Das Geschäft mit der Angst

  • Frauen stehen im Fokus der meisten Anbieter von Selbstverteidigungskursen. Eine "leichte Beute", denn der Mainstream macht deutlich: Frauen sind leichte und bevorzugte Ziele, es ist naheligend, dass der Wunsch, einen Selbstverteidigungskurs zu besuchen, gerade bei Frauen so groß ist. Und weiter wird das Kopfkino bemüht: Frauen möchten sich sicher fühlen, z. B. auf dem Nachhauseweg von der Arbeit oder dem Sport im Dunkeln. So oder so ähnlich wird das "Geschäft mit der Angst" am Leben gehalten...

    Wissen ist Macht. Weiß nichts? Macht was!

    Zu Beginn zwei Zitate, die eine gute Einleitung für das Thema sind:

    Hier ist die schockierende Realität:

    Die Flut an Schreckensmeldungen scheint endlos zu sein. Jedes Jahr werden 555.000 Menschen alleine in Deutschland Opfer einer Gewalttat. Das sind so viele Menschen, wie in Hannover leben! Fast scheint es, als wäre es nur eine Frage der Zeit, bis auch es auch dich und mich erischt. Alleine diese Vorstellung macht die meisten Menschen wahnsinnig.

    Ob du in der U-Bahn von 3 Jugendlichen angegriffen, auf dem Heimweg von einem Drogen-Süchtigen ausgeraubt oder auf einem Fest von Betrunkenen angepöbelt wirst. Die Liste der möglichen Übergriffe ist schier endlos und nur eins scheint sicher: Irgendwann wird irgendwas passieren und es wird DICH betreffen!

    Aus diesem Grund halten potenzielle Angreifer Frauen für ein leichteres Ziel und greifen diese bevorzugt an. Daher ist es naheliegend, dass der Wunsch, einen Selbstverteidigungskurs zu besuchen, meist von einer Frau kommt. Viele weibliche Kursteilnehmer möchten sich schlichtweg sicherer fühlen, wenn sie sich nach der Arbeit oder dem Sport im Dunkeln auf den Nachhauseweg machen.

    Auch wenn Männer in der Regel eher die Rolle des Angreifers innehaben, kann es ihnen genauso passieren, dass sie auf der Straße angegriffen werden, etwas von einer Gruppe oder Tätern, die zusammenarbeiten.



    Für die Recherche der beiden oberen Zitate habe ich – wie es wohl jeder getan hätte – gegoogelt und das Wort „Selbstverteidigungskurs“ als einziges Suchwort eingegeben. Das erste, oben abgebildete Ergebnis, springt einem geradezu ins Auge. Das zweite, oben abgebildete Zitat, habe ich ca. eine Minute später finden können, weil die im Google-Auswurf angekündigte Überschrift „Der Selbstverteidigungskurs – das sollten Sie wissen – Bußgeldkatalog“ sehr anziehend auf mich wirkte.


    Insgesamt zwei völlig unterschiedliche Zitate, mit zwei unterschiedlichen Vorgehensweisen der Werbung: Die eine laut polternd, offensiv, persönlich und konfrontativ, die andere leicht & locker, emphatisch, logisch aufgebaut und das beinhaltend, was man schon immer meinte, zu wissen. Aus meiner Sicht zwei hervorragende Beispiele für das Geschäft mit der Angst.


    Grundsätzlich haben die beiden oberen Zitate Parallelen, sozusagen eine „Antriebsfeder“, ohne die eine Werbung – für was auch immer – gar nicht möglich wäre: Die Schaffung eines Bedarfs. Genau hier beginnt das Geschäft mit der Frage, durch was sich am ehesten bzw. besten ein Bedarf entwickeln lässt. Die Antwort ist hier naheliegend: Durch eine ganz persönliche und individuelle Ansprache an das Sicherheitsgefühl eines jeden Mitbürgers.


    Das ungewöhnliche hierbei ist, dass diese Werbestrategie außerordentlich erfolgreich ist, obwohl die Faktenlage bezüglich der persönlichen Sicherheit der Menschen eine völlig andere ist, als von den "Erschaffern" der oberen beiden Zitate behauptet. Das ist der Trend: Die Kriminalstatistik ist seit Jahren in etwa gleichbleibend, gleichzeitig steigt die Angst bei vielen Menschen, Opfer einer Gewalttat zu werden. Da gibt es eine gewaltige Schieflage zwischen Fantasie und Realität.


