Ist KK wirklich nur Sport ?

  • In einem anderem thread hat sich eine, so glaube ich interessante Frage ergeben. Ist KK wirklich nur Sport, unterscheidet sie sich grundsätzlich.


    Ich sage die KK ist leicht anders, da sie grundsätzlich mit Gewalt aggiert, auch in den sanften KK wie Aikido. Das Ziel ist Gewalt. Hebel, Würfe, Tritte etc sind eben nichts anderes.

    Wieso wird diese trainiert ?

    Ursprünglich um sich massiv wehren oder auch angreifen zu können.

    Heute, so behaupten einige ist es ja nur noch reiner Sport.

    Da sage ich mal nein.

    Es gibt verschiedene Gründe die gegen die These des einen Sports sprechen, auch wenn sich einige Leutchen in die Tasche lügen das es ein solcher ist.

    Auf der einen Seite, wozu Abhärtungstechniken wenn es nur um das Kräftemessen geht ? Wozu Nehmerqualitäten entwickeln.Weil der Gegner einen nur friedfertig mit Wattebäuschchen bewirft ?

    Wozu braucht man das Verstärklen der Knochen per Makiwaratraining etc wenn man nur spielen will ? Ich würde mal sagen weil einem sonst der Partner im Turnier die Greten zerbeult.

    Warum lernt man denn das Abklopfen auf der Matte ?
    Eben weil es sehr schmerzhaft werden kann dank eingesetzter Gewalt. Warum wird die Gewalt eingesetzt ? Um den Gegener per Schmerz zur Aufgabe zu zwingen.

    Sieht man sich "Sport" arten wie Boxewn an, also bitte wenn ein KO keine Körperverletzung im technischen Sinne ist, oder blutige Nasen im Mu Thai, dann weis ich auch nicht.

    Also technisch wird defintiv Gewalt unterrichtet, da gibt es nichts zu deuteln.


    Dann kann man noch mit dem Mindset und der dahinterstehenden Absicht daherkommen. Warum betreibt man denn KK ?

    Es ist heut üblich den Friedfisch zu geben , das ist politisch und sozial korrekt, aber leider verlogen. Hominus lupus Homini !

    Wäre dem so, wieso werben dann viele KK mit dem Faktor SV ? Weil man auf der Straße den Vergewaltiger nach Punkten in die Flucht schlägt ?

    Das glaube nicht mal ich.
    Solche Vögel und andere gewalttätige agreifende Krimielle kriegt man nur mit Gewalt los, also einer ernsten auf das Schädigen des Gegeners ausgerichteten Gewalt. Das minimale Ziel ist den Angriff abzuwehren und weitere Angriffe zu unterbinden, sprich den Gegener kampfunfähig zu machen.

    Das heißt aber auch im Fazit das in den KK die ja angeblich nur sportlichen Zwecken dienlich sind es eben nicht nur darum geht nur um Punkte zu kämpfen, sonst wäre der ganze SV Kram bei Karate, Ving-Tschung etc einfach Nonsens.

    Das wiederum mündet darin, daß doch offensichtlich bei einem nicht unerheblichen Anteil der Trainierenden eben nicht der sportliche Aspekt im Vordergrund steht, sonst würde man dieses ja nicht als Werbemasche benutzen.

    Sie können sich mit Xyz gegen Angriffe wehren.

    Es ist witziger Weise das gleiche Konzept mit dem Karate z.B. ursprünglich entwickelt wurde, eben nicht als Sport sondern als KAMPF-Kunst.


    Meine Schlussfolgerung daher : Kampf-Künste sind eben dadurch vom normalen Sport abgegrenzt das es eben nicht nur um den Wettkampf geht.

  • ... nehmen wir doch mal als einfaches Beispiel das Biathlon:

    wer kommt schon auf die Schnapsidee, mir nichts dir nichts einfach so mit der Flinte auf dem Buckel zum Schilaufen zu gehen?

    Na, es werden wohl Partisanenkämpfer gewesen sein ...


    Trotzdem gehört es einfach nur zu den Wintersportarten, niemand spricht in diesem Zusammenhang von Kampfsport oder gar -kunst.


