Beiträge von sabiji

    Darauf hätte ich wetten können. Für DHL ist die Sache abgehakt. Längste Zeit war einmal eine Woche zwischen "zugestellt" und "angekommen" beim Zollamt.

    Laaaangweilig!


    Übrigens mein Gassan-Kämpfer wurde disqualifiziert, weil sich Sohnemann als Paps verkleidet hatte...


    Naja


    Der nächste Kampf ist wegen Bodennebel ausgefallen. Bei der nächsten Klinge wäre es doch wirklich schade!

    https://www.aoijapan.com/appraisal-quiz-547/

    Bitte nicht Tsurutas Oshigata anschauen. Da sieht das Schwert im Monouchi eher wie eine Kozori-Klinge aus. Schaut man sich hingegen die Reflexionsbilder an, geht einem das Herz auf.

    Wunderschöne Form, wunderschöner Hada, wunderschönes Deki.

    Das Klingen aus der Richtung, aus der ich auch diese vermute, im Monouchi vom Hamonverlauf etwas verhaltener werden, habe ich jetzt schon ein paar mal beobachtet. Das wieso würde mich mal interessieren.

    Nee, die mussten bei Dir wegen der Sippenhaft alle mit. Bei Versagen: rituelle Bachfettentfernung alle samt!


    Deswegen steht auch schon fest, dass mein Kämpe siegen wird: die Gassans klöppeln heute noch. Naotanes: nöö. Siehe Bauchpiercings.

    Meine Damen und Herren, in der linken Ecke: aus dem Stall von Startrainer Sabiji the only one Gaaaaassaaaaaan Sadayooooooooooooooshiiii.


    Und der rechten Ecke: vom zwielichtigen Kajihei durch Knebelvertrag in den Ring geworfen - Naotaaaaaaaaaaane nebst Truppe (traut sich nicht alleine)


    Let´s get ready to rumble!

    Nun gut, nach dem hier eine ergiebige Diskussion zum Schwert entstanden ist und ich morgen wahrscheinlich kaum Zeit haben werde, gedenke ich in alter IDA-Tradition am Donnerstag schon meinen End-Senf abzugeben.

    Ich beziehe mich an dieser Stelle an meinen letzten Beitrag und meinen beiden Verdächtigen.


    Mein "Querbeet-Verdächtiger", dem ich alles zu traue ist der olle Naotane. Es gibt ja nüscht, was der nicht gemacht hat und wenn man irgendwie ein Schwert so richtig keinen anderen Schmied mit ruhigen Gewissen in die Schuhe schieben kann, ist es nicht verkehrt darüber nachzudenken, ob nicht Naotane damit was zu tun haben könnte. Aber auch dieser hat so seine Eigenarten und die kann ich selbst bei diesem Schwert nicht in Einklang bringen.


    Ich erwähnte ja schon, dass ich daran knabbere, in welche Richtung überhaupt stilistisch unser Machwerk geht. Sowohl Hada als auch Hamon können sich nicht so richtig entscheiden. Da haben wir Ko-Mokume aber auch etwas unregelmäßiges Masame und ein Hamon mit Suguha-Haupteigenschaft und jeder Menge horizontalen Hataraki in Yamato-Manier, plus jede Menge Ashi bis hin zu Ko-Choji im Stil des Yamashiro oder Yamashiro-beeinflussten Bizen.


    Schmeiße ich das alles in einen Topf, geschüttelt und nicht gerührt, kommt bei mir Gassan Sadayoshi raus. Cheers!

    ...und Ignoranz.

    Das Ding erscheint viel zu sehr gewollt, als dass es eine frühe Yamikichi sein könnte. Selbst viele Futagoyama sehen da "flüssiger" aus. Außerdem, worüber regen die sich auf? Die Signatur kann von der NBTHK nicht verifiziert werden, unabhängig ob es tatsächlich eine Kodai wäre. Zudem gefällt ihnen das Ding doch, dann ist die Welt doch in Ordnung. Oder nicht. Du meine Güte, was für Dramen.