    Das ist in etwa vergleichbar mit der Werbung für ein Waschmittel: Stellen Sie sich 3 Waschmittel vor. Das erste heißt „Versal“ und wirbt damit, unglaublich weiß und rein zu waschen. Das zweite heißt „Der kleine Muck“ und wirbt damit, noch ein bisschen weißer und reiner zu waschen, dies allerdings mit Strukturschutz. Das dritte heißt „Krümel“ und wirbt damit, die Wäsche so weiß zu waschen, wie kein anderes Waschmittel waschen kann, hat zudem noch einen Farbverstärker und eine Strukturveredelung. Sie haben den Trick längst durchschaut? Für welches Waschmittel würden Sie sich entscheiden? Für das mit den meisten Versprechungen? Warum sind Sie hier so standhaft und klar? Nicht anders funktioniert die Werbung für Kurse in der Selbstverteidigung.


    Bester Zeitpunkt, Sie mit Fakten zu beschäftigen. Keine Angst, es wird jetzt nicht unübersichtlich oder unverständlich. Ich präsentiere Ihnen im Folgenden einen absolut winzigen Auszug aus der Kriminalstatistik des Bundesministeriums des Inneren aus dem Jahr 2015:


    Statistik_-_Opfer.png


    Diese Statistik ist bewusst übersichtlich gehalten, damit die Botschaft daraus ebenfalls übersichtlich ist: Opfer von Gewalttaten sind zumeist Männer und nicht – wie immer wieder falsch behauptet – Frauen. Wie oben auch nachzulesen ist, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mann Opfer einer Gewalttat wird, ca. 40% höher als die bei Frauen. Lassen Sie bitte die Zahlen auf sich wirken…! Im Übrigen handelt es sich hierbei um Zahlen, die bereits seit Jahren recht stabil sind. Es handelt sich hierbei also auch nicht um eine Art „neue Entwicklung“. Hiermit fordere ich Sie dazu auf, dem Link zu folgen und weitere Zahlen für sich zu recherchieren. Sie werden sehen: Diese Zahlen spiegeln nicht im entferntesten die Realität wieder, welche sich die zu Beginn dieses Artikels erwähnten Zitate zu eigen machen. Vielleicht hierzu noch ein kleiner Auszug aus der o. g. Statistik:


    Aufgrund dieser Faktenlage wird es ziemlich schwierig zu erklären, warum gerade Frauen Angst haben müssten, Opfer einer Gewalttat zu werden. Dieses Wissen haben natürlich auch die Autoren derartiger Propaganda und versuchen, durch das Hinzufügen kopfkinolastiger Phrophezeihungen Druck auf die Zielgruppe auszuüben und dennoch einen Bedarf nach Sicherheit entstehen zu lassen. Wie in der Werbung üblich: Es wird etwas als Fakt verkauft, was in der Realität so nicht existiert. Die Grundlage hier: Angst. Dadurch wird gleichfalls der Bedarf geweckt, hier: Sicherheit. Und - wie sollte es auch anders sein - gibt es bereits die hierzu perfekt Lösung, sozusagen der passende Deckel auf dem Problemtopf, hier: Selbstverteidigungskurse.


    Sicherlich kann man sich nun darüber streiten, ob nicht doch die Teilnahme an so einem Kurs besser ist, als nicht daran teilzunehmen. Auf diese Frage würde sich letztlich die gesamte Thematik reduzieren müssen, um die adäquate Aufmerksamkeit an einem Kurs noch im Spiel zu halten. Meine persönliche Meinung dazu: Einerseits haben es Menschen nicht anders verdient, dass man ihnen das Geld aus der Tasche zieht, wenn sie tatsächlich glauben, sich über einen Kurs zu befähigen, in lebensgefährlichen Situationen zu behaupten. Andererseits müssten man sich – wollte man wirklich alle Aspekte eines „sicheren Lebens“ über Kurse abdecken – konsequenter Weise dann auch für alle anderen Angebote begeistern, wie z. B. Fahrsicherheitstraining, 1.Hilfe-Kurs, IT-Sicherheitskurse, Rechtskurse, etc. Das könnte leicht zu einer Lebensaufgabe werden.


    Aus diesen Gründen rate ich grundsätzlich dazu, sich nicht verrückt machen zu lassen und in Ruhe für sich selbst zu überlegen, was eigentlich genau der eigene Bedarf ist. Sollte es tatsächlich ein Bedürfnis geben, eine Kampfkunst oder einen Kampfsport zu betreiben, so meldet man sich am besten in einem entsprechenden Verein an und trainiert dort regelmäßig und nachhaltig. Hierzu gibt es keine Alternative. Enttäuscht? Schauen Sie doch in alle anderen Sportarten: Ich habe noch von keinem einzigen Sportler gehört, der gut wurde, in dem er einen Kurs besucht hat. Wer gut werden will, muss regelmäßig trainieren, was alternativlos ist.


