Beiträge von Paladin

    Das ist möglich, weil es im Kampfsport mittlerweile nur um Ego und Kohle geht. Meine Erfahrung ist die, dass eigentlich nur die wenigsten "das Zeug" dazu haben, gut zu werden. Hierzu DIES. Das Problem ist, dass viele gar nicht wahr haben wollen oder erkennen können, dass "gut sein" nicht einfach etwas ist, das einem zufliegt. Man muss dafür etwas tun und zwar nicht nur irgendwas sondern ziemlich konkret. So muss man z. B. über Jahre konsequent und regelmäßig am Training teilnehmen, wobei "teilnehmen" das falsche Wort ist. Besser wäre "ackern" oder "keulen". Aber das ist in jedem Sport so... Fußball ist das das beste Beispiel. Viele glauben, die könnten gut Fußballspielen. Komischerweise findet man die nicht in den oberen Ligen. Dort, z. B. in der Bundesliga, finden sich nur Sportler, die sich eben Jahrelang abgerackert haben und immer noch "ihr Bestes" geben. Warum das im Kampfsport anders ist? Nunja - da bin ich wieder am Anfang. Ego und Kohle. In meiner Schule hatte ich einen ähnlichen Fall. Ein ehemaliger Schüler, der bei uns seit Kindesbeinen trainiert hat... hat sich zwei bis drei Jahre zurückgezogen und trainiert und will nun mit einer eigenen Schule die große Kohle machen. Dabei weiß ich ja nun, was er kann und sehe, was er dazugelernt hat. Es wird immer dann schwierig, wenn man von sich denkt, man könnte alles und hätte auf jeden Fall das Zeug, noch mehr zu können. Selbstbetrug. Ich persönlich fand es hauptsächlich schade, dass dieser Schüler seine Wurzeln vergessen hat und damit überhaupt nicht wertschätzend umgeht.


    Problem ist aber auch, dass es zumeist kein einheitliches Curriculum gibt bzw. sich jeder sein eigenes Zusammenzimmert. Darum kann sich jeder so nennen, wie er will und sich die größten und besten Titel selbst verpassen. Letztlich liegt es eben auch an den Interessenten. Wenn die sich schlauer machen würden, könnte man denen so leicht nichts vor machen. Die Realität ist aber: Im Kampfsport ist die Erde eine Scheibe und das glaubt dir jeder...

    Oh Gotte... wenn Intellektualität eine Sprache wäre...


    Meine Meinung zu Notre Dame: Ich habe immer gedacht, dass es sich beim Christentum um Nächstenliebe handelt und das es u. a. darum deht, den Ärmsten der Armen zu helfen. In diesem Kontext frage ich mich, wie es sein kann, dass innerhalb eines Tages eine knappe Milliarde Euro zusammengekommen sind. Kann mich nicht erinnern, das ein solchen Betrag in so kurzer Zeit für die Hilfe von z. B. notleidenden Kindern irgendwo auf der Welt zusammengekommen wäre.


    Das ist das "morderne Christentum". Kirchen sind eben wichtiger als Menschen. Wer das verstanden hat, ist ein guter Christ.

    In absoluter Konsequenz ist das Leben farbig und facettenreich. Unser Problem: Kontrolle. Alles wollen wir kontrollieren und merken gar nicht, dass uns mit dieser Methode 99% der Schönheit der Welt flöten geht. Carpe diem. Jede Sekunde bewusst wahrnehmen, statt nur zu funktionieren...

    Anzubieten hätte ich Dir für Dein Budget ein nigelnagelneues Apple MacBook Air 13,3 Zoll (128GB SSD, Intel Core i5 8. Gen., 1,60GHz, 8GB) - lies nach, wie teuer es so wäre.