    Es sieht nicht so aus, als ob Ida noch bei ist, also müssen wir das Ganze etwas transparenter gestalten.


    Moderate Länge und Sori. Die Kissaki extendiert. Unauffälliges Tapering zwischen Moto und Saki-Haba. Klinge wirkt dadurch recht Nanbokucho-esk, sprich Mitte/Ende 14. Jahrhundert. Dennoch haben wir es hier mit einem Utsushi zu tun, einer Kopie eines alten Stils. Nanbokucho-Kopien waren im frühen Shinto (frühes 17. Jhdt) und im späten Edo (19. Jhdt.) beliebt. Schwerpunkt der Shinto Kopien war aber das Soshu den. Vorliegende Klinge ist alles andere als Soshu. Ich überlege selbst gerade, was es sein könnte. Hauptsächlich wirkt diese Klinge Yamatoesk, durch die vielen kleinen Ashi und Ko-Choji-Formationen mit einer Portion Yamashiro/Bizen.

    Wir haben hier einen Ko-Itame/Mokume der partial zusätzlich in Masame gelegt ist. Kräftiges Ji-Nie und Chikei lassen die Hada saftig erscheinen und leuchten. Das Nie der Hamon ist fein und streut sanft (Ha-Nie).

    Das ist schon eine Klinge eines Schmiedes der ersten Kategorie der Shinshinto.

    Wenn man jetzt das Hauptmerkmal des Yamatoesken nimmt und dann die Schmiede, welche hier in dieser Zeit wesentlich unterwegs waren heranzieht, scheiden bei mir, wie schon oben geschrieben, alle die ich auf den Schirm habe aus.

    Katsuma Norikatsu habe ich auch schon mit Ashi gesehen, aber das Masame wäre dominanter, ebenso die Klingenform und die Yasurime stimmen nicht. Ein spätes Sendai Kunikane Derivat? Nee bin ich nicht glücklich mit. Der saftige Stahl fällt auf. Vielleicht was Richtung Kiyomaro-Schule? Kiyondo würde mir einfallen. Mmmmh...neee, außerdem mit Kessho? Kawai Hisayuki hatte auf Grund seines ersten Lehres recht augenfälligen Hada drauf, der sich im Hamon Bereich masameartig verhielt und mit dem Nie der Hamon interagierte. Aber ein Hisayuki ist es auch nicht.


    Im Grunde habe ich nur noch zwei Leute im Generalverdacht. Einem der Querbeet in alles Stilen gewildert hat und dem ich alles zu traue. Und einem Schmied, der erst spät in der Bakumatsu tätig, im Yamashiro, Bizen, aber auch Yamato unterwegs war. Zudem interagieren in dieser Schule seit altersher gern Hamon und Hada...

    Ja, ich habe es wirklich verpennt. Tsunatoshi stand auf meinem Zettel.


    Zum Neuen: Heiliger! Ist ´ne Papa-Klinge. So was mag ich. Ich habe aber erst mal nur eine Schule zu stehen. Die, welche mir spontan eingefallen sind, können es nicht sein.

    The Forrest


    Geschafft! Kein Yurei hat uns erwischt. Der Wanderweg endet unspektakulär an einem Sportplatz, dennoch sind wir verzückt. Die Kirschblütenwelle hat Ende April Japan längst überrollt, doch der Sportplatz ist umsäumt von Kirschbäumen, die vor Blütenpracht fast zusammenbrechen. Wahnsinn! Gleichzeitig wabern tief die Wolken in den Hängen der schroffen Misaka-Berge. Das Ganze erinnert mich etwas an Norwegen, wenn da nicht die Kirschblütenpracht wäre.

    Eigentlich kein Wunder, sind wir hier doch um die 1000 Meter über dem Meeresspiegel, es ist hier deutlich kühler als in Tokio und die Natur ist hier weit zurück. "Na Super, wenigstens Kirschblüten, wenn uns schon der Fuji schmählich verraten hat."