    Für Fragen, Anmerkungen, Kritik, Widerspruch und besseren Argumenten ist hier eine Menge Platz... ;)

  • Ich präsentiere Ihnen im Folgenden einen absolut winzigen Auszug aus der Kriminalstatistik des Bundesministeriums des Inneren aus dem Jahr 2015:

    ... also in diesem Thread sollen wir uns alle Siezen ...

    auch gut:

    Ich glaube, Sie haben übersehen, dass diese Statistik, was Frauen betrifft, nur den öffentlichen Bereich erfasst,

    weil nämlich die Gewalttaten im häuslichen Bereich selten zur Anzeige gebracht werden,

    und wenn das denn doch einmal der Fall ist, dann werden solche Anzeigen häufig auch wieder zurückgezogen.


    Im öffentlichen Bereich werden Frauen wohl auch deswegen seltener zum Opfer, weil eine erhebliche Zahl von Frauen,

    die bei uns leben, auf Grund ihrer sozialen Situation von vorn herein in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind.


    Insofern ist die genannte Statistik also mit Vorbehalten zu betrachten ...


    Aber ja, es ist richtig:

    mit Angst kann man gute Geschäfte machen,

    das gilt aber nicht nur für das Angebot von SV-Kursen,

    sondern auch für alle möglichen andere Produkte aus dem Life-style-Bereich ...

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Die genannte Statistik ist in sofern nicht mit "Vorbehalt" zu genießen, als das sich in ihr sämtliche "Grauzonen" nicht wiederspiegeln können, also auch die jener Taten nicht, bei denen Männer und Jungen Opfer wurden, dies aber nicht zur Anzeige brachten, was z. b. auch im Bereich des sexuellen Missbrauchs so manche Statistik durcheinander werfen könnte, sollten "Grauzonen" emotionale Zahlen hinterlassen können. Allerdings: Das ist immer so und macht die enorme Differenz von 40% bei weitem nicht weg. Auch schmälert oder verbessert sie das Ergebnis nicht. Insofern ist und bleibt diese Statistik eine relativ konstante Größe und gleichfalls Spiegel der Realität. Daher wird ja auch so eine Statistik gemacht... wie ich bereits erwähnte: Das Gefühl ständiger Bedrohungen bei den Individuen steigt bei gleichbleibenen tatsächlichen Zahlen.


    Komischerweise wird auch immer dort, wo nicht Frauen als Opfergruppe dargestellt werden, erklärt, warum dies so nicht sein kann. Mainstream und somit in der Gesellschaft wahrgenommene Realität ist die, dass Frauen grundsätzlich Opfer sind. Ich persönlich finde das eine ziemlich schräge Angelegenheit und würde mir wünschen, dass die Zahlen des BMI (und die anderen dort befindlichen Statisktiken) endlich auch mal in das kollektive Bewußtsein eintauchen - gerade auch bei den Frauen.

  • Komischerweise wird auch immer dort, wo nicht Frauen als Opfergruppe dargestellt werden, erklärt, warum dies so nicht sein kann. Mainstream und somit in der Gesellschaft wahrgenommene Realität ist die, dass Frauen grundsätzlich Opfer sind. Ich persönlich finde das eine ziemlich schräge Angelegenheit und würde mir wünschen, dass die Zahlen des BMI (und die anderen dort befindlichen Statisktiken) endlich auch mal in das kollektive Bewußtsein eintauchen - gerade auch bei den Frauen.

    ... ok., nehmen wir also einmal an, dass genauso viele Männer wie Frauen Opfer häuslicher Gewalt werden,

    weil es genauso viele prügelnde und vergewaltigende Frauen wie Männer gibt ...

    Dann bleibt also die Tatsache, dass Männer im öffentlichen Bereich häufiger Opfer von Gewalt werden als Frauen.

    Warum ist das so?

    Ich behaupte, das ist deshalb so, weil eine große Zahl von Frauen, die in unserem Lande leben,

    sich eben nicht im öffentlichen Bereich frei bewegen, weil ihre Verhaltensweisen durch eine etwas andere Sozialisation bestimmt sind,

    als wir sie hier normalerweise kennen. Die zugehörigen Männer hingegen haben keine Probleme mit der Bewegungsfreiheit,

    so dass sich im öffentlichen Raum plötzlich eine Überzahl an Männern befindet,

    was natürlich auch erklärt, dass mehr Männer als Frauen in diesem Bereich zum Opfer werden ...


    aber noch einmal:

    was das 'Geschäft mit der Angst' angeht, so sind wir durchaus einer Meinung ...

    Suche das Einfache und misstraue ihm.

  • Na ja, das Leben hat ein Problem, es endet zumeist tödlich....

    Lustig gemeint ?
    Teiweise nur.