    Im Grundsatz ist das Thema "Mobilität" und "Lebensqualität" keinesfalls neu. Neu sind m. M. n. eher ein paar der Zielgruppen, die man evtl. nicht gleich im Kopf hat: Bettlägrige und Verwirrte beispielsweise. Allerdings finde ich - nach wie vor - bewegen wir uns mit der Qualität der Inhalte noch weit oberhalb der Wasseroberfläche. Genau das ist es, was ich auch beim Internetauftritt von Euch lese. Einerseits sind die Informationen äußerst dürftig und eher "Grob-Denkerisch", andererseits durch eine - sicherlich gewollte - geschwollenen Sprachgebrauch äußerst schlecht nachzulesen und zu verstehen.


    Spontan frage ich mich, wenn das Angebot denn für die o. g. Zielgruppen sein soll: Warum nicht einfach erklären, dafür aber konkreter werden? Das wäre meine Kritik. Da ich einer sozialen Profession nachgehe und bei einer Behörde arbeite, kenne ich viele dieser Ansätze, häufig auch unter dem Begriff "Physio-Therapie" gebündelt...

    Hm... mir geht es da wohl auch so, wie Kibon. Ich kann mit dem Link nicht so richtig etwas anfangen. Ich lese da auch nichts Zusammenhängendes über "ein Programm". Die vielen Verlinkungen helfen da auch nicht weiter. Letztlich fehlt mir zum dem Begriff "A.T.K." ein passendes Pendant... es soll sich dabei aber nicht um Affektkontrolltraining handeln? Sorry aber aus den o. g. Gründen finde ich den Link äußerst verwirrend, denn der, welcher etwas zu sagen hat, sagt es und weißt nicht darauf hin, dass er zwar etwas weiß, man aber lieber jemand anders fragen sollte...

    Ja, das sehe ich auch so. Wir haben keinen Widerspruch sondern nur eine andere Auslegung für ein und die gleiche Sache. Aber genau das ist der Punkt: Wir interpretieren. Das ist dann nicht mehr die Realität, sondern unsere Sichtweise bzw. unsere Interpretation (so nenne ich das) der Realität. Niemand weiß, was passiert. Natürlich können wir die örtlichen Ereignisse in der Realität - mehr oder weniger - mitbestimmen. Wir können auf die Straße gehen und so uns selbst, als auch andere Menschen gefährden. Dabei bleiben allerdings die Realitäten, also z. B. die Straße, die Sonne, evtl. Häuser, Bäume etc.


    Ich habe allerdings immer noch nicht verstanden Ida, warum wir uns darüber unterhalten... ich vermisse den Zusammenhang zum Hauptthema ;)

    Wenn Du das so siehst, bleibt aber von der 'Realität' nicht mehr viel übrig.

    Ida - du irritierst mich. Die vielen Definitionen (z. B. Duden, Wikipedia) sind eindeutig, klar und ergänzen sich untereinander. Würdest Du mir bitte meine obigen Fragen beantworten? Ich bat Dich um Beispiele - kannst Du die erbringen oder nicht? Warum hast Du Wikipedia mit dem "Zweitrangigen" zitiert und nicht den eigentlichen Abschnitt?


    Dann zu Deinem letzten Post, mit dem ich - ehrlich gesagt - wenig anfangen konnte, weil er alles aber auch nichts sagt. Also: Worauf beziehst Du Dich, wenn Du erwähnst: "Wenn du das so siehst"? Was sehe ich - deiner Meinung nach - also wie? Warum sollte dann von der Realität nichts mehr übrig bleiben? Das habe ich am wenigsten verstanden. Wenn ich sage, dass die Realität so ist, wie sie ist, muss da weder was hinzu, noch weggetan werden. Warum auch?