    Fast jeden Tag hatte ich den Wetterbericht verfolgt, denn wenn man schon zum Fuße des Fuji fährt, wäre es eine coole Sache, den Fuji zu sehen. Ich musste ja auch den Highway-Bus nach Kawaguchiko buchen und einige Abfahrtszeiten waren schon ausgebucht. Aber der Wetterbericht wechselte fast stündlich von richtig Klasse bis absolut unterirdisch mit sintflutartigen Regenfällen.

    Da ich in meinen früheren Leben ein schlechter Mensch war, präsentierte sich das Wetter am Tage unseres Ausflugs grau und regnerisch. Da wo der Fuji hätte sein müssen, war ... nichts. Fuji mit ohne Fuji.

    Also haben wir den Abstecher nach Fujiyoshida zu DEM ULTIMATIVEN Foto-Spot des Fuji gleich sein gelassen und mir damit an die 1000 Treppenstufen und Knie-Aua erspart. Dann lieber gleich bei gruseligen Wetter nach Aokigahara und damit zur Wind-Höhle. Um den ersten Bus der grünen Linie in Kawaguchiko in Richtung Windhöhle zu erwischen, ging es schon um 6:40 von Shibuya mit dem Highway-Bus los. Der Bus war rappel-voll, hauptsächlich junge Japaner, darunter viele Mädels. Mir war es ein Rätsel, wie die in ihren hellen Stofftretern durch die Natur stiefeln wollen. Wir waren so gut wie die Einzigen, welche mit Outdoor-Nahkampfklamotten gerüstet waren. Des Rätsels Lösung ist ein Halt vor der Endhaltestelle - der Fuji-Q Freizeitpark. Hier verschwand der Großteil der schnatternden Busladung. Deswegen ist es ratsam, zu mindestens hin zu den Bus im Vorfeld zu buchen. Manche Abfahrtszeiten waren eine Woche im voraus bereits ausgebucht.


    Es ist erstaunlich, wie schnell man zu mindestens Richtung Fuji die Metropole Tokio hinter sich lässt. Wir fahren am Mount Takao vorbei, den wir später noch besuchen werden. Die Landschaft erinnert hier etwas an das Bode-Tal im Harz. Anfangs ist alles noch frisch grün, doch um so höher wir Richtung Fuji kommen nimmt sich die Natur immer mehr zurück.

    Von Kawaguchiko braucht es noch mal etwa 40 Minuten mit dem grünen Bus bis zum "Meer der Bäume". Von der Nordseite des Fuji fällt das Gelände sanft ab. Hier reihen sich die "fünf Seen" auf, wie der Motosu, Saiko und Kawaguchi-See. Begrenzt wird das Ganze von den Misaka-Bergen mit ihren steilen Hängen. Früher war das der letzte Zipfel der Provinz Kai, dem Herrschaftsgebiet der "Bergaffen von Kai", dem Takeda-Clan. Heute ist es Teil des Hakone-Izu-Fuji-Nationalparks und gehört zur Präfektur Yamanashi.


    Die Windhöhle erreichen wir mutterseelenallein. Der Vorteil des schlechten Wetters: es sind kaum Touristen unterwegs. An der Kasse kann man gleich ein Kombiticket für die knapp 2 km entfernte Eishöhle kaufen. Machen wir glatt.

    Wer von den großen deutschen Tropfsteinhöhlen verwöhnt ist, wird hier eher enttäuscht sein. Aber es sind halt keine Höhlen, welche durch tausende Jahre Erosion entstanden sind, sondern eher Hohlräume, welche beim großen Ausbruch des Fuji vor etwa 1200 Jahren entstanden sind. Bemerkenswert ist die enorme Sprungschicht der Temperatur, wenn man zur Höhle hinab steigt. Es wird schlagartig eiskalt. Deshalb wurden die Höhlen in der Edo-Zeit wie große Eiswürfelmaschinen für die Fischmärkte genutzt. Das eindringende, gefrierende Regenwasser wurde das ganze Jahr geerntet und nach Edo (Tokio) geliefert. Außerdem wurden hier Seidenraupen-Kokons gelagert.