    Inzwischen leben wir in einer Gesellschaft wo die Angst vor Allem und Jedem geschürt wird.

    Das fängt bei der Gewalt an ( Jeder ist ein potentielles Opfer ! ) geht über die Ernährung ( Ernähren sie sich gesund, nur Zuckersmoothies sind gut für sie ) , quer über die Gesundheitsmasche ( Machen sie Strampelyoga, nur das hilft ! ) bis hin zum Älterwerden ( Sie haben ein graues Haar tuen sie doch etwas um Gotteswillen, sie werden alt......).

    Das Ganze garniert mit den Schönsten Horrorszenarien : Mein Gott wenn das Net ausfällt sind wir ja in der Steinzeit ! ( Erstaunlich ich bin in der Steinzeit geboren worden )

    Ich frage mich immer öfter wozu der ganze Affenzirkus ?

    Ich habe nicht vor mich durch diesen grenzdebieln Schwachsinn ausnehmen zu lassen, denn um Nichts anderes geht es. Es geht darum den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen.

    Was die Sache aber so unendlich bitter macht und den Scherz in einen Hohn verwandelt ist das Fakt sollte wirklich mal etwa passieren, die ach so wohlmeinende Gesellschaft und Industrie ist eben nicht für einen da. Die Opfer der Gewalt läst man zumeist alleine mit der Sache fertig werden und so weiter.

    Das Einzige womit man immer rechnen darf : Wenn es zu spät ist wird unter Garantie jemand betroffen und gucken sein.

  • Deine Argumentation irritiert mich: Du pochst auf "häusliche Gewalt", suggerierst eigentlich damit, den Zahlen des BMI nicht glauben zu wollen und schreibst im Endeffekt, dass wir im Punkt "Geschäft mit der Angst" einer Meinung sind. Für meinen Geschmack zuviel hin- und her. Mir fehlt eine klar Linie bzw. eine klare Aussage darüber, was genau Du mit deinem Statement im Bezug auf das Thema sagen willst. Abgesehen davon würde ich mir wünschen, dass Du vllt. in einigen Punkten konkreter werden würdest, wie z. B. bei "...eine große Zahl von Frauen..." Das hätte ich - bitteschön - zum verstehen der von dir wirklich gemeinten Größe entweder konkret mit Quelle oder als dein eigenes Empfinden deklariert, dann gerne mit einer Erklärung, aus welcher Quelle du hier schöpfst - erklärt! ...was genau ist denn konkret diese Größe "eine große Zahl" eigentlich...? 100, 1000, jede 3. Frau, jede 6. Frau? Mal ne letzte dumme Frage dazu: Gibt es auch männliche Opfer häuslicher Gewalt?


    Ansonsten würde ich mir wünschen, gradlinig beim Thema zu bleiben, welches Ausdrücklich die klaren Zahlen des BMI im Bereich der Opfer von Gewalt beinhaltet und nicht die von dir gewünschte Sichtweise, einschließlich deiner Schätzungen. Für mich ist der Kontext eben vor allem "das Geschäft mit der Angst", wobei ich mich auf 2 Zitate bezog, die in ihrem Zusammenhang suggerieren, Frauen würden häufiger Opfer von Gewalttaten werden, was so faktisch einfach nicht der Realität entspricht.

  • Ich möchte nochmals auf Folgendes hinweisen:

    Die Anti-Frauen-Pogrome an Silvester 2015 in Köln haben keinerlei relevanten Anstieg bei den Kriminalstatistiken aus Köln bewirkt. Jeder sollte sich überlegen, was dies bedeutet für die Themen "Statistiken" und "Lebenswirklichkeit von Frauen in Westdeutschland." Soviel ist sicher: Wenn mehrere hundert Frauen von hunderten Männern in einer westdeutschen Stadt massiv bedrängt werden bleiben die Statistiken sauber, weiß und rein und die Matrix jubiliert.

    Eines vermute ich auf jeden Fall: In Zukunft werden die Frauen in Köln und in anderen westdeutschen Großstädten noch weniger Anzeigen stellen, wenn sie so wie in Köln, Hamburg und einigen anderen Städten von einer Gruppe Männern umringt werden und ihnen die Finger in alle Körperöffnungen eingeführt werden. Warum auch sollte eine Frau sich dies antun? Die Kölner Silvesterpogrome haben der ganzen Welt gezeigt und bewiesen: Man kann als Täter in Deutschland in der Gruppe Frauen sexuell missbrauchen während die Polizei so wie in Köln daneben steht, das Risiko, dafür vor Gericht bestraft zu werden, ist äußerst gering, das haben die Kölner Silvesterpogrome zweifelfsfrei und für jeden erkennbar bewiesen. Umgekehrt ist es für eine Frau enorm schwierig, Täter, die aus der Gruppe heraus agieren, am Ende gerichtsfest zu identifizieren, auch das haben die Kölner Silvesterpogrome bewiesen. Selbst bei einem einzelnen Täter ist der Tatnachweis für eine Frau schwer, bei den Gruppen-Taktiken noch schwerer.