    Warum sollte das bei anderen Sportarten, deren Ursprung in der Notwendigkeit zu kämpfen liegt, anders sein?

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Gutes Argument, blos da ist es eben ein Nebeneffekt und nicht der Major.

    Übrigens die Skitaktik wurde vom relguärem Militär im WW I eingeführt, nix Partisanen. Blos wie gesagt, das ist beim Biathlon nur ein Nebeneffekt , aber nicht das worum es wirklich geht.

    Es geht um den Gedanken dahinter.

    KK lernt man um zu kämpfen im gewalttätigem Sinne, da läst sich nichts schönreden ausser durch die Faselblume.

    Andere Sportarten haben mit Sicherheit auch kämpferische Aspekte drin ( Fusballpartisanen ? ) blos darin geht es eben nicht primär um Gewalt.

  • hmm schon mal nen Rugbyspiel oder Juggerwettkampf gesehn ... also die bewerfen sich auch nicht gerade mit rosa Wattebauschen und machen ein auf super friedlich^^ also wenn da mal keine körperliche Gewalt im Spiel ist und das ist reiner Sport. Also wenn reiner Sport auch Gewalt oder direkten körperlichen Einsatz enthalten kann, na dann doch Kampfsport/kunst erst recht.


    Wer etwas mit Kämpfen macht, der macht das um zu kämpfen. Sei es um an Wettkampf teilzunehmen oder um es im SV-Fall anwenden zu können oder weil er eben sich gern mit den Dingen einer Kampfkunst beschäftigt, einfach nur aus Interesse. Das ich dann auch körperliche Mittel bzw Gewalt einsetze bzw das sich damit beschäftigen/auseinandersetzen beinhaltet ist doch logisch.


    Es gibts 3 arten von Kämpfen: mentalen wie im Schach, das sich messen in Wettkämpfen wie Hochsprung und das direkte gegeneinander im körperlichen Kontakt wo man auch körperliche Kraft und Mittel bzw Waffen einsetzt, sei es im Wettkampf oder für SV-Situationen. Wobei die meisten Sportarten ne Mischung sind und bei den letzten beiden eine gewissen Sportlichkeit vorteilhaft ist. Und man kann auch noch ein kämpfen gegen sich selbst hinzufügen.


    Aber Kampfkunst/Kampfsport/SV als reiner Sport und ohne Gewalt? Ne Kampfkunst/sport ohne Gewalt würde doch bedeuten ohne körperlichen Kontakt, ohne Gegner oder gar ohne großen körperlichen Einsatz - wie soll das gehen?


    Lernt man in einer KK ein Schlag, Tritt, Umgang mit einer Waffe etc. dann lernt man den Einsatz von Gewalt - lernt man das nicht, dann lernt man kein Kämpfen mehr im sinne von körperlichen sich wehren/auseinandersetzen. Bliebe also der mentale oder gegen sich selbst kämpfen übrig. Aber welche KK enthält keine Tritte, Schläge oder Waffen (oder andere Elemente) - also eine KK die nix lehrt was man im Sinne von körperlicher Gewalt einsetzen kann?


    Also bei den Wettkampf-Kampfsportarten hab ich eher weniger das Gefühl das die sich was vormachen und die Gewaltanteile ausblenden, das kommt doch eher von den friedlicheren KK's.


    Ich würde da lieber unterscheiden ob ich selbst aktiv angreife oder mir es nur ums wehen können geht. Wettkampf-kampfsportarten geht es ums gewinnen und dafür muss man auch selbst angreifen. In SV lernt man das logischerweise nicht. Hinzu kommt Wettkämpfer haben den Vorteil gegenüber Svlern, dass sie ihre Reaktionen trainieren, Wettkampfsituationen sind recht nah vom mentalen her an SV-situationen und der Gegner im Wettkampf spielt nicht mit und will selbst gewinnen.

    Wenn man dann noch ne SV-Gruppe erwischt die glaubt ohne Kondi und Fitnesstraining und nur mit Trockenübung oder Kata in ner realen Situation zu bestehen ... in nen Kendoturnier hat doch auch keiner ne Chance wenn er zig Jahre nur Kata übt.

  • Ich denke mal, das kommt drauf an, was man für sich daraus macht.