    Wer nicht so körperlich flexibel ist, sollte ich die Eishöhle eventuell klemmen. An der schmalsten Stelle muss man sich echt Fakir-artig durchzwängen. Zwischen Boden und Höhlendecke sind es gerade mal 80 cm. Ich glaube nicht, dass man das in Deutschland zur Begehung genehmigt hätte. Im Gegensatz zur Windhöhle achten die Angestellten darauf, dass man hier den Helm auch aufsetzt.


    Der Weg zwischen den beiden Höhlen zeigt die traurige Berühmtheit des Waldes auf, forciert durch -zig idiotische Youtuber, welche nur deswegen hier her kommen. Die berüchtigten gesperrten Wege finden sich in unmittelbarer Nähe der Höhlen. Gegenüber der Absperrung das Schild, "dass das Leben doch nicht so Sch...e ist, wie es wirkt, usw." Hier ist der Aokigahara der Suicide-Forrest.


    Ich habe lange versucht, über die Wanderwege dieser Gegend Informationen zu finden, aber das Netzt ist zugemüllt mit dem Suicide-Gelaber. Wie auch immer, erst vor Ort erkennt man, dass es eine Vielzahl von tollen Wandermöglichkeiten gibt. Wir begnügten uns von hier einmal quer zum Iyashino-Sato Nenba Dorf zu wandern. Dieses Dorf direkt am Fuße der Misaka-Berge war einst Opfer eines Erdrutsches, wurde dann im traditionellen Stil wieder errichtet und ist Heute so etwas wie eine Künstlerkolonie, wo man diverses trad. Kunstgewerbe erstehen kann.


    Und kurz vor diesem Dorf verlassen wir den Wald und freuen uns ein Kullerkeks über die Eingangs beschriebene Kirschblütenpracht. Wenn schon kein Fuji, wenigstens die Kirschblüten. Ich schau mich nach einem guten Fotomotiv um und starre plötzlich entgeistert Richtung Wald zurück: "d..d..da, d..der Fu.., der Fuji!!!! Verdammt, verdammt, schnell! Stell dich da hin" fahre ich meine Tochter an und versuche Tochter nebst Fuji bestmöglich mit der Kamera einzufangen. Aufkommender Wind hat die Wolken aufgerissen und gibt etwas von dem massiv mit Schnee bedeckten Gipfel des Fuji frei. Die Geister des Fuji no Jukai sind uns also keinesfalls so böse, wie es alle einen weis machen wollen. Ganze 1 1/2 schenkt der Vulkan uns noch seine Gunst, dann verhüllt er sich wieder im Grau des Himmels.


    Über den Wald wird viel Blödsinn im Netz gelabert. Er sei gruselig still, man könne sich leicht verlaufen und natürlich spuke es.

    Der Wald ist einfach nur wunderschön. Der Boden des Waldes ist ein einziges gigantisches Geröllfeld, entstanden beim Ausbruch des Vulkans 864 a.D.. Es wachsen hier überwiegend Koniferen und Zypressen, die immergrün sind und durch fehlendes Laub keine Humusschicht bilden. Das Geröll ist daher von Moosen und Flechten bewachsen und die Wurzel der Zypressen krallen sich an der Oberfläche wie riesige Tentakeln von Kraken an den Steinen fest. Teilweise ist der Boden dermaßen zerklüftet, dass es schwachsinnig wäre, dort reinlaufen zu wollen, ohne sich Greten zu brechen. Zypressen sind etwas leiser im Wind, aber es rauscht nicht wesentlich anders wie in jedem anderen Wald. Über zu wenig Vogelgezwitscher, selbst bei dem eher bescheidenen Wetter, brauchten wir uns auch nicht beklagen. Die Wanderwege sind bestens ausgeschildert - in Kanji und lateinischer Schrift. Süß fand ich, dass man die Wahl zwischen dem "normalen" Trail und einem "hard Trail" hatte. Dieses "hard" hatte in etwa die gleiche Wertigkeit, wie das "sehr scharf" auf der Packung einer Supermarkt Pizza. Dennoch ist man mit leichten Wanderschuhen gut beraten.