    In dubio pro reo ist ein richtiger und wichtiger Rechtsgrundsatz!!! Für eine Frau bedeutet es aber, dass sie bei einem Sexualdelikt es schwer hat, die Verurteilung des Täters zu erreichen. Daher haben die Frauen so wie die Frauen bei den Kölner Silvesterpogromen nur eines auf ihrer Seite: Das Notwehrrecht, ihre Notwehr-Kenntnisse und hoffentlich innere Stärke. Selbst die Männer verteidigen in der heutigen Zeit ihre eigenen Frauen nicht mehr, auch das haben die Kölner Silvesterpogrome der ganzen Welt gezeigt. In kaum einem anderen Land der Welt verteidigen so wenige Ehemänner und Freunde ihre Frauen gegenüber Angreifern, diese Botschaft müsste nach den Kölner-Silvesterpogromen in der ganzen Welt bekannt sein und alle Straftäter sowie die Matrix sehr erfreuen!


    Frage für die Mit-Denkerinnen: Wie viele Frauen waren an Silvester 2016 noch auf der Kölner Domplatte? Wenn die ängstlichen Frauen alle zu Hause bleiben, werden die Statistiken noch weißer, noch blütenreiner, noch schöner und die Matrix jubiliert.


    Ich kenne Frauen, die gehen nicht mehr in der Öffentlichkeit Fasching bzw. Karneval feiern: Alle diese Frauen, die zu Hause bleiben, verschönern die Statistiken.

    Durch den massiven Polizeieinsatz in Köln an Silvester 2016 sind die Statistiken natürlich auch schön, aber sie bleiben auch 2015 an Silvester schön wie eine Rose im Morgentau.

    Viele Frauen werden selbst im Gerichtsgebäude noch als Zeuginnen von den Tätern und von deren Freunden und Angehörigen der Täter beleidigt und bedroht. Warum sollte sich eine Frau, die vergewaltigt wurde, im Gerichtsgebäude erneut verbal vergewaltigen lassen von dem Täter oder von dessen Freunden, wenn sie die geringe Aussichten auf die Verurteilung des Täters kennt? Warum sollte sich eine Frau, die vergewaltigt wurde, vom Anwalt des Täter als X, Y und Z beschimpfen lassen, währen die Angehörigen und Freunde des Täters laut lachen?


    Welcher Vater, welcher Onkel würde seiner Tochter oder Nichte im Jahre 2017 empfehlen, sich im Gerichtssal den Freunden des Vergewaltigers aususetzen, die als Zeugen irgendwelche Märchen erfinden und laut lachen über die Pein des Opfers?


    Ich kenne viele Frauen, die selbst oder deren Freundinnen angegriffen wurden. Zur Polizei gingen die wenigsten. Warum wohl?


    Ich habe das Glück, dass ich zwei hübsche Nichten habe.

    Ich habe das Pech, dass meine beiden hübschen Nichten in Westdeutschland im Jahre 2017 leben. Und sie werden in regelmäßigen Abständen belästigt. Von wem und warum nach Aussage meiner Nichten die Belästigungen jedes Jahr mehr werden schreibe ich nicht, mit Rücksicht auf die Gefühle all der Menschen, die lieber im Schlaf der Matrix von den guten alten Zeiten träumen, in denen sich die Frauen noch in Sicherheit bewegen konnten.

    Wenn ich an die nächste Generation denke: Ich kann mich nur schämen dafür, dass meine Generation nichts für die Sicherheit der Frauen getan hat. Aber immerhin kann ich für mein Gewissen eines sagen: Ich habe meinen Nichten immer gesagt, in welchen Notwehr-Situatioen sie sich in Westdeutschland wiederfinden werden.


    Das Glück hilft der Frau, die vorbereitet ist!! Und zur Vorbereitung gehört für jede Frau in Westdeutschland, Frankreich und Belgien im Jahr 2017 eine sehr gute Kenntnis des Notwehr-Rechts, legal zu führende Notwehr-Werkzeuge, Kenntnis der Nächsten- und Feindesliebe, Escrima-Kenntnisse oder Kenntnisse einer sonstigen Waffen-Kunst, Humor und positives Denken.

    Wer positiv denkt wird deutlich seltener angegriffen. Aber auch positives Denken ist für eine Frau im Jahre 2017 nicht mehr genügend, wenn sie in Deutschland, Frankreich oder Belgien lebt.

    tOpfer von Gewalttaten sind zumeist Männer und nicht – wie immer wieder falsch behauptet – Frauen.

    Die Fragen die sich für mich hier stellen lauten:

    Hätte ein Mann es nicht viel besser verhindern können als eine Frau, dass er ein Opfer wird, indem er fleißig Gewichte stemmt?

    Hätte ein Mann es nicht viel besser verhindern können als eine Frau, dass er ein Opfer wird, indem er fleißig seinen Körper abhärtet?

    Hätte ein Mann es nicht viel besser verhindern können als eine Frau, dass er ein Opfer wird, indem er fleißig seine Schnellkraft trainiert?

    Hätte ein Mann es nicht viel besser verhindern können als eine Frau, dass er ein Opfer wird, indem er fleißig an seiner Körpersprache und an seinen verbalen Skills arbeitet?

    Hätte ein Mann es nicht viel besser verhindern können als eine Frau, dass er ein Opfer wird, indem er fleißig Sparring betreibt?

    Hätte ein Mann es nicht viel besser verhindern können als eine Frau, dass er ein Opfer wird, indem er fleißig einen Kampfsport oder eine Kampfkunst oder beides zusammen trainiert?

  • Aufgrund dieser Faktenlage wird es ziemlich schwierig zu erklären, warum gerade Frauen Angst haben müssten, Opfer einer Gewalttat zu werden.

    Falsch es ist einfach zu erklären. Fakten sind Fakten und Angst ist Emotion. Das Eine korrelliert bei Menschen nicht unbedingt mit dem Anderen. Außerdem kommt bei Frauen das Problem hinzu, das von den Gewalttaten gegen sie der sexuelle Anteil höher ist.

  • Ich behaupte, das ist deshalb so, weil eine große Zahl von Frauen, die in unserem Lande leben,

    sich eben nicht im öffentlichen Bereich frei bewegen, weil ihre Verhaltensweisen durch eine etwas andere Sozialisation bestimmt sind,

    als wir sie hier normalerweise kennen. Die zugehörigen Männer hingegen haben keine Probleme mit der Bewegungsfreiheit,

    so dass sich im öffentlichen Raum plötzlich eine Überzahl an Männern befindet,

    Also ich sehe sehr viele Frauen im öffentlichen Raum. Von den Immigranten werden ein paar Frauen zu Hause eingesperrt, aber sonst kann ich das nicht bestätigen.

  • Wow, ein Thema mit viel Potential zur Diskussion und Kontroverse.

    Der "Schutzbedarf" ist recht hoch, steigt weiterhin und somit kann man damit auch (viel) Geld verdienen. Selbstverteidigung ist kein männliches oder weibliches Thema sondern ein menschliches.
    Nur gestehen sich das viele Männer nicht ein, schließlich sind wir doch alle richtige Kerle. Hier stellt der weibliche Teil der Bevölkerung mit Sicherheit die einfachere Zielgruppe dar.
    Meiner Meinung nach wird hier allerdings auch viel Panik gemacht! Nach wie vor leben wir in einen sicheren Land. Man sollte Ruhe einmal nachdenken was sein persönlicher Bedarf ist und wie er ihn decken kann.


    Ein Kurs ist ein Kurs und bliebt ein Kurs. Er kann nur ein Einstieg sein und nichts ersetzt ein regelmäßiges Training.
    Auch wenn ich in ein Wespennest stoße, behaupte ich das auch KKs nur bedingt SV tauglich sind.

  • Hallo


    das Geschäft mit der Angst.

    Ist eigentlich der falsche Titel.. denn ich kann nur ein Produkt verkaufen, wenn auch Bedarf vorhanden ist.

    Wenn ich jetzt sehe, dass auch in meinem Verein eine Abteilung einen Kurs für " Selbstverteidigung auf dem Programm " hat, dann

    muß eine Nachfrage bestehen.


    Dann sei mir verziehen, wenn ich den Statistiken der Behörden - auch in meinem Bundesland - nicht mehr alles abnehme.

    Leider mußte auch die Polizeibehörde in Würzburg, München... zugeben, dass bestimmte Strafanzeigen nicht verwendet wurden, um die Bevölkerung nicht zu ängstigen.

    Daher kann ich die Bild-Zeitung verteufeln...aber meine übliche Tageszeitung berichtet von vielen Delikten überhaupt nicht.

    Was ist daher die bessere Lösung? Verschweigen....?


    Aber auch der Beitrag von Wilhelm Tell,

    sollte doch sehr nachdenklich machen. Besonders nachdem bei den vielen Anzeigen zu Silvester Nacht 2015 in Köln - trotz massiver Anzeige bei der Polizei - die Frauen erleben durften, den Tätern passiert nichts.