    Mache ich es nur für mich, zum Zwecke der körperlichen Ertüchtigung, Fitness, Flexibilität oder auch den Wettkampf, dann ist es Sport. Dabei muss ich mir dann aber auch keien Gedanken machen, für was wurden diese Techniken mal entwickelt, bzw. wieso ist das Regelwerk, wie es ist.


    Trainiere ich mit dem Ziel SV ist es mehr als ein Sport, aber das definiere ich ja für mich.


    Das Thema Gewalt ist dabei immer verknüpft, aber das ist es auch bei vielen anderen Sportarten auch, egal ob körperlich gegeneinander, gegen sich selbst, mental.

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • Wie ich schon sagte, beim eigentlichen Sport ist die Gewalt ein Nebenprodukt, in der KK hingegen der Sinn der Übung. Genau da sehe eben ich den Unterschied. Das man dabei auch noch fit wie ein Turnschuh wird ist hier eben der Nebeneffekt. Wenn es einem nur nur um Fitness ginge und man auf Gewalt keinen Wert legt, wieso dann KK ???

  • Weil es in der Nähe liegt, Preis/Leistung, Zusatzangebot eines großen Vereins, Spaß an der Art der Bewegung, ...

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • Hallo,


    jetzt bin ich leicht überrascht aber ich stimme den Gedanken von schnueffler zu.


    Ein gutes Beispiel bietet doch das Karate.

    In unserem Verein wird es überwiegend als Breitensport verstanden.

    Es werden die Techniken des Karate geübt, auch Kata und ab und zu auch Bunkai ( Analyse der Kata ), leichtes Kumite.

    Wettkampf nach dem Regelwerk des DKV da versucht sich inzwischen die Jugendgruppe.


    Ein anderer Verein in meiner Umgebung hat sich vollkommen für das Sport-Karate entschieden. Dort wird nur für den Wettkampf geübt und

    die Techniken mit Hand- und Fußschutz - fast wie im Leichtkontakt Kickboxen - ausgeführt. Wie es der DKV auf Turnieren durchführt.


    Besuche ich einen Lehrgang bei einem bekannten Meister.

    Dann erlebe ich Karate wieder anders. Wir üben auch die Techniken des Karate, laufen die Katas und bekommen Erläuterungen zum Bunkai.

    Nur bei ihm sollte eine Stoß- Schlag- oder Tritt-Technik die sein, die den Kampf entscheiden kann.

    Dann gehört auch hier eine geistige Einstellung dazu, wie sich einiges in den zwanzig Regeln des Shotokan finden lässt.


    1) Der Weg des Karate beginnt und endet mit Höflichkeit.

    5) Zuerst der Geist, dann Technik.

    15) Stelle Dir die Hände und Füße als Schwerter vor.


    Sehe ich mir Kendo an den Weg des Schwertes.

    Dann erkennt jeder sofort, das ist eine Kampfkunst oder Kriegskunst die ihren Ursprung nicht verleugnen will.

    Ein guter Schlag und alles ist vorbei.


    Wie in jeder Kampfsport-Art entscheidet der Geist mit - die geistige Einstellung, der Wille zu Sieg,... -wer den Angriff übersteht.

    Etwas das nicht nur in der Selbstverteidigung wichtig ist.

    Wer sich für das Hobby Kampfsport entscheidet, der möchte eben nicht Schach spielen oder Tennis.


    Daher wir haben hier nur Kampfsportler....

    es kann sich jeder fragen, warum er mit dem Kampfsport begann.


    ;)

  • Nun gut, vielleicht liegt mein Unverständnis in meiner Denkweise über das Tun an sich. Egal was man tut, man sollte sich auch aus meiner Sicht sehr bewußt drüber sein was man tut. Übe ich also eine KK, dann hat es eben etwas mit Gewalt zu tun, das läst sich nicht wegreden.

    Es geht darum den Gegner zumindest bei der Verteidigung kampfunfähg zu machen, auch bei Karate oder Judo. Dessen ist man sich doch eigentlich bewußt wenn man zum Training dackelt, oder man sollte es zumndest sein aus meiner Sicht heraus. Man weis also ganz genau, daß es eben kein normales bewgungsreiches Training ist.