    Zu guter Letzt: die Region ist berühmt für ihre Udon-Nudeln. Deshalb meine dringende Empfehlung, vor Ort eine Portion der dicken Regenwürmer zu verdrücken.

    Von A nach B


    Erfolgreich haben wir uns durch die Gänge und Treppen des Bahnhofs gekämpft und haben auch den richtigen Ausgang gefunden. Letzteres ist enorm wichtig! Jedenfalls sehen wir wieder Tageslicht und stellen uns erst mal so, dass wir keinem im Wege stehen. Blick die Straße links runter: äähh..., Blick die Straße rechts runter: kratz, kratz...oder eher gerade zu? Joah...Smartphone in die Hand, Google Maps rein und eene, meene Muh, erst mal da lang...40 Meter gelaufen. Der Punkt bewegt sich! Ooookay, auf dem Absatz kehrt, marsch!


    Meine dringendste Empfehlung für das erfolgreiche irgendwo ankommen in Tokio: ein Smartphone nebst Navi-App und Internet. Eine Offline-App geht sicher auch, aber Online war mir sicherer. Das Ding ist einfach dass Straßenschilder Mangelwahre sind. Bestenfalls an großen Kreuzungen und Straßen sind sie mir aufgefallen. Hausnummern sind ähnlich selten und eh durcheinander. Erstaunt war ich ebenfalls, dass es für mein dafürhalten in Tokio verhältnismäßig wenige Hinweisschilder gibt, welche auf eine Sehenswürdigkeit in der Nähe verweisen.


    Dabei habe ich noch nicht einmal geglaubt, dass ich in Japan Internet am Mann haben werde. Chips für Telefonie und Internet in Japan kann man sich schon von Deutschland aus besorgen. Aber natürlich war wieder mal mein Modell von Telefon nicht dabei, wo ein Funktionieren garantiert wurde. Ansonsten lauern in Narita diverse Stände von Anbietern darauf, dir zu Konnektivität zu verhelfen. Aber bereits beim Zwischenstopp in Moskau, als ich ungelogen in einer 300 Meter langen Schlange anstand um eine völlig sinnlose Sicherheitskontrolle zu passieren, stellte mein Handy fest: nanuuu, was machst du den hier? Brauchste du Stoff? Für die und jene Konditionen kannste so und so viel Volumen haben. Mit wenigen Fingertips konnte ich damit auch gleich schon in Moskau meiner Frau übermitteln, dass Scheremetjewo der größte Saftladen ist. Das Datenvolumen war für 30 Tage ausgelegt und hat dicke für meine Belange gereicht.


    Fortsetzung folgt

    Konbini


    Ich habe den Metro-Bahnhof längst wieder vergessen, der mich dann leibhaftig das erste Mal auf Tokioter Boden ausgespuckt hat. In einigen 100 Meter gab es an die 4 oder 5 Metro-Stationen im Umfeld unseres Hotels. Obwohl ich mir auf meinen Orientierungssinn echt was einbilde, hatte ich bis zum Schluss echt zu tun gehabt, von den jeweiligen Stationen auf anhieb die richtige Richtung zum Hotel zu finden. Orientierung ist ein eigenes Thema.

    Vorerst bugsierte die Tochter ihren von der langen Reise und den Eindrücken leicht angeschlagenen Vater durch die Straßen.

