Beiträge von sabiji

    "Kampf" ist viel zu komplex. Durchsetzung extrahiert ja schon ein Ergebnis, es genügt schon das Angehen gegen Widerstand. Eine Partei ist nicht notwendig, es reicht "etwas" überwinden, oder einfach auch nur etwas abwenden oder abwehren zu müssen.

    Das "zu müssen" ist dabei ein wichtiger Faktor, der genauso komplex sein kann. Er kann aus einer unmittelbaren realen, oder einfach nur suggerierten "Notwendigkeit" begründet sein. In jedem Fall bedeutet Kampf auch immer etwas unkalkulierbares, dessen Ausgang und nie sicher ist, dessen Konsequenzen unwägbar sind, bedeutet Anstrengung, weswegen die angesprochene "Notwendigkeit" (im Einzelfall auch nur von dem Kämpfenden) von großer Wichtigkeit sein muss.

    Dann wäre da noch der psychologische und soziale Faktor. Aber das würde echt den Rahmen sprengen. Aber seit Anbeginn der Menschheit hat Kampf einen extrem hohen Stellenwert und ist der Motor der Gesellschaftsformen. Entsprechend viel wird drüber philosophiert.


    Sun Tzi sagt, kämpfe nur, wenn du gewinnen kannst. Tsunetomo sagt sterbe, nur dann kämpfst du wirklich - Sieg oder Niederlage sind vollkommen uninteressant. Musashi war es wichtig zu gewinnen, egal wie.

    usw...

    Weisheit ist ein Privileg des hohen Alters, womit ich das Aufwischen vertrauensvoll den jungen Spunden überlasse. Im Übrigen überlege ich ernsthaft, wer hier eigentlich zu den KK-Weichspühlis gehört: wer beim Schlüpperkampf die Schlüpper entfernt, schneidet auch seine Sonntagsbrötchen über der Spüle auf!

    Jupp, ab Herbst setze ich es nun wirklich um. Solange nutze ich aber noch das Wetter auf dem Bogenplatz, bevor ich mich in die Halle verkrümele. Außerdem steht noch die Bowhunter-DM Anfang Oktober an, der noch meine volle Aufmerksamkeit gilt.


    Dann stehe ich als neuer Nappel in der Halle und darf erst mal mit einer Schlüppergummi-Zwille die Anfänge des jap. Bogenschießens erlernen. Wie es hier in D am üblichsten ist, wird es der Heki-Stil sein.


    Etwas Muffe habe ich, ob ich mit meiner sarkastischen Art reinpasse. Ich hatte eigentlich nicht vor, nach den vielen Jahren Kendo mich wieder in eine solche "Gemeinschaft" "einzufügen". Einer der Trainer ist verdammt locker. aber ich fürchte mich vor den "Bodenschwebern". Diese kenne ich aus dem Kendo kaum, aber aus meinen Ausflügen ins Kenjutsu und Iaido. Das ist einfach nicht mehr mein Ding. Mal schaun...


    Tja tut mir leid Schnüffler, Kibon, Drax und co., es wird keine KK wo ich den Boden mit ´nem Gegner aufwischen kann, nix mit Schwitzkasten, Arme umdrehen und Finger in die Augen pieken, stattdessen ein KK-Weichspühli im Forum mehr.;)

    Wenn ich eine gedachte Linie von der Munemachi zur Kissaki ziehe, tendiert der Gipfel des "Sori-Hügels" bei mir eher in Richtung Griff. Das heißt, ich habe von der Munemachi einen kürzeren, aber steileren Weg zum Gipfel, während der Weg zur Spitze länger ist aber sanfter abfällt. Würde man sich die komplette Form denken, würde die Grundidee des steileren Anstiegs bestehen bleiben, wobei der Gipfel sich schon Richtung Mitte orientiert. Eine Koshisori die sich weit zur Mitte zieht, oder von mir aus eine Tooriisori.

    Die Klinge zeigt kaum Tapering, ist ziemlich dick und man beachte das Gewicht! Fast 900g, das ist heftig selbst für die Größe. Für meinen Teil würde ich die späte Kamakura bevorzugen.


    Es ist richtig, das Sakisori ein Kanteipunkt für Muromachi wäre, doch ist dies eher ein Merkmal kürzerer "Cutter". Lange Klingen orientieren sich in der Muromachi eher an die Tachi-Sugata der Heian und frühen Kamakura.

    Tsuna-wer? Auch höre doch auf! Tsuruta veräppelt uns doch! Ich habe es schon eingangs geschrieben, diesen ganzen Edo-Kram kannst knicken. Das ist wie ein Dorf voller Inzucht. Da sieht einer doch aus, wie der andere heißt. Zeit, Herkunft und dann lustiges Dartwerfen mit verbundenen Augen. Außerdem kann ich es nicht mehr hören: "very similar to Kotetsu". Die sollen die ganze Bagage in ein Topf schmeißen und die einfach "very similar-school-of-Edo " nennen.

