

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  • Ich kann leider schlecht einen originalen englischen Langbogen mit der Stahlnudel vergleichen, da ich nur das Vergnügen hatte ein Stahloriginal aus der Zeit der Türkenkriege in die Finger zu bekommen, und das Teil fühlte sich schon für mich als Laien im Stöckchenwerfen wurfig an.

  • Ja cool,


    aus meiner Erinnerung war es dieser Monoglische Reiterbogen.


    Hab in diesem Zusammenhang auch gehört, dass die Herstellung sehr lange gedauert hat und großes handwerkliches Geschick voraussgesetzt hat.


    Anderes Thema hat auch meine Neugierg geweckt.


    Das Zeitalter der europäischen Ritter oder Panzer Reiter ging zu Ende, als mit dem Langbogen die Rüstung durchschlagen werden konnte?


    Kann man das so sagen?


    Danke

  • Schlechtere Rüstungen ja, bei besseren Rüstungsplatten ist es eben eine Legende. Die meisten üblen Verletzunge kamen durch die Lücken im Panzer. das man die auch trifft wenn man es Pfeile regnen läst, Kunststück.

  • Das Zeitalter der europäischen Ritter oder Panzer Reiter ging zu Ende, als mit dem Langbogen die Rüstung durchschlagen werden konnte?


    Kann man das so sagen?


    Danke

    Nö.


    Der englische Langbogen wird diesbezüglich überbewertet. Sicher sind Schlachten, in denen Bogenschützen eine Rolle Spielten legendär, wie Crecy, Poitiers oder Agincourt, aber deswegen ging der gepanzerte Ritter nicht unter. Zu mindestens nicht direkt.


    Zwei Sachen:
    1. Bogenschützen spielten bestenfalls bei den Engändern in Mittel-und Westeuropa eine Rolle. Dafür war die Armbrust in diesen Gefilden weit verbreitet und diese ging ebenso prima durchs Blech. Deren Wurfarme bestanden z.T. auch aus Holz, Horn und Sehnen.


    2. Beschwere dich bitte bei Koga über den Untergang des Rittertums. Die Eidgenossen haben da einen großen Anteil dran, oder die Englischen Bogenschützen, oder schottischen Pikeniere, oder walisische Hobbelars, oder, oder, oder...


    Es war Kriegstaktik und der Strategische Einsatz von Kriegsvolk nicht Ritterlicher Herkunft. Das gab es zwar immer schon, aber ab den SpäMi nahm es rasant an Bedeutung zu. Gerade Crecy, Poitiers und Agincourt zeigen das deutlich: Infanterie! Crecy sollte noch seitens der Franzosen der klassische Angriff mit gepanzerter Reiterei werden. Ging schief, die Engländer kämpften zu Fuß. Bei Poitiers dachten die Franzosen, jetzt schlagen wir sie mit der eigenen Taktik und kämpfen zu Fuß - ging wieder schief. Warum steht auf einem anderen Blatt.


    Oder Die Schweizer gegen die Habsburger...nicht ritterliche Waffen und nicht ritterliche Kampfweise besiegelten den Untergang des Rittertums, nicht die Möglichkeit des Büchsenöffnens.

  • Das Zeitalter der europäischen Ritter oder Panzer Reiter ging zu Ende, als mit dem Langbogen die Rüstung durchschlagen werden konnte?

    Glasklares nein! Die Ritterschaft wurde von Pikenieren und Musketieren aufgehalten.

  • danke euch beiden.


    Da sind ja dann auch sachen zum googeln mit dabei.


    Immer dieser populärwissenschaftliche wissenschaftliche Unsinn im TV :D:rolleyes: