Beiträge von sabiji

    Jein.

    Ja, ich weiß was Du meinst.

    Aber es gibt viele Irrenhäuser und man darf nicht der Arroganz verfallen zu denken, man gehöre zu den einzigen, wahren Irren. Jeder der sich mit irgendwas intensiver beschäftigt bündelt sich in Gruppen und lebt da seine Passion: der Briefmarkensammler, der Kakteen-Freak, der Fan einer Fußballmannschaft..., genauso wie die Kampfsport-Heinis hier.


    Ich bin kein Psychologe, aber es ist mit Sicherheit irgend ein Ego-Trip, den wir alle, teilweise ganz unterschiedlich leben. Und dagegen ist ja auch nichts einzuwenden und jeder soll doch machen, wie er es will. Und ja, man wird ruhiger und zuckt über vieles die Schulter und denkt, "na macht mal".


    Doch ab und an platzt dann doch einem die Hutschnur, weil dann wieder die substanzlose Arroganz zum Vorschein kommt, die einem so oft in der Vergangenheit begegnet ist.


    Wir nehmen in unserem Bogensport-Verein nur Neulinge, welche bei uns einen Kurs absolviert haben. Es gibt aber auch Beitrittsinteressierte, die früher schon in anderen Vereinen waren oder anderweitig Kurse absolviert, oder das Bogenschießen gelernt haben. Ich gehöre mit zu denjenigen, die diese Schützen prüfen, in wie weit sie ihr Material und das Bogenschießen beherrschen. Bogenschießen ist nicht ungefährlich und unser Platz steht halt "rund um die Uhr" Mitgliedern offen, weswegen die Schützen scheibensicher und auch sonst mental und körperlich fit und geeignet sein sollten.

    In der Regel passt das auch mit dem, was da kommt, aber Ende letzten Jahres musste ich wirklich einen Typen ablehnen. Keine Technik, vollkommen zu starker (aber teurer) Bogen, total unpassende Pfeile, absolut von sich überzeugt und egal was man versucht hat ihm zu vermitteln und zu erklären, das perlte einfach ab.


    Und genau so kommt mir das auch bei einigen im besagten Forum vor. Nur das die die Potenz besitzen, über nötige Mittel zu verfügen und durch teuren Besitz dazu zu gehören. Dazu zu gehören zu was? Das schlimme ist, dass die dann einem interessierten Neuling vor dem Kopf stoßen und sagen, was willst Du mit dem Sch***ß? Und dann weiter nur Blödsinn erzählen, wo man einfach erkennt, das da nichts von Substanz dahinter steckt.

    Das wäre doch so, als würde bei mir Neuling zum Bogenverein kommen, mit Material was nicht optimal, dennoch für den Anfang brauchbar ist (woher soll er es als Anfänger auch wissen), der Mensch selber interessiert und lernbereit, und ich ihm eröffne "Alter mit dem Zeug kommste hier nicht rein! Hier musste nichts können oder lernen wollen. Hier musste nur ein coolen Bogen besitzen und ein wichtiges Gesicht machen."


    Nicht falsch verstehen, wenn ich anno Hosenknopf mit einem 08/15 Prügel zu Michael Hagenbusch oder anderen guten Leuten gegangen wäre, hätten die mir auch gesagt, was ich damit wolle. Die hätten aber auch gesagt, wenn dich bestimmte Hataraki interessieren, dann schaue dir mal das oder das an. Siehst Du den Unterschied? Wenn dann der Groschen fällt, um so besser! Das Schlimme, nein, das Gute daran ist doch, wenn es einmal klick gemacht hat, dann willst du auch nur noch gutes Material sehen und du willst lernen.


    Und weißt Du was dann passieren kann? Ein absolutes Sakrileg! Du kaufst vielleicht mal eine unsignierte oder unsignierte/eingekürzte Shinto oder Shinshinto-Klinge, weil das Machwerk - was Du erkennst - einfach nur toll ist. Und du zuckst über das Werk eines namhaften Schmiedes einfach mal mit den Schultern, weil es dich nicht umhaut und der Beste sich mit dem Schwert nicht gerade mit Ruhm (vielleicht eher mit Rum) bekleckert hat. Dann ziehst du dir natürlich den Zorn des Besitzers zu, weil der dafür die Hälfte des Erbes der Oma verpulvert hat.


    Manche mögen mich für einen guten Bogenschützen halten, weil ich Turniere und Meisterschaften gewonnen habe, trotzdem hadere ich ständig mit meinem Bogenschießen. Man erkennt, dass man nur Fortschritte macht - egal wie lange man dabei ist - wenn man die Grundlagen nie vergisst! Wenn man merkt, dass man in eine Sackgasse geraten ist und nicht mehr vorwärts kommt, sollte man in der Lage sein sich wieder zu "resetten" und von "vorn" zu beginnen. Das hat was mit Demut zu tun. Aber es öffnet einem wieder die Augen für den Weg, wenn man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr gesehen hat.


    Das ist in unseren Bereich nicht anders.


    Es geht mir auch nicht darum, das jeder Sammler gleichzeitig zum Kunstsachverständigen mutieren soll. Nur sollte man halbwegs erkennen können, für was man Geld ausgibt.

    Die Ecke kenne ich, als wir von hier aus nach Kawagoe sind. Tatsächlich ist da aber keiner verbuddelt, ist nur ein Denkmal an einer Häuserecke gegenüber Mac Doof.

    Was die Debatte besonders geschmacklich abrundet, würzt ; es wurde nach Inazuma und Sunagashi gefragt. Hat einer der Großmeister es dem armen Anfänger mal erklärt, den Unterschied zwischen beiden ? Natürlich nicht, das wäre ja trivial, da ist Pöbeln ja lehr reicher.

    Weil die wenigsten bereit sind die Hosen runterzulassen. Ein Phänomen was ich seit je her beobachtet habe. Ich habe die Kantei zu Michael Hagenbuschs Zeiten geliebt, auch wenn die Hälfte nur Ihre Zettel abgegeben haben. Es war so lehrreich, weil er versucht hat zu erkennen und zu erklären, warum jemand sich geirrt hat. Nur ganz, ganz selten war er selbst sprachlos.

    Diese Blind-Kantei wurden nicht von allen gemocht, und so wurden immer wieder Stimme laut, die Schmiede vorher anzusagen, damit man sich drauf vorbereiten könne.

    Aber trotzdem, es ist immer wieder schön wenn Leute mit Profilneurosen und Nihonto-ADHS auf einander treffen.

    Na gut, ich bin so fair und nehme mich davon nicht aus. Ich bin überzeugt, das ich zu mindestens im Bereich des Nihonto ein Fall für den Klapsdoktor bin. Letztendlich ziehe ich ja hier auch über andere Leute her die über andere herziehen...

    Was den Klingenkauf angeht : Ich frage immer "Was wollen sie damit ?" natürlich etwas eleganter. Je nachdem was ich raushöre kommt meine Antwort. Merke ich der sammelt aus Spaß, dann empfehle ich Schwerter die ihm Spaß machen, aber mit dem hinweis das der Wiederverkauf schwierig werden könnte. Ist es ein reiner Geier, ich mag diese Schwertschieber nicht sonderlich, auch wenn ich davon teilweise lebe, dann empfehle ich auch gruselige Top-Stücke die sich aber gut verschieben lassen. Sie müssen ihm ja keine Freude bereiten.

    Hat er überhaupt keinen Schimmer, dann gibt es die rundum glücklich Beratung, kurz ich erkläre wie das Spiel läuft.

    Das ist tatsächlich ein nicht zu unterschätzendes Problem, was ich selbst gerade habe.

    Ich suche seit geraumer Zeit ein Katana für einen guten Kumpel aus meiner Bogensparte. Der kennt meine Schwert-Macke, ist aber selbst großer Messer-Fan und hat sich z.B. in einem Schmiede-Workshop schon ein Messer geschmiedet. Jetzt habe ich ihn sanft mit dem Nihonto-Virus angefixt und er beginnt gaaaaanz langsam mit rudimentärer Literatur. Ein Waki hatte ich ihn schon vermittelt. Nun sucht er halt ein Langschwert. Das Budget: so wenig wie möglich, so viel wie nötig. dass es mit Montierung sein muss, erschwert die Sache. Ich habe ihm erklärt, das 90 - 95 % der angebotenen Katana keine Montierung besitzen, die zu mindestens vor 1868 so zu der Klinge gehört haben. Montierte Katana verkaufen sich besser, und so sind Montierungen immer wieder (manchmal stümperhaft, manchmal auch sorgfältig) ergänzt oder "verheiratet" worden.

    Also kurz: gesucht wird ein Katana, von den Proportionen her als Katana erkennbar, nette Klinge in netter Montierung, gutes Preis/Leistungsverhältnis und es muss ihm gefallen. Fast ein Ding der Unmöglichkeit, denn es liegt in meiner Verantwortung, dass es im Falle des Falles auch wieder einen interessierten Käufer findet zu einem verlustfreien Verkauf. Wir haben zig Angebote schon geprüft. War ich begeistert, sprang bei ihm der Funke nicht über, fand er was toll, habe ich abgeraten. Waren wir Beide am Schwanken ob oder ob nicht, habe ich vertrauensvolle Dritte gefragt, manchmal auch Vierte. Habe ich da einen Anflug von stirnrunzeln in der Stimme gemerkt, war es auch schon wieder vorbei...

    Letztens meinte er, er wüsste gar nicht mehr, was er noch glauben und kaufen könne. Das ist der Preis, wenn man immer ehrlich ist.

    Wenn ich mal Nachts nicht schlafen kann, lese ich ab und an mal in einem bekannten englischsprachigen Forum für jap. Schwerter quer. Teils, weil es durchaus interessante Beiträge gibt, teils, weil ich Angebote checke, und teils wegen einer Art Voyeurismus, die wohl in jedem von uns steckt.

    Zuletzt habe ich dort wieder Kontroversen verfolgt (tatsächlich sind Schwertsammler auch nur Menschen), die mich daran erinnern, warum ich der Szene den Rücken gekehrt habe.


    Da meldet sich zum Beispiel ein (offensichtlicher) Anfänger mit Fotos und fragt nach, ob dass was er da sieht tatsächlich bestimmte Eigenschaften (Hataraki) sind, die beim Härten der Klinge durch Martensit entstehen. Gut, ich gebe zu das die gezeigte Klinge mitnichten mein Interesse erwecken würde, dass es sich um ein unsigniertes Shinto-Waki einfacher Machart handelt, mit anderen Worten: ein Schwert halt, eine Waffe, kein Kunstwerk. Dennoch zeigen auch solche Stücke Hataraki, die waren eindeutig zu sehen und so kann man ohne Probleme auf die Fragen des Erstellers eingehen.

    Anstelle einer passenden Antwort bekommt dieser aber u.a. "netter Briefbeschwerer" an den Kopf geknallt. Infolge dessen beginnt eine Art Grundsatzdiskussion mit der üblichen Leier, nur an exquisiten Stücken das sehen lernen usw...

    Abstrus wird es als dargelegt wird, das unsignierte und gekürzte Shinto und Shinshinto Schwerter (Schwerter ab 1596 bis 1968) eh Müll sind, dass man als Kunde sinngemäß die Verkäufer erziehen müsse, nur noch hochwertige Waren zu verkaufen. Dass die Sammler selber schuld wären, weil sie mit dem Kauf derartiger Billigteile die Händler dazu verleiten, solchen Mist zu verkaufen (frei interpretiert).

    In einem anderen Fred vertritt ein Hardliner die Meinung, dass unsignierte und eingekürzte/unsignierte Shinto- und Shinshintoschwerter das Geld nicht Wert wären, weil man ja die Zeit zurückreisen müsste, um zweifelsfrei festzustellen, wer das Teil geschmiedet hat. Das Zuschreibungen von Experten für die Klingen bestenfalls (sinngemäß) der gutgemeinte Versuch einer Aufwertung sei.

    Er rät dazu, entsprechend Geld in die Hand zu nehmen und eindeutige und perfekte Stücke zu kaufen.


    Ufff....so weit so gut.


    Jetzt sind halt eine Punkte erwähnt, denen ich normalerweise vorbehaltlos zustimmen würde. Aber man muss die Dinge auch im Kontext sehen. Im ersten Fall fragt jemand an, der Verständnis entwickeln möchte und Sachen hinterfragt und wenn auch an Stücken mit bescheidener Qualität sehen lernen möchte.

    Ich als Berliner war ziemlich in den A*** gekniffen, musste ich zum "Sehen lernen" immer um die 600 km nach Bonn oder in den süddeutschen Raum. Das waren alle 2 Monate 150 bis 250 Euro. Es gibt aber auch Leute, die in irgendeinem amerikanischen Kuhkaff sitzen, und deren Aufwand ein Treffen des amerikanischen Zweiges der NBTHK zu besuchen um ein wesentliches Höher ist.

    Des Weiteren habe ich immer wieder Leute erlebt, welche nach eigenen Angaben ein halbes Menschenleben sammeln und die rudimentärsten Eigenschaften einer Klinge, welche durch das Schmieden und Härten entstehen nicht sehen und damit identifizieren können - obwohl sie Zeit und Möglichkeit hatten bzw. haben.


    Eine Äußerung des Hartliners, der gegen alles unsignierte ab 1600 wetterte und nur noch teuren, exquisiten "Stoff" kaufen tut, macht das Bild ziemlich klar: "er habe in den letzten 20 Jahren genug schlechte Erfahrungen gesammelt". Ich würde es jetzt mal provokativ so umformulieren, dass er in den letzten 20 (!!!) Jahren es nicht geschafft hat ein "Wissen und Blick" zu erwerben um zu erkennen, was er da kauft. In der Regel bekommen solche Leute von anderen gesagt, dass das Preis/Leistungsverhältnis eines begehrten Stückes unterirdisch ist. Genau das ist aber der idiotischste Zustand in einem Gebiet, wo der Kauf von Sammelobjekten mit viel Geld einhergeht.


    Kann man sich den so sicher sein das Richtige zu machen, wenn man fett Asche auf den Tisch legt und ein Stück mit Rang und Namen erwirbt? Nehmen wir mal an, jemand knallt 30 K auf den Tisch und sagt, macht mal, ich will was Vernünftiges haben. Kaji hätte da Ideen, ich würde Vorschläge machen und so manch anderer auch. Wir würden uns wahrscheinlich in die Wolle bekommen, welches Teil mit entsprechendem Schmied und Papier die beste Besetzung für die 30 K sind.

    Wer auch immer sich durchsetzt, der Besitzer das 30 K Stückes vertraut dann darauf, was andere für Optimal angelegt halten. Ist doch witzlos, oder?


    Auf der anderen Seite sitze ich manchmal vor dem Rechner und verzweifle, weil richtig gute und günstige Schwerter einfach kein Käufer finden. Möglicherweise, oder nein, mit Sicherheit, weil es nur ein Waki ist, und dazu noch ein Shinto-Waki.. Die Klinge ist so was von astrein und eine tolle Schmiedearbeit und ich frage mich ernsthaft - sind die alle blind?


    Lange Zeit habe ich auch ein Waki beobachtet mit Zuschreibung eines bekannten Shinshinto-Schmieds der NBTHK, Hirazukuri mit netten Horimono für witzlos wenig Geld. Das Problem, keine Montierung und unsigniert. Ansonsten war die Klinge ultratypisch. Untypisch war eher, das die Klinge unsigniert war, denn der Schmied signierte gerne und es war in meinen mittlerweile 29 Jahren auf dem Gebiet die erste Klinge von dem Schmied, die ich unsigniert sah. Tatsächlich gab es einen signierten Pedanten - wirklich 1:1, zum 8fachen Preis, wenn man sorgfältig recherchierte. Ich war relativ erleichtert, als das Waki endlich verkauft wurde, so musste ich nicht mehr mitleiden.


    Es muss auch nicht immer Rational sein. Ich sammle nicht mehr, und doch überlege ich mir noch was neckisches bei einem lieben Bekannten einzufangen, was ich seit Jahren immer mal gerne in die Finger nehme, wenn ich bei ihm bin. Das Teil hat weder Montierung noch eine Politur, wahrscheinlich hatte es nie eine Politur nach dem Grundschliff des Schmiedes. Das vertritt auch der Besitzer. Ich besaß mal eine Klinge von dem Schmied und wer mich kennt weiß, dass wenn mich was interessiert, das ich mich daran festbeiße und mich intensiv damit beschäftige. Der Mann hatte es nicht nötig, vom Schmieden zu leben, war dennoch unheimlich produktiv. Zuletzt fertigte er im Wesentlichen Auftragsarbeiten und das nicht für "jeden". In seinen Arbeiten liegt einfach seine ganze Passion zum Schmieden und sein Herzblut. Das bündelt sich in dem kleinen Stück und deswegen mag ich es und macht mir Freude.


    Diese Freude vermisse ich leider oftmals in diesem Irrenhaus.

    Vor einer Woche noch in Japan. Ich und Tochter machen einen Ausflug zum Berg Takao und den dortigen Tempelanlagen. Das Wetter ist feucht, es nieselt. Natürlich nehmen wir einen der vielen Hiking-Trails. Die Wege sind felsig, lehmig und glitschig. Viel Wurzelwerk. Das eine oder andere mal sind wir fast ausgerutscht. Oben angekommen, Mengen an Touris, knips hier, knips da, Kulturprogramm, Klöster und nun wieder runter vom Berg. Anstatt wie jeder normale und vernünftige Japaner bei dem Wetter die Seilbahn oder wenigstens einen befestigten Weg nach unten nehmen, nee, wir sind die Harten, Nahkämpfer, keine Schrippen über die Spühle aufschneider. Wir nehmen wieder einen Hiking-Trail nach unten.

    Keine 150 Meter später saß ich auf´m Arsch und hatte einen schönen Lehm-Hintern, mit dem ich dann zurück durch halb Tokio zum Hotel durfte...

    Das wäre dann die folgenden Großgruppen: Ko-Ichimonji-Shizu, Yamato-Shizu, Shizu ohne alles, Naoe-Shizu und Jumyo-Shizu. Genial. Alles andere ist irgendwie in diese Gruppen zu pressen. Damit hätten wir´s. Wir sind einfach die Besten. Übrigens hast Du ne Mail.

    Määääp!

    Yamato-Shizu! Ick schmeiß mir weg! Bei der Ur-Minoesken Ausprägung der Klinge hätte ich meinen A... auf Naoe Shizu verwettet. Ich und Ida bekommen wenigstens noch ein Kullerkeks, aber Kaji war trotz nichtnachdenkens meiiiiiiiilenweit daneben, ha, ha...

    Und wisst ihr noch was? Ich bin heilefroh, nächste Woche nicht da zu sein, bei dem neuen Prügel: https://www.aoijapan.com/appraisal-quiz-535/


    Viel Spaß! Soll ich Tsuruta was ausrichten? Habe mich kommenden Dienstag 17:00 bei ihm verabredet...

    Meine Gebäudeversicherung deckt sogar das "Anrammen durch bemannte und unbemannte Raumflugkörper" ab.

    Sage bloß, Du wurdest auch schon mal "entführt"! Magst Du drüber reden? Ich hoffe, die haben nix unanständiges mit Dir "experimentiert"...

    Ich bin ja u.a. auch gelernter Zimmerer und ich habe damals hauptsächlich im Denkmalpflegerischen Bereich - auch in Kirchendächern gearbeitet.


    Diesbezüglich mache ich mir die größten Sorgen, denn ich bezweifle, dass das Dach im historischen Kontext wieder rekonstruiert wird. Es gibt kaum Fachleute, die das wirklich können.

    Es wurde behauptet, das es keine Pläne und höchstens wage Zeichnungen gibt. Auch das kann ich kaum glauben, denn bei solchen Bauwerken wird an sich seit der "Fertigstellung" ununterbrochen rekonstruiert, ausgebessert und ersetzt. Ich war in einigen Dächern bekannter Kirchen, deren Dachkonstruktion von "Generationen" von Zimmerern erforscht wurde. Romanische und gotische Dächer sind noch harmlos, wirklich kompliziert und aufwendig wird es im Barock.

    dann habe ich schon Meinungen gelesen, die eine Stahlkonstruktion befürworten, ähnlich der im 1. WK stark beschädigten Kathedrale von Reims, die ein "feuerfestes Stahldach" besitzt. das ist großer Nonsens aber leider das heutige Maß der Dinge. Es gibt kein feuerfestes Stahldach, im Gegenteil. Auch wenn sich das merkwürdig anhört: Holz ist um Welten feuerbeständiger als Stahl. Stahl hält bis zu einem bestimmten Punkt und gibt dann schlagartig nach, und zwar komplexer und vollständiger als jedes Holzdach.

    Das Dach der Nikolaikirche in Spandau hat dutzende Brände und Kriege überstanden. Da sind Querschnitte an Eiche verbaut, an denen zig Feuer gescheitert sind. Die angekohlte Oberfläche der Balken bildet zu dem einen natürlichen Feuerschutz. Gut, ich kenne nicht das Dach der ND, aber ich war schon erstaunt, wie locker flockig das abgebrannt ist.

    Schaun wa mal...

    Naja, mit Versicherungen ist das so eine Sache. Erst mal muss 100% feststehen, was das Feuer exakt ausgelöst hat. Wird dafür eine Firma verantwortlich gemacht werden, kann ich mir nicht Vorstellen, dass irgendeine Firmenhaftpflicht auch nur ansatzweise den Schadensumfang abdecken kann.