    Außerdem bekomme ich nen Extrakeks, der Heini soll Ober-Schüler bei den Kaneshiges gewesen sein.

    Ich wollte eigentlich schreiben, dass mein Silf ganz schön selbstgerechter Mist ist. Es steht jedem frei zu kaufen, wonach im der Sinn steht. Aber wenn wie jetzt gerade Kaji sich was wirklich feines eingefangen hat, wo einem das Herz aufgeht und man sich ehrlich mit freut, dann bleibe beim Irrenhaus Fred. Denn gleichzeitig kaufen andere für weit mehr Geld Schrott ein(damit meine ich nicht den Shigetaka, auf keinen Fall) und verstehen die Welt nicht mehr, wenn sie den Kram nicht weiter vertickt bekommen. es sei denn es finden sich irgendwelche armen Trottel...<X

    Es schweigen die Wälder, es rollen die Büsche, irgendwo zirpt einsam eine Grille. Die Beteiligung ist einfach WAHNSINN!


    Es könnte allerdings auch die gespannte Ruhe vor der Auflösung sein: die gesamte Welt hält den Atem an! Deutschland vergisst den FridayforFuture, UK den Brexit, Trump das Entlassen eines Ministers, die Gletscher vergessen zu schmelzen und in Tokyo leere Straßen: Gewinnt Morgen Kaji Hastenichtgesehen-Hojoji-Hansel gegen Sabijis Izumi Kaneshige Superstar? Und was ist wenn Sabiji auf den letzten Metern strauchelt, weil es Kazusa war. Wird er die erneute Schande nach dem Gassan Debakel verkraften, oder wird er sich mit einem kühlen Bier die Kante geben?


    Es ist kaum auszuhalten!


    ...zirp, zirp...

    Ich habe fast den Kaffee auf die Tastatur gespuckt, was war denn in den braven Tsunatoshi gefahren??? Anstatt hyperfeinen Ko-Hada ein Hadatatsu-Rührkuchenbackwerk! Anstatt hochkonzentrierten Möhre im A*** Choji mit preußisch gedrillten Ko-Nie -> Anarcho-Gonome-Choji!

    Ich sage es immer wieder: keine Macht den Drogen!!!

    https://www.aoijapan.com/img/sword/2019/19209-4.jpg



    Und wenn wir schon mal bei sind: vergiss Schottland, vergiss Frankreich, vergiss irgendwelche Höhlen am Toten Meer! Der Heilige Kelch ist in Japan! Jetzt wird es mir auch sonnenklar! Dieses ganze Wabi-Sabi Gedöhns eines Sen no Rikyu, Kobori Enshu, Konami Koetsu und Furuta Oribe ist nichts weiter als den Trinknapf eines gewissen einfachen Zimmermann-Gaijins nachzubasteln!

    Die Templer haben den Pott nach Japan verschleppt!

    https://www.aoijapan.com/img/sword/2018/18581koshirae.jpg

    http://www.militaria.co.za/nmb…urchase-opinions-welcome/


    Mir geht es nicht um den Shigetaka. Mir geht es auch nicht um den ebay-Händler (auch wenn mich stört, dass alle seine Eisentsuba eine einheitliche Patina besitzen). Und natürlich konnte man bei dem Kauf auch nicht viel kaputt machen, wenn man einfach nur ein altes, authentisches Stück haben wollte. Aber letzteres sage ich aus meiner Warte, woher soll der Käufer das wissen?


    Also warum? Die Kaufkriterien waren: das Ding hat Papiere, der Verkäufer hat keine negativen Bewertungen und sicherlich der Preis. Und nun sagt mir was über die Klinge und den Schmied...

    Da gibt jemand über 1000 Ocken aus und weís rein gar nichts über das, was er da kauft.


    Klar, könnte man sagen, ist halt ein Anfänger. Und früher hast Du mit Sicherheit auch nicht gewusst, was Du da kaufst. Neee, das waren andere Zeiten. Es gab kein Internet und schon gar nicht ebay. Sachen, die ich gekauft habe, hatte ich zu 100% vorher körperlich gesehen. Mit meiner bescheidenen Literatur habe ich versucht zu recherchieren, was das Zeug hielt. Klar habe ich viel Lehrgeld bezahlt und man ist sein ganzes Leben davor nicht gefeit. Aber ich habe immer, IMMMER versucht zu wissen, was ich da kaufe und vor allem, warum.


    Das oben genanntes Phänomen keine Preisfrage oder Frage Neuheit auf diesen Sektor ist, bewies ein anderer Fred, den ich leider nicht mehr finde. Das ging es um 3 Schwerter ab bzw. um die 20K und der Frage, welches davon soll ich kaufen. Es wäre unbezahlbar, wenn man sich tatsächlich Hirn kaufen könnte.

    Yasusada auch, was die Boshi betrifft, aber hier ist dann doch der Hamon nicht ganz passig.

    Mit Zeit und Kuni gehen wir ja Konform, der Rest ist wegen großer Ähnlichkeiten ein ticken Lottospielen. Nimm Edo Yasutsugu Sandai:, von Itama-Nagare bis hin zu feinem Hojoji Mokume ist alles machbar.

    Ohne Frage haben wir es von der Form und Ausführung her mit einer Shintoklinge zu tun. Shinto, der Beginn relativ einheitlich gesehen mit Keicho 1 ab 1596, bis, ähm - ja - der "Selbstfindungsphase" in der 1770gern bis Anfang 1780.

    In der Regel bewegt man sich bei "Shinto" im Kanteiwesen im 17 Jahrhundert. Danach wurde es schmiedetechnisch relativ dünn. Grob kann man dieses 17. Jahrhundert in 3 Phasen einteilen: die der "Firestarter", also die Generation der Schmiede, die einerseits die Renaissance auslösten, andererseits durch das von die Tokugawa nach 1600 veränderte Han-System zu den Begründern von Schmieden in den entsprechenden Han wurden (Keicho und Kanei). Ihnen folgen deren Schüler und Söhne in dem sich nun immer fester ordnenden Shogunat der Tokugawa zwischen Kanei bis Anfang Kanbun, danach deren Schüler und Nachfolger ab Kanbun über Enpo bis Genroku.

    Unsere Klinge zeigt weder Keicho noch Kanei-Merkmale, auch nicht die wieder eleganteren Formen ab Genroku und danach. Nee, das ist Hardcore, Kanbun. Wir haben uns ja letztens schon mal drüber unterhalten, während selbst die Klingen in der Region um Kyoto oder Osaka zu dieser Zeit durch Tapering und Sori oft eine gewisse Eleganz zeigen, hat unsere Klinge einen "Stock verschluckt". Und das meine ich wortwörtlich. Stock = Bokuto. Gerade Edo zeigt diese "praktikable" Form sehr ausgeprägt. Nicht nur, aber häufig.

    Betrachtet man das ganze geschichtlich Rückblickend, zog Ieyasu seine Hauptstadt Edo aus den Sumpf der Marschlandes der Flüsse Sumida und Edogawa in seinem sicheren Stamm-Hinterland hoch, das er sich in der Momoyama regelrecht gesichert und ausgebaut hat. Nobunaga wollte zwar etwas Abstand zur Kaiserstadt Kyoto, gleichzeitig sah er es als Notwendig an, zentral von Azuchi aus möglichst schnell alle Brandherde löschen zu können - und befand sich damit selbst voll im Brennpunkt. Leider auch wortwörtlich...

    Ieyasu wählte dagegen die Provinz, erfand das Sankin Kotei und setzte treue Vasallen in die Provinzen ehemaliger Querulanten.

    Seine neue Hauptstadt Edo wurde von vielen "Kulturmenschen" dagegen abgelehnt und mit Argwohn betrachtet. Nix Kultur, nix Kunst, nur dumpe Militär und Beamte. Die Regierung musste geradezu viele Handwerker "zwingen" sich in Edo niederzulassen, obwohl und gerade weil das Klientel und Bedarf ja da war.

    Zurück zur Klinge. Robust, kräftig, praktikabel, kaum Sori. Und die Ausstattung? Kein extravaganter Sudare wie in Kyoto, kein augenfälliger Toran oder flamboyanter Coji wie aus Osaka. Ein "simpler" Sugu Ko-gunome mit Ashi. Eher subtil, dich bei genauem Betrachten mit prächtig strahlenden Nioi, überzuckert mit breit streuenden Nie und vielen winzigen Hataraki auf feingestrickten Mokume und reichlich Ji-Nie. Alles passt klassisch zu Edo.

    Das schlimme ist, dass dieser Stil dermaßen typisch ist, dass er viele Absender haben kann. die Hojoji-Schule, Yasusada, die Edo-Yasutsugu, Morikuni , Kotetsu, Kaneshige. Jeder sicherlich mit Eigenheiten, auf den ersten Blich jedoch verdammt ähnlich.

    Kaneshige ist es bei mir wegen der markanten Boshi geworden. Ko-Maru ohne größeres Kaeri, akzentiert mit feiner Flamme und vor allem etwas Mishina-ähnlich. Und Izumi Kami ist es geworden, weil die Klinge eine subtile Edo-Yakidashi zeigt. Kazusa hält sich mit einer Yakidashi selten auf und beginnt gleich mit dem Thema. Der einzige Unterschied für mich, da man sie sonst nicht auseinander halten kann.

    Ach Herrjeh, ja. Wobei neben aller Verplapperei die Klinge sehr typisch ist. Ist schon komisch, früher konnte ich die Klingen dieser Herkunft nicht sonderlich leiden. Heute finde ich sie einfach nur schön.

    Tsurutas Oshigata ist wieder ein Meisterwerk. Man könnte meinen, er hat eine ganz andere Klinge gezeichnet...