    Ich nenne mal einige Beispiele: Vorausgesetzt alle Menschen - außer blinde Menschen - sehen nur eine einzige Sonne am Himmel; Vorausgesetzt die Sonne strahlt Wärme aus; Vorausgesetzt die Sonne macht den Tag hell. Vorausgesetzt alle diese Faktoren sind für alle Menschen gültig, wäre das eine Realität. Gegenstände fallen nach unten. Ebenso eine Realität. Warum? Die Anziehungskraft der Erde. Eine Realität. Die Luft um uns herum, ebenso eine Realität. Wir haben Lungen und können atmen, aber nicht unter Wasser. Da müssen wir immer Luft holen, wenn wir keine Sauerstoffgeräte bei uns haben. Ebenso eine Realität. Menschen können nicht fliegen, so, wie Vögel es können. Wir benötigen dazu Fluggeräte. Ebenso eine Realität. So könnte ich jetzt weiter machen. All das sind Realitäten. Warum? Weil die Dinge so sind, wie sie sind. Für alle Menschen auf diesem Erdball sind diese Realitäten gleich. Dann gibt es die Realitäten, die nicht für alle gleich sind, wie z. B. die Verteilung von Wohlstand, Krieg, Hunger, etc. Diese Dinge sind für uns keine Realität, aber für diejenigen, die in bestimmten Ländern leben. Eine weitere Realität ist, dass genau aus diesen Gründen Menschen aus ihren Ländern fliehen.


    Du siehst, Realitäten sind unglaublich umfangreich und zusammenhängend. Im Gegensatz zu dem, was Du vertanden haben willst. Aber eines bleibt: Die Realität ist da und nicht verhandelbar. Die Sonne ist da. Sie bleibt da, auch würdest Du behaupten, sie ist nicht da. Wie warm eine Sonne ist oder wie hell sie scheint liegt wiederum im Auge eines jeden Menschen. Das verstehe ich unter "Interpretation". Es gibt nur eine einzige Realität auf die jeder Mensch mit seinen individuellen Filtern schaut. Der Mensch macht dann aus dieser Realität seine Interpretation. Dennoch bleibt die Realität. Die Sonne bleibt also am Himmel, auch wenn sie für dich nicht so hell oder so warm strahlt und das ist eine Realität, die Du durch nichts verhindern, abschwächen, ergänzen oder weglassen kannst.


    Letztlich fehlt mir hinter all dem, was Du geschrieben hast, Deine eigene Sichtweise - ich weiß nicht, worauf Du hinaus willst... ein großes Geheimnis? Insgesamt würde mich - sozusagen als letzte Frage - außerordentlich interessieren, was genau Du im Bezug auf das Oberthema zum Ausdruck bringen möchtest. Für eine Diskussion ist es immer hilfreich, aufeinander einzugehen bzw. zu reagieren. Irgendwie habe ich das Gefühl, Du bist woanders...

    Wir sollten ein Meeting organisieren. Leider habe ich auf diesem Gebiet keine großen Erfahrung. Deswegen denke ich, wäre ein Brainstorming angebracht. Hierzu die Fragen:


    1. Wann sollte ein Forumstreffen stattfinden... welches Halbjahr... gibt es einen favorisierten Monat?
    2. Was wollen wir machen/unternehmen. Also einfach so'ne Art "Seminar", wo jeder was dazu beisteuert? Was für Ideen gibt es sonst noch?
    3. Wenn Euch noch andere Dinge einfallen, dann unter diesem Punkt...

    Zu meiner Studienzeit durfte als Quellenangabe "Wikipedia" nicht genommen werden. Grund: Praktisch jeder kann dort verändern. Allerdings gibt es zu bestimmten Themenbereichen immer bestimmte Quellen, weil es immer Menschen gibt bzw. gab, die ein Thema bereits versucht haben, zu durchleuchten.


