Beiträge von Paladin

    FMA-Workshop mit Andy Güttner


    Veranstalter:

    Sai-Fon e. V. in Nienburg/Weser


    Geschäftsstelle:

    Hauptstraße 10

    31636 Linsburg

    Email: info@sai-fon.de

    Tel.: 05027 - 900290 (AB)


    Wann:

    1. Tag: Samstag, 26.10.2019 von 14:00 Uhr bis 18:00 Uhr

    2. Tag: Sonntag, 27.10.2019 von 10:00 Uhr bis 14:00 Uhr


    Preise:

    Ein einzelner Tag: 65,- EURO

    Beide Tage: 90,- EURO


    Workshop Ort:

    Halle des Holthorfer Sportvereins (HSV)

    Am Dobben 25a

    31582 Nienburg/Weser


    Teilnehmerzahl:

    unbegrenzt



    Kursinhalte:

    • Single Stick /Sumbrada Drill / Disarm & Counter
    • Messer / Loopdrill / Punch Counter Solutions
    • Kadena de Mano to Panantukan
    • Doppelstock / Sinawali Prinzipien / Applications
    • Pratzentraining / Sikaran & Takedowns
    • Reaktives Training in der Gruppe „No Retreat, No Surrender“ mit/gegen Stock & Messer
    • „Menue of the Day“ – lasst euch überraschen!


    Die Inhalte des Workshops richten sich auch an den Bedürfnissen der Teilnehmer aus. Bei den o. g. Inhalten handelt es sich lediglich um einen Fahrplan. Wünsche und Vorschläge sind herzlich willkommen und können mit einbezogen werden.


    Sonstige Infos

    • Das Seminar ist Stil-offen! Jeder Interessent aus dem Kampfsport, der Kampfkunst oder der Selbstverteidigung ist herzlich eingeladen. Dementsprechend bleibt es jedem selbst überlassen, ob er in traditionellen Anzügen oder in einfacher Sportbekleidung am Seminar teilnimmt.
    • Bilder und Videoaufnahmen sind während des gesamten Workshops am Samstag und am Sonntag nicht gestattet!
    • Trainingsmaterialien, wie Stöcker, Messer, Brillen, etc. sind mitzubringen.
    • Nach dem Training am Samstagabend ist geplant, gemeinsam in einem Restaurant zu Essen. Wer daran teilnehmen möchte, meldet sich hierfür bitte kurz unter info@sai-fon.de an.
    • Übernachtungsmöglichkeiten (Hotels, Gästezimmer, etc.) werden auf Wunsch mitgeteilt, auch ist es möglich, in der Halle zu übernachten. Auch hierfür bitte unter info@sai-fon.de vorher anmelden.


    Kurz zu Andy Güttner:

    Andy ist Dipomsportlehrer und Sportmanager und leitet seit 2010 mit seiner Frau die Kampfkunstschule „RoninZ“ in Weingarten, in der er Filipino Martial Arts und Ju-Jutsu-Do unterrichtet. Er lernte maßgeblich von Jeff Espinous und Johann Skålberg innerhalb der IKAEF (International Kali Arnis Eskrima Federation) und im Kali Sikaran. Seine Graduierungen: Lahong Guro IKAEF (6. DAN), 6. DAN Ju-Jutsu-Do, 4. DAN Ju-Jutsu und 2. Dang Viet Vo Dao. Andy ist außerdem Autor einiger Kampfkunstbücher und DVDs. Dabei reicht die Palette von Pratzentraining über Waffentraining, Basics der Filipino Martial Arts bis zu Kubotan.


    Weitere Infos:

    Homepage: http://www.sai-fon.de

    Kontakt per Email: info@sai-fon.de

    Kontakt per Tel.: 05027 - 900290 (AB)

    Ich glaube, dass es im Leben um Erkennstnisse geht. Eine Erkenntnis für mich ist, dass man Älter wird. Eine weitere Erkenntnis ist die, dass die Blickwinkel, aus denen man schaut, entscheidend für die Rückschlüsse sind, die man so im Leben zieht. So kann man z. B. Dinge aus dem Blickwinkel eines Kindes, des anderen Geschlechts, eines Vogels oder eines Wurms sehen. Interessant werden diese Blickwinkel mit der Idee, dass alle Blickwinkel gleichwichtig sind. Manchmal relativiert sich nur mit dieser Methode einiges und manchmal merkt man, dass man Dinge ernst genommen hat, die es nicht Wert sind, und Dinge vernachlässigt hat, die wertvoll sind... wie gesagt: Alles eine Frage des Blickwinkels...

    OK. Bist Du denn generell unzufrieden mit dem Karate, was Du trainierst? An wen richtet sich Deine Kritik, wer soll davon profizieren und - vor allem - wer soll (kann) etwas ändern? So leicht stelle ich mir das nicht vor und ich kann mir auch vorstellen, dass Deine Sichtweise bei einigen Trainierenden nicht gerade auf große Zustimmung stößt...?

    Kajihei bevorzugt alte Meister, Paladin offensichtlich auch, ich tue das so pauschal nicht. Das ist ein Meinungsunterschied über den es nicht lohnt zu diskutieren.

    Da ich mir gerade die Beiträge noch einmal genauer Anschaue, möchte ich doch eines klar stellen: Paladin bevorzugt keine alten "Meister" sondern kann schon mit dem Begriff "Meister" nichts anfangen. Ich bevorzuge gute Trainer, um das vllt. noch klarer und konkreter zu formulieren: Ich bevorzuge Menschen, die es schaffen, ihren EGO im Training zugunsten der Vermittlung von Techniken, Strategien, Prinzipien, etc. absolut im Hintergrund zu halten. Ein Trainer sollte sehr nahe bei den Trainierenden sein, sich vor keiner Frage scheuen und auch in der Lage sein, Fehler einzugestehen.

    Ich bin mir da insgesamt nicht ganz sicher...


    Zum ersten Thema: Timing ist zentraler Punkt des Jeet Kune Do, den Bruce Lee bereits in seinem Jun Fan Gung-Fu - also ziemlich früh - mit einbrachte. Rythmus ist das Zauberwort und wenn man so etwas nicht besitzt, weiß man natürlich auch nichts z. B. über einen Halfbeat - in den FMA größtenteils auch als Gunting eingesetzt. Ich halte mich da - ehrlich gesagt - lieber an Leute, die mit Tradition überhaupt nichts am Hut haben und sich bewusst für progressive Systeme entschieden haben. Damit kommt dann auch das Progressive denken. Es wäre so z. B. schlimm, sollte ein Faustschlag nie Enden oder nur dadurch Enden, weil man ihm aus rhethorischen Gründen kein Ende zuordnet, womit i. d. F. dann etwas nur beendet werden kann, wenn etwas danach beginnt.


    Richtig ist m. E., das jede Technik sehr wohl einen Anfang und ein Ende hat. Um die Art Deiner Beispiele aufzugreifen: Du gehst morgens zum Bäcker, um Brötchen zu holen. Du verlässte das Haus - Anfang - und kommst wieder zurück - Ende. Rhethorisch ist für mich, zu erklären, dass Brötchenholen wäre nur zu Ende, weil danach das Frühstück kommt. Lebenspraktisch gehst Du zum Bäcker und kommst wieder zurück. Wenn wir hier die gleichen Erfahrungen gemacht haben, haben wir eben einen Anfang und ein Ende.


    So funktionieren Techniken. Meinen Schülern erkläre ich immer - gerade wegen des Timings - dass Schläge nur schnell kommen können, wenn man einige Regeln beachtet: So z. B. muss man zuerst locker bzw. entspannt sein, bevor man schlägt, sonst können Schläge nicht schnell werden. Dann sollte man zuvor vermeiden, eine Faust zu machen, weil die wiederum nur über Spannung erzielt wird. Eine Faust vorher kontakariert also Schnelligkeit. Power und Kraft benötigst Du lediglich im Moment das Aufkommens Deiner Waffe auf das Ziel, dann wir wieder sofort entspannt, um die eigene Waffe wiederum schnell zum Körper zu ziehen. Bedeutet: Man sollte einerseits den eigenen Takt haben, innerhalb dessen eine Technik geschlagen wird, benötigt dafür aber auch die Idee des Taktes der Bewegung des Gegners. Taktgefühl ist sozusagen im Jeet Kune Do zentraler Ansatz jeder Technik. Wie gesagt: Dann gibt es da noch die Halfbeats, mit dem ich z. B. nicht nur eine Abwehr sondern - im Zwischentakt, also nicht Synchron sondern zeitversetzt - einen Angriff verbinden kann.


    Zum Zweiten Thema: Ich habe da nicht verstanden, wie Du von einem Kreuz-Block auf die FMA schließen kannst. Denn im gezeigten Video wird deutlich, dass es da eigentlich keine Blöcke gibt, insgesamt werden Waffen eigentlich auch nicht abgeblockt, zumindest nicht so, wie man es im Karate versteht. Das Arme sich hier und da überkreuzen ist m. E. unvermeidbar. Das hat aus meiner Sicht aber überhaupt nichts mit der Erklärung zu tun, warum es im Karate einen Kreuzblock gibt. Vielleicht zuer Erinnerung: Die FMA sind wesentlich älter, als das Karate und ein geschichtlicher Blick zeigt, dass es zwischen beiden Systemen kaum zu überschneidungen kommt. Letztlich sind die FMA ein völlig anderes System mit wirklich völlig anderen Voraussetzungen, Bewegungsabläufen, Zielen und einer überaus beeindruckenden Erfolgsgeschichte, was reale Kämpfe angeht.


    Würde Dir gerne real mal zeigen, was passiert, wenn ich Dich mit einem Messer angreife und Du würdest einen Kreuzblock machen oder auch nur mit einem Arm blocken. Habe Dir dazu mal ein Bild angehänft von jemanden, der ebenfalls dachte, Messer mit Blöcken abwehren zu wollen. In diesem Fall hatten wir - zum Vorteil des Fragestellers - die Messer durch Eddings ersetzt. Beachte mal den Ärmel des waffenführenden Armes - ich glaube es fällt sofort auf, welchen Arm ich meine?


    Will sagen: Was ihr im Karate über so einen "Kreuzblock" denkt und welche Philosophie damit im Karate verbunden ist, kann ich nicht sagen. Dafür habe ich auch das Shotokan-Karate nicht lang genug trainiert. Wo ich allerdings unruhig werde ist, wenn bei so einem Thema die FMA als Beispiel genommen werden, da diese - auch was Abwehrhandlungen, Eigensicherung, Timing und Strategie anbelangt - völlig andere Grundsätze vertreten. Das Hände bei Verteidigungsaktionen gekreuzt werden, lässt sich - glaube ich - nicht immer vermeiden. Allerdings: Beim Trapping - einer inhaltlichen Distanz der FMA - kann man da leicht in die Falle geraten, weil bei einem überkreuzen der Arme vor dem Gegner diese durch den Gegner im ungünstigsten Fall ziemlich einfach mit einer Hand "getrappt", also kurzzeitig bewegungsunfähig, gemacht werden kann.


    So etwas solltest Du Dir mal in Real ansehen.


    Das war meine Kritik an den beiden Blogs. Wie gesagt: Diskustiert man diese Dinge nur aus dem Blickwinkel "Karate" mag es seine Richtigkeit haben. In Verbindung mit anderen, wesentlich progressiveren Systemen, wie z. B. das Inosanto Lacoste Kali, sind diese Dinge m. E. eher an der Realität vorbei diskutiert.

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    Sehe gerade, dass ich dir noch Antworten "schuldig" bin:


    Mit "sicherlich gewollt" meine ich, dass sich dieses eigenartige Deutsch durch die ganze Seite zieht. Damit kann ich Abstand von einem "versehen" nehmen... oder? Ich finde es auch - zumindest - irritierend, wie auf der Anfangsseite z. B. "geistig" und das "Selbst" erklärt (?) wird, wenn es sich denn um eine Erklärung handeln soll. Will sagen: Als erwachsener Normalleser unterliegt man ganz sicher bereits den reiflichen Fähigkeiten, diese Begriffe für sich zu erklären - auch wenn es um die Erfassung der entsprechenden Synonyme bzw. Bezeichnungen geht. Ich persönlich habe mich gefragt: Was genau will mir der Autor erklären? Die tatsächliche Erklärung, was eine "geistige Selbstverteidigung" ist, fehlt allerdings. Da wird sich m. E. in Worten verloren.


    Ich bitte darum, mich nicht miss zu verstehen: Ich habe einen großen Respekt vor dem Wissen, auch vor DEINEM Wissen. Ich bin mir nur nicht immer über den Weg sicher, wie sich dieses Wissen in die Welt hinaustragen lässt, wenn es sich selbst nicht die Tür zur Welt öffnet. Oder ist die eigentliche Absicht die, dass es sich um "elitäres Wissen" handelt, die Sprache sozusagen der "Key" ist, der erst entschlüsselt werden muss, wobei mit "Key" ein gewisser IQ gemeint ist?


    Die Aufgabe eines Moderators ist - einerseits - die Beiträge der User mit unserer Boardregeln abzugleichen und immer dann eingreifen, wenn Beiträge nicht den Boardregeln entsprechen. Ein Moderator hat aber auch - andererseits - die Aufgabe, Diskussionen insofern zu begleiten, als dass sich die geschriebenen Emotionen im Rahmen halten und das Wissen bzw. gesicherte Erkenntnisse einen unbedingten Vorrang vor "Schweinchen-Schlauereien", Besserwissen und Recht haben einnehmen. Letztlich setzen Moderatoren die o. g. Regeln mit dafür geeigneten Sanktionen durch.


    Als Administrator sorgt man dafür, dass dieses Forum - nicht nur technische - am Leben bleibt (Stichwort: Hosting, Webspace), organisiert das Forum und die vielen PlugIns, AddOns und zusätzlichen Gadgets und ist der Geldgeber. Natürlich haben die Administratoren auch alle "Fähigkeiten" der Moderatoren und können ebenfalls - wie Moderatoren - agieren.

    Mit 30 Jahren sollte man eigentlich schon reiflich in einem Alter sein, in dem man durchaus Führungsqualitäten - sollten denn diese auch gefragt sein - entwickelt haben kann. Wie du oben sehen kannst, war Mozart wahrscheinlich mit 10 Jahren schon soweit, wie Dein Cousin mit 31 Jahren.


    Die reifliche Entwicklung ist allerdings nicht an Intelligenz gekoppelt. So kann z. B. ein Hauptschüler im Alter von 25 Jahren bereits die Reife besitzen, Menschen zu führen. Die eigentlich Frage ist: Würde man es erkennen und - wenn man es denn erkennt - würde man die Fähig- und Fertigkeiten dieses 25-jährigen auch tatsächlich zielgerichtet einsetzen (wollen/können)? Daher frage ich mich gerade, ob die Diskussion - zielgerichtet abgehoben auf Intelligenz bzw. Intellektualität - nicht viel zu kurz gegriffen ist. Wenn es um Professuren und - damit verbunden - viel Geld und - damit verbunden - viel Eigenständigkeit geht, ist ein Professorentitel für jeden sicherlich erstrebenswert. Leider arbeitet unser Bildungssystem diesen Dingen insofern entgegen, als das es - von vornherein - eine Aussortierung stattfinden lässt. Deutschland produziert wenige Gewinner (wie Professoren) und ganz viele Verlierer, die sogenannte "Mittelschicht", die - soziologisch - auch mehr nach unten als nach oben tendiert. Damit erzähle ich nichts Neues. Es ist aber - im Bezug auf unser Thema - nichts, was mit einem Schwarzgurt zu vergleichen ist, da eine Professur mind. die Fachoberschulreife voraussetzt, ein Schwarzgurt intellektuell aber keine Voraussetzungen mitbringen muss. Auch jemand ohne Schulabschluss kann sich einen schwarzen Gürtel durch sein Training verdienen. Der Zugang zu dieser Ressource ist also entscheidend, nicht das Ergebnis.


    Kampfsportmäßig wird und wurde Deutschland maßgeblich - und das hat hauptsächlich geschichtliche Gründe - von Japan geprägt. Letztlich kamen die Graduierungen auch aus Japan. Weitläufiger finden sich diese ebenso in Korea wieder. China ist da einen ähnlichen Weg gegangen. Andere Länder haben derartige Graduierungen nicht. Sie unterscheiden lediglich die Lehrstufen, woran man sehen kann, dass es bei den Lehrstufen vornehmlich nicht um die Technikbeherrschung oder das Technikkönnen geht, sondern um deren Didaktik. Dan Inosanto ist als "Guro" ein gutes Beispiel. Ich schätze mal, dass alle seine großen Schüler wesentlich besser in der Technikausübung, im Timining, usw. sind, als Guro Dan. Allerdings kann niemand so gut, so tief und so zusammenhängend Erklären, wie Guro Dan. Seine Qualität als Guro ist m. E. unerreichbar. Dies liegt z. T. auch an seiner Lebensphilosophie, also dass er z. B. neugierig bleibt und sich einen jungen Geist erhält (sich nicht auf sein Lebenswerk ausruht und besserwisserisch tätig wird, also nicht missioniert).


    Wie soll da z. B. ein 20-jähriger Großmeister mithalten können, dessen Erfahrungsschatz allein schon durch sein Alter eingeschränkt ist? Aus welchem Erfahrungsschatz schöpft er, was für eine Lebenserfahrung bringt er mit, wie sieht bei so jemanden - die Pubertät endet bei einigen sogar erst mit 21 Jahren - der reifliche Hintergrund aus? Einziges Indiz wäre hier das Können. Damit ist aber noch lange nicht gesagt, dass er sein Können gut vermitteln kann.


    "Gut sein" hängt daher aus meiner Sicht also nicht an den Äußerlichkeiten, wie z. B. die Techniken zeigen zu Können. Ein Meister, Großmeist, Guro, - what ever - sollte über (Lebens- und Trainings)Erfahrungen verfügen, sollte in sich ruhen können, für sich eine gewisse Lebensphilosophie entwickelt haben und eben ein Stück auch - jetzt werde ich einfach mal ein wenig spirituell - Weisheit in sich tragen.


    Will sagen: Sollte man Meistergrade ausschließlich am Können messen, könnten schon 3-jähriges Kinder Meister sein. Da muss man nicht bis zum 31-Lebensjahr warten. Irgendwie könnte man - wenn man dies dann wirklich konsequent weiterdenkt - jedes Neugeborene und deren Mutter "Meister" nennen. Von daher kann man m. E. nach nicht so an das Thema "Meister" herangehen. Man würde damit einfach nur die Äußerlichkeiten erfassen und somit die eigentlichen Meister und Großmeister gar nicht mehr richtig zu schätzen wissen, weil deren Qualitäten (die nicht nur technischer Natur sind) gar nicht mehr gewürdigt würden. Meister würden mit so einer Betrachtungsweise inflationär aus den Boden schießen können...wer will denn bitteschön so etwas?

    Ich sehe schon, eine Debatte des traditionellen Bereichs. So eine Diskussion kann nur widersprüchlich sein, der Widerspruch ist m. E. der Disput zwischen Mensch und Sport. Ich habe die traditionellen Sportarten immer als Last empfunden, da sie für Individualität und persönlicher Entwicklung keinen Raum ließen. Heute, als diplomierter Pädagoge kann ich das sogar fachlich begründen. Natürlich kann ich auch fachlich begründen, warum die traditionellen Sportarten gleichfalls als Geländer vieler Menschen dienen kann. Mein Ding ist es aber nicht (und war es noch nie), sich einem Sport unterordnen zu müssen.


    Von daher war ich schon sehr früh auf den Wegen von Bruce Lee und sein Kampfkunstkonzept Jeet Kune Do lässt sich auch prima in anderen - auch traditionellen - Kampfkünsten umsetzen. Dort geht es nicht um "Meister" oder "Großmeister", dort geht es um eine Entwicklung, die jeder Mensch - egal in welcher Sportart (z. B. Schwimmen, Turnen, Golf, Tennis) durchmacht. Die Idee ist die, dass nicht die äußerlichen, sondern die innerlichen Bedarfe erfasst und verstärkt werden. Prüfungen sind - wie die Schule am besten zeigt - kein geeignetes Szenarium z. B. Können, Leistung, Motivation, Einsatzvermögen in ein Ergebnis zusammenfassen zu wollen, um Stufen höher zu steigen. Prüfungen - und auch das kann ich als Pädagoge gut nachvollziehen - geben mehr eine Idee davon, wie schnell und unkompliziert sich jemand einer Sache (z. B. einem Curriculum) anpassen kann.


    Die Idee der Kampfkunst ist aber nicht die, sich anpassen zu sollen. Die Idee der Kampfkunst ist Kreativität und Individualität. Das Problem an diesen Dingen ist, dass man sie - denkt man in Curriculums-Kreisen - gar nicht erkennen kann, wenn man bisher selbst keine Idee von diesen Dingen in sich entwickeln konnte.


    Von daher sind große Leute in der Kampfkunst für mich keine Meister oder Großmeister. Mich wundert es auch immer wieder, dass viele Kampfkünstler so Arrogant sind, das Leben und die Kampfkunst zu trennen. Dementgegen ist - zumindest für mich - die Kampfkunst Bestandteil des Lebens und meiner Lebensrealität. So, wie Leute im Leben voran kommen, kommt man auch in der Kampfkunst voran. Mir ist nicht ein einziges Beispiel bekannt, woran festzumachen ist, dass die Kampfkunst gegenüber dem Fußball, der Tischtennis, dem Schach oder gar dem Fallschirmspringen vollkommen andersartig ist. Auch die "besonderen" Geschichten über große Krieger kommen zumeist nur aus dem japanischen, teilweise auch aus dem chinesischen oder koreanischen Raum. Wer glaubt denn da, etwas Besonderes zu sein?


    Zu diesen Gedanken gefallen mir auch mehr die Ansichten eines Dan Inosantos oder - weiter geschichtlich zurückgedacht - auch eines Bruce Lees. Da finde ich mich als normaler Mensch wieder und genau darum geht es mir: die Menschen abholen, nicht die Ideologien vereinzelter Menschen.


    Was die Sache mit dem Alter anbelangt, wundert mich. Nehmen wir doch unseren allseits bekannten Mozart: Würde wir nicht dazu neigen, ihn bereits im Kindesalter als Großmeister zu bezeichnen? Das Problem daran ist das über den Tellerrand hinausdenken: Was für einen Titel würden wir Mozart denn als 30-jährigen geben wollen? Oder geht es hierbei um die Schwierigkeit, mit Worten den Leistungsgrad von jemanden beschreiben zu wollen? Niemand bestreitet wohl, dass auch Kinder, Jugendliche oder junge Menschen in dem, was sie tun, gut sein können. Wir sollten uns allerdings davor hüten, ständig nach Superlativen suchen zu müssen, weil wir damit m. E. nur die äußere Hülle beschreiben, nicht aber den Menschen selbst. Zu jedem Können gehört ein Mensch. Der Mensch steht im Mittelpunkt und ganz sicher ist der Mensch mehr als die Summe seiner Talente... worum also soll es in dieser Diskussion gehen?

    Ida: Ich habe tatsächlich schon einmal etwas vom Notre Dame gehört. Wir müssen uns also nicht über das "Weltkulturerbe" unterhalten. Auch müssen wir die Diskussion nicht unnötig ver-emotionalisieren, weil niemand jemanden diskreditieren will, noch Scheinheiligkeit unterstellt oder vorwirft. Für mich ist das alles sehr oberflächlich betrachtet.


    Mir geht es um eine grundsätzliche, christliche Haltung, die ich persönlich weniger mit dem Erhalt von Bauwerken und mehr mit Nächstenliebe in Verbindung bringen möchte. Bei dem heutigen Elend auf der Erde, den vielen Umweltkatastrophen, Kriegen und Terroranschlägen, der unglaublichen Armut in vielen Regionen dieser Erde und der vielen doppelmoraligen Lebenspraxis, in der wir leben und mit der wir anderen Menschen nicht gut tun, verstehe ich einfach nicht, warum plötzlich so viel Geld für ein Bauerwerk (innerhalb eines Tages) zur Verfügung steht, es aber irre lange dauert, bis das Geld für etwaige Projekte in anderen Ländern zusammen kommt.


    Sollen sich die Menschen in Frankreich mit dem Geld ruhig eine zweite oder sogar dritte Notre Dame bauen. Es zeigt mir nur, dass Geld letztlich immer nur das Mittel der Reichen ist, um ihren Bestand zu behalten. Hier hätte ich mir von höherer Stelle etwas mehr bodenständigen (christlichen) Menschenverstand gewünscht. Vielleicht wäre es schon ok gewesen, wenn man hätte nachlesen können, dass man auch nur eine einzige Sekunde abgewogen hätte, wofür dieses viele Geld eingesetzt werden soll. Selbst das hat man nicht.


    Für mich ist es kein Wunder, dass immer weniger Christen in die Kirche gehen. Die Kirche wird aus meiner Sicht immer mehr ein wirtschaftliches Unternehmen, welches in erster Priorität sich selbst und nicht den Gläubigen und Menschen verpflichtet ist. Es geht also nicht darum, ein Verständnis für ein "Weltkulturerbe" zu bekommen sondern die Beziehung zwischen der Kirche und den Menschen zu hinterfragen.

    Für mich geht es da um eine grundsätzlich Haltung zwischen dem Glauben und der Kirche, also dem, was jeder Mensch so mit und in sich trägt und dem, was die Institution Kirche betrifft. Einfache Frage dazu: Würde Jesus auf unserer Erde wandeln: Würde er eine Milliarde Euro für ein Gebäude oder für Menschen ausgeben? Der Kirche laufen die Menschen (Gläubigen) m. E. nicht umsonst weg: Sie erreicht die Menschen nicht mehr, weil ihre Lebensanschauung und ihr Menschenbild irgendwo in einem anderen Jahrhundert hängengeblieben ist. Insbesondere merkt man diese Entwicklung bei den jüngeren Menschen, die mit Kirche überhaupt nichts mehr anfangen können.


    Ich finde, dass sich die Kirche immer mehr vom Menschen entfernt hat, wobei sie eigentlich den Auftrag hat, Menschen in sich zu vereinigen. Grund hierfür sind die m. E. nicht mehr nachvollziehbaren Skandale und Entscheidungen, wie z. B. auch das Geld bewusst einem Denkmal anstatt den Menschen zukommen zu lassen. Christlich und Nächstenliebe ist das für mich ganz sicher nicht. Hier hätte ich die Kirche für souveräner eingeschätzt. Man lernt eben nie aus...

    Sorry, wenn ich hier mal einhake: Ein Austausch kann immer nur gelingen, wenn man den eigenen Blickwinkel nicht als die Sonne sieht, um die sich alles andere herum dreht. Aber dies ist auch ein schönes Beispiel für das Hauptthema hier. Denn: Ich bin in den "klassichen" Kampfsportarten groß geworden und habe dort vor allem die Sonne der Meister kennengelernt. Häufig wurden Fragen gar nicht beantwortet, die "Meister" gingen davon aus, dass ihr Blickwinkel sowieso grundsätzlich der richtige sei. Egal welches Thema, ob Kampfpsort, Menschen oder Technik: Einmal "Meister" oder sogar "Großmeister" bedeutet dort "Allwissender". Insofern kann man sich mit "Meistern" oder "Großmeistern" eigentlich gar nichtg richtig austauschen, weil es bedeuten würde, dass auch sie etwas von den "Grashüpfern" dazulernen könnten. Ohgotte... das geht doch nicht...? Diese Leute sind m. E. Diskussionskiller und sollten von daher auch nicht erst den Eindruck vermitteln, über die Dinge diskutieren zu wollen. Deren Ziel ist es ja, andere für ihren EGO zu missionieren.


    Insofern kann man m. E. nicht alt genug für einen Meister oder Großmeister sein, weil damit die Chance höher wird, dass sich da reiflich auch etwas fortentwickelt hat. In den Kampfkünsten, die ich betreibe, wie z. B. das Inosanto Lacoste Kali oder Jeet Kune Do, stößt man nur sehr selten auf derartige Menschen, die somit auch viel besser bzw. viel eher ausfindig gemacht werden können. Diese werden i. d. F. auch gemieden. Ansonsten gibt es auch dort viele Leute die meinen, auch nach 2 Jahren schon Unterricht geben zu müssen, weil sie sich für gut halten. Hier ist der Vorteil der Leute, dass man diese Menschen ziemlich einfach an deren Bewegungen (z. B. Timining, Distanzvermögen, Stellung, Koordination) entlarven kann.


    Gerade im Jeet Kune Do, in dem Bruce Lee gerade auch den Non-Traditional-Aspekt mit einbrachte merkt man, dass es im Grunde keine Meister oder Großmeister geben kann, sondern lediglich einen immer fortwärenden Dialog zwischen den Übenden, von denen dann alle Beteiligten partizipieren.


    Will sagen: Hier sind alle an einem Austausch interessiert, sofern niemand von den anderen Erwartet, die Sonne der Argumente zu sein. Insofern hast Du keinesfalls den "Nagel auf den Kopf" getroffen, wenn Du behauptest, es gebe hier kein Interesse an einem Austausch. Grund: Du kannst allerhöchstens selbst kein Interesse haben. Den anderen Usern hier das Interesse abzusprechen hat dann wiederum so eine unangenehme, bevormundende Art.


    Insofern: Jeder isoliert sich selbst so, wie er es verdient. In diesem Sinne: Viele Erkenntnisse. Mein Schlusszitat ist (wissentlich) von Bruce Lee: "All types of knowledge, ultimately mean self-knowledge"


    @you haude hantha

    Da muss ich Dir Recht geben, dass analoge Diskussionen immer und grundsätzlich digitalen vorgezogen werden sollten. Allerdings sollte man als Diskutant immer im Auge behalten, dass es um den Austausch von Argumenten geht, was impliziert, dass die eigenen Argumente nicht immer die besten sind. Insofern geht es bei Diskussionen - egal wo und wie sie stattfinden - auch um die Bändigung des Ego. Wenn also eine Diskussion kein Wettbewerb der besten Argumente ist und man selbst somit seinen Ego entspannt nach hinten lehnen kann, frage ich mich, warum dennoch alles nur im Konjunktiv klappt?

    Das ist möglich, weil es im Kampfsport mittlerweile nur um Ego und Kohle geht. Meine Erfahrung ist die, dass eigentlich nur die wenigsten "das Zeug" dazu haben, gut zu werden. Hierzu DIES. Das Problem ist, dass viele gar nicht wahr haben wollen oder erkennen können, dass "gut sein" nicht einfach etwas ist, das einem zufliegt. Man muss dafür etwas tun und zwar nicht nur irgendwas sondern ziemlich konkret. So muss man z. B. über Jahre konsequent und regelmäßig am Training teilnehmen, wobei "teilnehmen" das falsche Wort ist. Besser wäre "ackern" oder "keulen". Aber das ist in jedem Sport so... Fußball ist das das beste Beispiel. Viele glauben, die könnten gut Fußballspielen. Komischerweise findet man die nicht in den oberen Ligen. Dort, z. B. in der Bundesliga, finden sich nur Sportler, die sich eben Jahrelang abgerackert haben und immer noch "ihr Bestes" geben. Warum das im Kampfsport anders ist? Nunja - da bin ich wieder am Anfang. Ego und Kohle. In meiner Schule hatte ich einen ähnlichen Fall. Ein ehemaliger Schüler, der bei uns seit Kindesbeinen trainiert hat... hat sich zwei bis drei Jahre zurückgezogen und trainiert und will nun mit einer eigenen Schule die große Kohle machen. Dabei weiß ich ja nun, was er kann und sehe, was er dazugelernt hat. Es wird immer dann schwierig, wenn man von sich denkt, man könnte alles und hätte auf jeden Fall das Zeug, noch mehr zu können. Selbstbetrug. Ich persönlich fand es hauptsächlich schade, dass dieser Schüler seine Wurzeln vergessen hat und damit überhaupt nicht wertschätzend umgeht.


    Problem ist aber auch, dass es zumeist kein einheitliches Curriculum gibt bzw. sich jeder sein eigenes Zusammenzimmert. Darum kann sich jeder so nennen, wie er will und sich die größten und besten Titel selbst verpassen. Letztlich liegt es eben auch an den Interessenten. Wenn die sich schlauer machen würden, könnte man denen so leicht nichts vor machen. Die Realität ist aber: Im Kampfsport ist die Erde eine Scheibe und das glaubt dir jeder...

    Oh Gotte... wenn Intellektualität eine Sprache wäre...


    Meine Meinung zu Notre Dame: Ich habe immer gedacht, dass es sich beim Christentum um Nächstenliebe handelt und das es u. a. darum deht, den Ärmsten der Armen zu helfen. In diesem Kontext frage ich mich, wie es sein kann, dass innerhalb eines Tages eine knappe Milliarde Euro zusammengekommen sind. Kann mich nicht erinnern, das ein solchen Betrag in so kurzer Zeit für die Hilfe von z. B. notleidenden Kindern irgendwo auf der Welt zusammengekommen wäre.


    Das ist das "morderne Christentum". Kirchen sind eben wichtiger als Menschen. Wer das verstanden hat, ist ein guter Christ.

    In absoluter Konsequenz ist das Leben farbig und facettenreich. Unser Problem: Kontrolle. Alles wollen wir kontrollieren und merken gar nicht, dass uns mit dieser Methode 99% der Schönheit der Welt flöten geht. Carpe diem. Jede Sekunde bewusst wahrnehmen, statt nur zu funktionieren...