    Ich war in meinem Leben als echter England-Fan bestimmt an die 25 mal in London. Unwillkürlich musste ich an London denken, als ich durch ein Labyrinth von quirligen "Gassen" geschleift wurde. Unzählige winzige Restaurants, die Gerüche sind überwältigend. Die ganzen kleinen Nebenstraßen besitzen keine Bürgersteige, so wusste ich erst mal nicht, wessen ich meine Aufmerksamkeit schenken sollte, den Läden, Restaurants, Auslagen, Häusern, Menschen, oder das mein A... in Sicherheit vor Mopeds und Autos ist.


    "Hast Du Hunger?" fragte Tochter. "Naja, lecker schnupperts schon. Ich dagegen wahrscheinlich eher nicht nach -zig Stunden". "Okay, dann essen wir im Hotel"! "Watt? Die haben ein eigenes Restaurant?" "Neee", lacht Tochter, "umme Ecke ist gleich ein 7 Eleven".


    Aha.


    Und so war das erste was ich in Japan aß ausgerechnet ein Fertiggericht aus der Mikrowelle auf dem Hotelzimmer. Hört sich aber schlimmer an, als es tatsächlich ist. Es gibt eine ganze Reihe sogenannter Konbinis. Es 24 Stunden Geschäfte und weit mehr als nur "Supermärkte". 7 Eleven, Lawson und FamilyMart sieht man am Häufigsten in Tokio. Konbinis sind schon fast kleine Rettungsinseln im Großstadt-Dschungel. Ich sprach schon das Thema Klos an, hier findest du kostenlose WC. Konbinis besitzen auch immer einen abgetrennten Bereich mit Tischen und Stühlen, in dem du "kostenlos" mal die Beine lang machen kannst. Hier kannst Du auch angebotenes Essen verputzen. Fertigessen hört sich etwas "billig" an, aber die Auswahl ist extrem frisch und wirklich lecker. Die Fertigessen haben mit den Angeboten unserer Discounter nichts zu tun. Bestimmte Fertigessen kann man sich an der Kasse gleich warm machen lassen. Vor Ausflügen haben wir uns früh auch gerne mit Onigiris eingedeckt, die unterwegs echt satt machen.

    Traust Du dem Akku deines Smartphone nicht und bist du dir deswegen nicht sicher, dass dein Mobil-Ticket bei der Rückreise einer Fernbus-Tour noch angezeigt wird? Kein Ding, mit dem USB-Stick in den Konbini und Ticket ausgedruckt. Ist am Anfang etwas try and error, aber das macht es erst interessant. Deine Suica kannst Du hier aufladen, oder damit sogar bezahlen. Lustig: als Teutone habe ich natürlich das Biersortiment des "7 Eleven von umme Ecke" durch probiert. Jedes Mal wenn der Scanner der Kasse ein alkoholisches Getränk erkannte, wurde ich höflich aufgefordert durch tippen auf den Screen der Kasse zu bestätigen, das ich schon 20 bin. Ich fühlte mich stets geschmeichelt.

    Geld abheben mittels Kreditkarte an den Geldautomaten im Konbini - insbesondere wenn Du die Summe in kleinen Scheinen möchtest - hier bist Du richtig.

    Ach und noch was: Konbinis besitzen für jap. Verhältnisse etwas ausgesprochen wertvolles - Mülleimer!


    Ist ein eigenes Thema.


    Kommt später...

    Fahrkartenschnipsel? Warum habt ihr keine Suica Card geholt? Ist viel bequemer.

    "Fahrkartenschnipsel" bezog sich auf den Skyliner. Da funzt die Suica nicht. Mit Suica kann man die Sobu oder Keisei Linie nehmen, aber dann hast du einen Bart, wenn du in Tokio ankommst. Der Japan Rail Pass deckt den NEX ab, weil´s ein staatliches Unternehmen ist. Aber der Rail Pass hat sich für meine Vorhaben nicht gelohnt.


    Meine Suica, welche ich mir schon in Deutschland besorgt habe, durfte ich dann nach dem Skyliner in Ueno endlich zücken.