    Ich persönlich finde, dass es naturwissenschaftliche Fächer einfacher haben, denn hier lässt sich vieles regelrecht beweisen. Bei den Geisteswisschenfaften fängt es an und hier wird es m. E. schwierig. Alles lässt sich - wenn man will - demontieren, zerreden. Notfalls zieht man sich mit einem "mit Dir kann man nicht diskutieren"... oder - übergeordnet - "das Thema ist schwierig und zu komplex für diese Diskussion" aus der Affäre. Zumeist geht es dann um Gesichtswahrung. Will sagen: Einerseits gibt es da das - offensichtlich für einige - immer problematischere Umfeld von Themen, andererseits Menschen, die immer weniger informiert sind, sich aber informiert fühlen und auch so agieren (Stichwort: Konfliktkultur).


    Das Problem sind also aus meiner Sicht weder die Themen, noch die Quellen, sondern die Menschen.

    Ida... das verstehe ich nicht. Unter Deinem Link finde ich:


    Als Realität wird im allgemeinen Sprachgebrauch die Gesamtheit des Realen bezeichnet. Als real wird zum einen etwas bezeichnet, das keine Illusion ist und nicht von den Wünschen oder Überzeugungen einer einzelnen Person abhängig ist. Zum anderen ist real vor allem etwas, das in Wahrheit so ist, wie es erscheint, bzw. dem bestimmte Eigenschaftenrobust“ – also nicht nur in einer Hinsicht und nicht nur vorübergehend – zukommen (→ Authentizität). Realität ist in diesem Sinne somit dasjenige, dem „Bestimmtheit“ zugeschrieben werden kann. Ein intentionales Objekt (z. B. eine Überzeugung, eine Einschätzung, eine Beschreibung, ein Bild, ein Film oder Computerspiel) gilt dann als realistisch, wenn es die Eigenschaften der darzustellenden Wirklichkeit in vielerlei Hinsicht und ohne Verzerrungen wiedergibt (→ Realismus).


    Das ist, was ich unter "Realität" in Wikipedia gefunden habe und zwar ganz am Anfang, zuerst, also unmittelbar. Außerdem vermisse ich den gesunden Menschenverstand. Realität ist das, was um uns herum ist und was wir alle gleich sehen, spüren, wahrnehmen. Das habe ich bereits erwähnt. Die Sonne z. B. - ist die Sonne Realität oder haben wir da eine unterschiedliche Realität? Meinst Du vielleicht eher, dass wir unterschiedliche Wahrnehmungen haben bzw. die Realität unterschiedlich interpretieren?


    Unterschiedliche Realitäten also. Das solltest Du dann wirklich mal genauer erklären - vielleicht auch mit Beispielen?


    Ida: Es ging nicht um "häusliche Messer" sondern um "häusliche Gewalt". Damit habe ich beruflich zu tun. Weder habe ich in meinem Beruf beobachten können, dass zunehmend Messer bei häuslicher Gewalt eingesetzt werden, noch, dass überhaupt viele Messer in diesem Bereich zum tragen kommen. Auch kenne ich keine einzige Statistik, die einen derartigen Zusammenhang herstellt. Von daher bin ich wieder bei der Realität, die so ist, wie sie ist.


    Dem Rest kann ich nur zustimmen: Es ist alles subjektiv. Genau das ist die entscheidende Aussage. Es wird sich weniger an die Realität gehalten und mehr an dem, wie Menschen diese Realität interpretieren und geldlich nutzbar machen können, da SV-Kurse ein riesiges Geschäft sind, von dem viele Anbieter leben. Das ist aber nichts Neues, denn so funktionieren nunmal Verkaufsstrategien. Von daher haben sie ein unmittelbares Interesse daran, subjektive Sichtweisen bzw. Interpretationen der Realität als "die Realität" zu verkaufen.


    Bei den "großen Meistern" hängt dann natürlich auch Glaubwürdigkeit dahinter. Mit so einem Hintergrund werden Diskussionen schwer.