    Oder betrachte ich eine Bewährungsstrafe bei einer Verhandlung - als die Abschreckung !


    Das Geschäft mit der Angst .. wird weiter bestehen bleiben.

    Denn was konnte jeder sehen, der sich die Silvester-Nacht in Berlin auf dem TV angesehen hat. Polizei , Polizei , Absperrungen....

    ist das die Zukunft in unserem Land?



    Gruppe heraus agieren, am Ende gerichtsfest zu identifizieren, auch das haben die Kölner Silvesterpogrome bewiesen. Selbst bei einem einzelnen Täter ist der Tatnachweis für eine Frau schwer, bei den Gruppen-Taktiken noch schwerer.


    Leider wurde auch in einigen politischen Talk -Sendungen , genau das bestätigt, was Wilhelm Tel vorgestellt hat.


    Was ich hervorgehoben habe, sind Sätze die mich sehr betroffen machen.

    Sind wir Männer wirklich die " Weicheier " geworden die nicht mehr in der Lage sind, ihre Frauen oder Freundinnen zu beschützen.

    Die einzigen Männer, die in der Silvester-Nacht in Köln positiv aufgefallen sind, das waren die Türsteher und die " Zuhälter die ihre Pferdchen "

    beschützten denn ohne Geld gibt es da keine Leistungen.


    Ich kann mich irren.

    Was ich erwartet hätte, eine klare Kampfansage der politisch Verantwortlichen in NRW ( Köln hatte die meisten Opfer ) und aller anderen Bundesländer.

    Das unterbinden wir. Dafür haben wir Polizeikräfte frei und wenn dafür ein Fußballspiel in einem großen Stadion nicht durchgeführt werden kann.

    Aber da habe ich meine große Bedenken.

    Wie schon ein Polizeibeamter - ich würde mich schämen - sagte, wir konnten die Frauen in Köln nicht schützen, da wir zu wenig Kräfte vor Ort hatten.

    Diesem Argument kann ich nicht folgen. Steht der Schutz der Täter vor dem Schutz der Opfer? Denn wenn Schlagstock und Pfefferspray nicht mehr helfen,

    dann gibt es noch eine andere Möglichkeit.


    Das Geschäft mit der Angst... hat seine Ursachen in unserer Gesellschaft.

    Wer sich mit Leibwächtern oder Personenschützern umgibt, der kann da nicht mitreden.

    Es ist leider , besser sich entsprechend auf eine Selbstverteidigung vorbereiten und der Gefahr aus dem Wege gehen, wenn es möglich ist .


    Die Frage wäre daher, ist das Geschäft mit der Angst.....

    nur aus unseren Träumen entstanden oder leider doch nicht.





  • Bitte: Das Thema ist: Geschäft mit der Angst. Themen sind nicht: Darf man Statistiken glauben, Weltverschwörungstheorien, der Vergleich Frauen- vs. Männer-Opfer, Silvester in Köln, Frauenrechtler, u. ä. Sollte Interesse daran bestehen, über derartige Themen zu diskutieren, öffnet ein eigenes Thema im Forum. Meine Absicht war nicht, ein Thema zu erstellen, um es kurz darauf zu verwässern... ich bitte darum, das Thema also ernst zu nehmen oder - die alternative - sich an anderen Themen auszulassen.


    EDIT: Die obigen Beiträge werde ich so stehen lassen, obwohl ich die Beiträge von WilhemTell eigentlich grundweg löschen müsste, weil OT und Stimmungsmache = Behauptungen, ohne Beweise/Belege. Künftig werden derartige Beiträge gelöscht und die Ersteller verwarnt.

  • Was ich an der Geschäftemacherei irgendwie bemerkenswert finde ,geht man ganz normal durch Berlin, man sieht nur sehr, sehr selten wirklich mal irgend eine Gewalttätigkeit. Ausländer fallen nicht über Frauen her, Straßenräuber gibt es aber die klauen halt zumeist nur, ohen Gewalt etc. Also sagt doch eigentlich die eigene Beobachtung das es nicht so gefährlich ist wie es dargestellt wird.

    Trotzdem verkaufen sich die Angstprodukte wie geschnitten Brot.

    Wie weit dieser Blödsinn geht, sieht man z.B. daran das immer mehr Alarmanlagen instaliert werden.Woher ich das weis ? Es jaulen immer mehr vollkommen sinnfrei los. Als Ergebnis kümmert sich kein Mensch mehr wenn so ein Ding loswimmert, also haben sie genau null Effekt. Das müßte eigentlich jeder bemerken, aber nein, es werden trotzdem immmer mehr..Das Geschäft mit der Angst und den scheinbaren Lösungen blüht auch hier.