    Schnüfflers Argument ; Was ist wahrscheinlicher ; Einen Tennis Turn oder Schwimmverein vorzufinden oder eine KK-Schule -

  • ...

    Schnüfflers Argument ; Was ist wahrscheinlicher ; Einen Tennis Turn oder Schwimmverein vorzufinden oder eine KK-Schule -

    Ich denke mal, das alles breit gestreut ist.

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • ... sorry, ich konnte es mir nicht verkneifen:

    Gesundheitskarate

    Da heißt es dann z.B.:

    "Die Techniken kommen aus dem traditionellen Karate, aber alles Kämpferische wurde daraus entfernt." ;)

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • ... sorry, ich konnte es mir nicht verkneifen:

    Gesundheitskarate

    Da heißt es dann z.B.:

    "Die Techniken kommen aus dem traditionellen Karate, aber alles Kämpferische wurde daraus entfernt." ;)

    Pratzentraining und Trittechniken....so friedlich. Stimmt aber, ich hab das Katana auch nur zum Haareschneiden.

  • Und hey wenns Fitnessboxen gibt, dann sollte es doch auch Fitnesskendo geben :P

    Na so ein Stäbchen mit Gewichten und schon wird es ein Fitnesstrend. 8)8)8)

    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  • KK und Sport waren immer schon ein Mix. Schon alleine damit man das kämpfen übern kann ohne ständig seine Trainingspartner umzubringen. Die Anteile dieses Mixes variieren natürlich.

  • Mmh, ich weiß nicht...dazu müsste man klären, was "Sport" überhaupt ist. Das wir heute modern als "Sport" verstehen, kam ja erst ab der Mitte des 19. Jhdts. auf, in dem es auf die breiten Massen abzielte. In elitären Kreisen gab es "Sport" schon immer, ob es Tennis, Reiten, Bogenschießen und anderes wahr. Irgend ein Arbeiter, der von Montag bis Samstag rackerte, hatte dafür weniger Ressourcen, obwohl es auch da Möglichkeiten gab: Varianten des Fußballs usw. Man wird immer Beispiele finden. Aber der Hintergrund einer körperlichen und geistigen Fitness wegen Sport zu treiben, kam erst mit Mitte des 19. Jhdts. in den Fokus.

    Fechten hatte ohne Frage stets einen militärischen Hintergrund, selbst das studentische Fechten hat für mich keinen sportlichen Hintergrund. der Knallsport hat momentan einen schweren Stand in Deutschland. Schusswaffen sind in unserer "guten" Gesellschaft verpönt und ländliche Schützenvereine mit ihren Uniformen und Märschen haben bei den aufgeklärten hippen Städtern ein gewisses Geschmäckle. Boxen ist was für dumpe Prollis und Ringen hat kaum mehr Aufmerksamkeit


    Ganz anders bei KK, welche nicht aus unseren Breiten stammen, insbesondere Fernöstliche. Klar machen wir die gerne zu unserem "Sport". Sie werden entschärft, der kriegerische Gedanke entfernt und es geht nur um Körper und Geist. Ommmm


    Hier liegt das strittigste Konfliktpotential bei KK´s in heutiger Zeit. Wie soll man es verstehen, wie soll man an die Sache heran gehen. Wie soll man Zanshin erklären, wenn es an sich um nichts geht, wie soll man konsequent handeln, wenn es doch keine Konsequenzen gibt...

    Das denke ich, muss jeder für sich entscheiden und jeder wird auch seine Ecke finden. Sei es mit "Sport" im Vordergrund oder sei es mit weitestgehend erhaltenen Merkmalen einer alten Kriegskunst. Klar leben wir in einer ganz anderen Zeit, als in der, in dem viele KK entstanden. Auf der anderen Seite darf man auch nicht vergessen, dass z.B. viele Samurai in der Tokugawa-Periode ebenfalls mit einem gewissen Konflikt diesbezüglich zu kämpfen hatten. Hier liegen die Wurzeln des "entschärften Kendo" dessen Weiterentwicklung viele heute betreiben. Ein verkrüppelter Samurai konnte kein Geld verdienen. Dennoch, als Sport werden sie das Ur-Kendo auch nicht gesehen haben.