    Zum Thema: "existierende" Realität möchte ich mich hier nicht wiederholen. Ich empfehle, den Blog zu lesen. Ein Ausschnitt:


    Demnach ist die Realität das, worauf wir alle (jeder Mensch) schauen und das, was für alle gleich ist: Bäume, Häuser, Autos, die Sonne, das Wetter, Kaufhäuser, Feiertage, etc. Die Realität endet und mündet in die Individualität, wenn sie von Personen interpretiert wird. So können Bäume – je nach Sichtweise – groß, stark oder am wachsen sein. Straßen sind für den Einen zu eng, für einen Anderen zu holprig. Das Wetter ist dem Einen zu warm, dem anderen zu nass. Kurzum: Der Baum, der am Straßenrand steht, ist Realität. Der schmale Baum am Ende der Straße hingegen die Interpretation der Realität. Irritierend ist es und interessant wird es, wenn Menschen Realitäten interpretieren aber der festen Überzeugung sind, die Realität selbst zu beschreiben.

    Wenn eine Person etwas sieht, was andere Personen nicht sehen und was nicht für alle gleich ist, handelt es sich entsprechend um eine Vorstellung, eine Phantasie, eine Illusion, etc. der Person oder – exakter ausgedrückt – um deren Beobachtung. Um es an einem praktischen Beispiel zu verdeutlichen: Menschen behaupten, UFOs gesehen zu haben. Wenn alle anderen Menschen auf der Welt dieses UFOs ebenfalls gesehen hätten, wären UFOs Realität – so, wie es auch Flugzeuge sind. Realität diesbezüglich ist allerdings, dass nicht alle Menschen UFOs gesehen haben, womit die Behauptung der Menschen, es gebe UFOs, lediglich durch deren Beobachtung gedeckt wird aber keinesfalls Realität ist.

    OK. Wenn man voraussetzt, es gibt eine 2. Realität neben der existierenden Realität, macht alles Sinn. Das ist dann das "Pipi-Langstrumpf-Syndrom": Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt.


    Dazu zwei konkrete Fragen mit der Bitte um zwei konkrete Antworten:


    1. Welche "sich wiederholenden Muster" sind gesichert, an denen man sich an der Realität annähern kann?

    2. Welche Statistiken belegen, dass ein Messer "...vor allem im Bereich häuslicher Gewalt eingesetzt"... wird?

    Da sind einige durchaus interessante Gedankengänge dabei, trotzdem kann man sich der Realität annähern. Ich selber mache ja weder KK noch KS, sondern vertrete die " Combatives/RBSD "-Ecke und damit ist es nicht nur mir, sondern auch vielen anderen bereits gelungen, einigermaßen heile rauszukommen.


    Es geht ja nicht darum eine Situation 1:1 nachzubilden - was nicht möglich ist, da eben zuviele unbekannte Faktoren im Spiel sind - aber es beginnt schon mit Kleinigkeiten. Ich habe einer JJ-Gruppe mal geraten, in normaler Kleidung und draußen zu trainieren. So eine kleine Maßnahme sorgte schon für das erste Aha-Erlebnis. Ich selber schwöre auf gut gemachtes Szenariotraining ( inkl. Videoanalyse hinterher ) und immer wieder verändernden Abläufen und Faktoren ... daß ist schon verdammt nah dran am Ernstfall.

    Da hast Du aber nicht alles gelesen. Es geht so z. B. um Realitäten. Die sind nicht so, wie Du sie beschreibst, sondern so, wie sie sind - das nennt man "Realität". Deswegen habe ich diesen Begriff auch so ausführlich erklärt. So z. B. macht eine Videoanalyse nur Sinn, wenn fest steht, dass dieses Szenarium so oder so ähnlich verlässlich auf der Straße abläuft, um Rückschlüsse auf eine ähnliche Tat zu nehmen. Die Realität: Tut sie aber nicht. Jeder Ernstfall ist anders. Auch ein Training mit sechsfacher Kleidung, in einer Tief-Tiefgrage mit 1000 Gegnern wäre immer noch ein Training, wobei der Ernstfall ein Ernstfall bleibt. Die nächste Komponente: Das Bewusstsein. Dieses sagt den Teilnehmer nämlich ziemlich deutlich, dass sie sich im Training befinden. Im Training steht der Deal: Niemand verletzt den anderen. Diesen Deal gibt es auf der Straße nicht. Das Bewusstsein auf der Straße sagt: Shit - dass ist ein Ernstfall... jetzt geht es um Gesundheit oder Leben. Der Körper sagt: Ich muss dringend auf Toilette. Das Adrenalin sagt: Knie, bitte zittern. So ein 1:1-Szenarium kommt nicht mal in die Nähe eines im Körper ablaufenden biologischen Ernstfall-Prozesses.