  • Gute Beispiele. Für mich ist das Problem, nicht mehr immer genau zwischen sinnvoll und unsinnig entscheiden zu können. So z. B. wird ja immer wieder von der Polizei darauf hingewiesen, die Wohnung besser gegen Einbrüche abzusichern. Damit einhergehend müssten all diejenigen ein "mulmiges Gefühl" bekommen, die für derartige Sicherheitsupdates kein Geld haben. Wohingegen das "Geschäft mit der Angst" im Bereich der Selbstverteidigungskurse absolut boomt - da werden keine Kosten gescheut, wobei die Werbung (siehe obigen Zitate) genauso auf das persönliche Sichreheitsgefühl abzieht - soweit zumindest kann ich das aus meiner eigenen Beobachtung heraus erklären. Offensichtlich haben wir in uns mehrere Bereiche, die sich mit dem Thema "persönliche Sicherheit" auf völlig unterschiedliche Weisen beschäftigen und offenischtlich in der Konsequenz zu anderen Beurteilungen kommen.

  • Das Geschäft mit der Angst.


    In meinem Verein habe ich die weiblichen Mitglieder immer gefragt warum Sie zum Training kommen.


    Die natürlich subjektiven Antworten reichten von mir ist mal was passiert bis wenn mal was seien sollte möchte ich „vorbereitet“ sein.


    Einige sind mit Ihrem Partner gekommen einige Alleine.


    Ich glaube nicht, dass sich die Frauen insgesamt von einer Hysterie anstecken lassen.


    Viele werden Ihre Erfahrungen bereits gemacht haben, der Austausch innerhalb der Frauen wird auch funktionieren.


    Das jetzt besonders viel Propaganda im Umlauf ist, Frauen sollten „SV“ lernen kann ich nicht sehen.


    Die Frauen werden schon wissen warum sie sich für „SV“ interessieren und wenn es erstmalig eine Eingabe in google ist.

  • Es geht nicht um eine "Hysterie"! Es geht darum, wie man - wenn man sich denn für z. B. einen SV-Kurs interessiert - auf eine möglichst seriöse Art an für sich passende Informationen kommt. Ich unterstelle mal, jeder wird schon wissen, warum er/sie sich für irgendetwas interessiert - dafür ist man nun auch erwachsen. Damit aber fängt ja die ganze Sach erst an... "sich interessieren" ist ja zunächst mal etwas völlig unverbindliches und wenn es dann z. B. - wie Du es erwähnst - eine Eingabe in Google ist, trifft man evtl. auf genau das, auf das ich oben gestoßen bin und schon sind wir im Bereich der o. g. Zitate und dem "Geschäft mit der Angst". Nicht vergessen: Genauso bin ich vorgegangen... bei Google die Eingabe "Selbstverteidigungskurs"...

  • Naja die Statistik bildet halt aktenkundige Einzelfälle ab.


    Die Frauen, die sich vorgenommen, haben kein Einzelfall einer vollendeten Straftat zu werden, tippen halt Ihre Anfrage in google ein.


    Was wäre den deiner Meinung nach eine seriöse Information zum Thema Frauen SV die man im Netz schnell finden sollte?

  • "das Geschäft mit der Angst. Ist eigentlich der falsche Titel.. denn ich kann nur ein Produkt verkaufen, wenn auch Bedarf vorhanden ist."


    Falsch!

    Denn wenn kein Bedarf da ist, ich aber etwas verkaufen möchte, muss ich Bedarf schaffen!


    Und so postet man immer wieder, wie ach so gefährlich unsere Straßen sind und das regelmäßig Frauen (und auch Männer) Opfer von Übergriffen werden.

    Somit schaffe ich eine Wirklichkeit in den Köpfen, die einen Bedarf weckt.


    Das funktioniert übrigens schon immer und ist eine beliebte Werbestrategie!

  • Da stellt sich mir nur eine Frage : Wenn ich per Postings, Werbung eingetrichtert bekomme alle Bäume sind blau und ich gehe nach draussen, und oh Elend sie sind grün; wie soll das gehen ?

    Ich kann ( oder will vielleicht auch nicht ) glauben das sich die Leute ihr Hirn derartig weich spülen lassen. Bei normaler Werbung schüttle ich schon den Kopf, aber bei solchen Dingen ; da krieg ich fast den Schüttelkrampf.

    Die sehen doch die gleiche Realtiät im normalen Leben wie ich auch und da ist Gewalttätigkeit eben die absolute Ausnahme, Wunderwaschmittel gibt es nicht etc....

    Oder sollte ich in meiner turbo arrgoganten Phase doch recht gehabt haben das die meisten Menschen einfach dumm sind ?

    Ich weis es nicht.