    Derartige körperliche Reaktionen lassen sich einfach nicht trainieren. Der Mensch versucht zwar immer wieder, die Natur so gut es geht zu kopieren, dabei bleibt das Ergebnis aber nur eine fehlerbehaftete Kopie und wird nie das Original erreichen! Ich wiederhole das gerne, weil man darüber auch immer gerne hinwegsieht: Auch gestandene und erfahrene Kampfsportler werden Opfer von Gewalttaten. Nicht, weil sie ihre Techniken falsch eingesetzt haben, sondern, weil die Täter einfach cleverer, brutaler, planvoller und strategisch vorteilhafter agierten und ihre Vorteile besser ausgespielten.

    Was ich in Deinem Post absolut vermisse, ist der/die Täter. Für Kampfsportler nichts besonderes, denn sie gehen zu 99% vom Verteidiger aus. Das Problem in der Realität: Nicht das Opfer, sondern der Täter führt. Er ist derjenige, welcher den Takt vorgibt. Im Kampfsport und diesem 1:1 Szenariotraining spielen Angreifer eher eine Statistenrolle. Sie sollen lediglich überraschen und das Opfer zu einer Reaktion zwingen. Im Szanrio sind "Gegner" eher Dummys... sie wehren sich kaum bis gar nicht. Ganz sicher ist das mit nichts in einem Ernstfall zu vergleichen. Täter besitzen in der Regel Waffen, mindestens ein Messer. An dieser Stelle motiviere ich dazu, die Statistiken von Messerangriffe hinzuzuziehen. Im Ernstfall sind Messer aus scharfem und spitzen Metall und sorgen für schöne große Schnitte und tiefe Stiche - abgesehen von der Schockwirkung, dem Ausbluten und dem Adrenalin im Blutkreislauf, der die Spirale von Druckausgleich und Blutverlust nur noch ankurbelt.


    Und noch ein Kritikpunkt: Wer sagt eigentlich, dass eine Aggieren vom Opfer grundsätzlich gut ist? Aus den Erfahrungen wissen wir: Mal führt eine Gegenwehr zum Erfolg, mal bewirkt sie, dass der/die Täter noch brutaler zuschlagen. Daraus nur den Schluss zu ziehen, Gegenwehr ist grundsätzlich wichtig, finde ich nicht nur völlig falsch, er trifft einfach nicht den Kern der Realität. So ist das im Kampfsport allerdings insgesamt: Sie trifft nicht den Kern der Realität sondern suggeriert den Anwendern eine Schein-Sicherheit. Aber ist dann ein "sich nicht wehren" grundsätzlich eine gute Entscheidung? Nein. Aber wenn beides keine gute Idee ist - was dann? Einfach: Improvisationstalent. Im Ernstfall muss man sich auf seine Beobachtungsgabe und sein Können fokussieren. Man muss improvisieren können. Diejenigen, die "1000 Techniken für 1000 Gelegenheiten" trainiert haben, werden da schlecht dran sein (= schlechte Reaktionszeitwerte, weil viele Entscheidungsschritte).


    Auch gibt es mittlerweile so viele Videos über plötzlich und unerwartete Angriffe. Von daher kann ich nicht verstehen, dass man immer noch so, wie vor 100 Jahren, seinen Selbstverteidigungsstil durchzieht. Ein Gedanke gefällt mir übrigens besonders: Die Masse der Opfer von Gewalttaten sind keine Kampfsportler. Bedeutet: Sie haben weder ein Szenariotraining noch langjährige Erfahrungen in irgendeinem Kampfsport. Und doch: Sie kommen heil aus einem Ernstfall heraus und besiegen Täter. Anders erklärt: Die Masse an Menschen, die einen Ernstfall überlebt haben und Täter überwältigten, besiegten oder in die Flucht schlugen, sind und waren keine Kampfsportler. Die Botschaft: Um in einem Ernstfall zu überleben und sogar Täter zu besiegen ist das Training einer Kampfsportart nicht zwingend notwendig. Auch das ist Realität.


    Sorry für die klaren Worte, aber irgendwie müssen wir uns der Realität stellen bzw. nähern, die nicht so ist, wie wir wünschen, dass sie ist. Ob ich mit all dem sagen will, dass das Training eines Kampfsportes völlig sinnlos ist? Nebenkriegsschauplatz. Aber: Würde ich es sagen wollen, hätte ich es gesagt und zwar genauso klar, wie ich alle anderen Dinge erwähnt habe.

    Hallo liebe Forengemeinde,


    endlich schaffe ich es, zum Jahresende mal wieder einen eigenen Thread zu erstellen. Ich will hier jetzt gar nicht groß auf die Pauke hauen, von wegen, was dieses Jahr so alles passiert ist. Viel lieber möchte ich allen Usern, Moderatoren, Interessenten und Förderern des KKF danken! Für meine Familie und mich ist die (Vor)Weihnachtszeit, die Zeit dazwischen und der Jahreswechsel i. d. R. eher Stressfrei. Es ist unser Deal, in dieser Zeit das zu machen, was wir gerne machen möchten. Ob wir dabei dann viel oder wenig Arbeit haben, ist egal, weil wir das, was wir tun, dann ja gerne tun.


    Wir werden nicht wegfahren, sondern die Zeit in unserem Haus verbringen. Meine Tochter, die am 24.12. auch noch Geburtstag hat, sowie mein Sohn, sind natürlich dabei. Heiligabend gibt es bei uns traditionell Raclette, weil wir es lieben, möglichst lange am Abendbrotstisch zu verweilen. Am 1. Feiertag mache ich dann eine Putenoberkeule mit Rotkohl und Kartoffelklöße. Als Nachtisch die Welfenspeise- ein absoluter Genuß! Am 2. Feiertag kommen die drei Schwestern meiner Frau einschl. Neffen und Nichten. Darauf freue ich mich schon sehr, denn vor allem die Neffen sind äußerst intelligent und diskussionsfreudig. Wir Brunchen dann, jeder bringt dazu etwas mit. Soweit mal unsere - sehr grobe - Weihnachtsplanung.


    Wie feiert ihr oder feiert ihr gar nicht? (Höre ich immer öfter, viele wollen diesem Hype entfliehen).


    Also: Allen noch einmal ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr! Lasst es euch gut gehen, was immer das auch heißen mag...:thumbup:


    Gruß

    Andy

    Anmerkung Um Missverständnisse zu vermeiden: Nicht das ganze Forum wäre dann für Gäste frei, nur die beiden - sozusagen - "Unterforen" die das betriffen würde...

    In der Tat fehlt hier nun die Anonymisierung. Der Grund: Das dafür verantwortliche PlugIn ist mittlerweile veraltert. Wir müssen nun überlegen, wie wir damit umgehen. Lösung Nr. 1: Wir bieten kein anonymes Forum mehr an. Lösung Nr. 2: Wir öffnen das Forum für "Gäste", der User erscheint dann auch nur als "Gast". Ob es noch eine 3. Lösung gibt, weiß ich noch nicht, da bin ich gerade dran, denn ich weiß, dass man auch über ein PlugIn einzelne User anonymisieren kann...