Beiträge von sabiji

    So eben hatte ich es auch noch im Kopf. Das Mon sagt da leider nicht viel aus nur das Mei eben. Aber auch da wird es lustig. Man denke auch nur daran, dass man auch gerne nur dem Schwertern ein Namen verpasste oder nur den Besitzer ein gravierte wurde, nicht unbedingt den Schmied.
    Für mich ist es nun ein spassiges Spiel die Kanji's zu zu ordnen. Ob da nun der Schmied, Besitzer, Epoche, Schule oder nur der Schwertname raus kommt. ^^

    Na ja, ein Mon war schon ein Statement. Die Schmiede jener Zeit durften es aus einen bestimmten Grund draufpinseln. Natürlich spielen solche Sachen genauso wie bestimmte Ehrentitel auch eine kommerzielle Rolle.


    Signaturen folgen einen bestimmten Muster. Schlüsselkanji zu kennen und zu finden hilft ungemein. Wenn Du dich näher damit auch in Zukunft auseinandersetzen willst, kann ich dir dieses Buch wärmstens empfehlen: https://www.amazon.de/Japanese…k-Practical/dp/1891640097


    Irgendwann hast Du das System drin und kennst die häufigsten Kanji, dann geht das grobe Übersetzen recht fix und auch ohne Buch.

    Ja es ist ein Waki.Im Zweifel machen wir aus dem Ding eine kleine Vorlesung über diese doch recht interessante Schmiedegruppe.
    Lassen wir uns den Spaß verderben ; Och nö.

    So können wir es machen, aber warten wir mal was Ida dazu meint. Zu mindestens eignet sich die Klinge prima zum zeitlichen Einordnen. Da ist sie recht Lehrbuchmäßig.


    Kogaratsu: da Du weißt, wer es ist und somit aus welcher Zeit es stammt, kannst du ja die stilistischen Merkmale bezüglich der Zeit betreffend erklären. Aber erst Ida abwarten.

    Och neee, das kann doch nicht wahr sein! <X


    Kogaratsu du hast Recht! Ich hatte mir nur das komplette Klingenbild und das Hamon-Reflektionsbild angesehen. Auf den anderen Bildern hat er tatsächlich geschlampt.


    Na gut, wenn du die Kanji lesen kannst, behalte erst mal es für dich, falls Ida damit nichts anfangen kann. So hat wenigstens einer was davon.


    Im übrigen hatte ich zwei Schmiede im Verdacht gehabt. Die Klinge die ich gesehen hatte, war wie Kaji sie beschrieben hat: der Hamon fast auf einer Höhe an die Decke (Shinogi) genagelt und dann Tropfsteinhöhle gespielt. Nur kann ich mich Hamontechnisch an keine "..." erinnern. Bleibt also einer der Obermotze der Schule...


    Nun gut.


    Ja, es ist ein Wakizashi. Ich habe bisher auch nur Wakis von denen in der Hand gehabt. Scheint von denen hauptsächlich produziert worden zu sein. Ein Phänomen dieser Periode auch bei anderen Schulen.

    Sehr schön!
    Spontan fallen mir bei Darstellungen zu Kampfkünsten die Darstellungen Hokkusais ein, typisch und nicht näher bezeichnet in seinem Manga - Sketch - Stil. Da gibt es eigentlich alles, von Kendo und Kenjutsu, Naginata- und Yarijutsu, so etwas wie Aikijutsu und Ringen usw.


    Anfang September fahre ich nach London und meinen Lieblings-Holzschnittladen wird bestimmt besucht. Da habe ich zu mindestens diese Hokkusai-Shetche immer gesehen.


    Apropos,
    magst Du nicht bei unserem Kanteispielchen im Nachbar-Nihontoforum mitmachen?

    EEEEndlich!


    Koyama Bizen no Suke Munetsugu! Und auf den ersten Blick von Arbeit aus vom Foto der Datierung Bunkyo im 5. und letzten Jahr (müsste 1865) sein!


    Atari an Kajihei, Ida und mich (Mit Sonder-Bummi für Bunkyo :D )! Kogaratsu war mit dem Tsunatoshi-Schwert dicht dran und bekommt :thumbsup: .


    Auf ein Neues! Wobei als ich die Klinge sah mir Tsuruta so richtig auf den S.ck geht! Binnen Sekunden hatte ich schon eine Idee, bin mir aber nicht sicher, ob der Schmied ein bestimmtes Merkmal der Hamon gebaut hat. Zumindestens gibt's hier mal was neues zu lernen.


    http://www.aoijapan.com/appraisal-quiz-399

    Ida, wann warst Du das letzte mal in Berlin? Mülleimer sind mega-out!
    Wenn das Wegebier empty ist, wird es auf den Boden abgestellt. Irgendwann kippt die um und kollert durch das Abteil, so das jeder davon was hat. Ganz ehrlich, kein sozial-verantwortungsvoller Trendy-Wegebier-User mutet Pennern zu, in Mülleimern wühlen zu müssen.


    In Berlin werden Trends gesetzt.


    Apropos, da fällt mir was ein, obwohl es schon einen Bart hat: Hipster!

    Wo ich total flippe ist das "Wegebier". Kam letztens im Radiosender "...machst dich hübsch, schnappst Dir dein Wegebier und gehst zur Party."


    Vor 20 Jahren waren Leutchen mit ´ner Bierpulle in der Öffentlichkeit in der Hand ausschließlich Penner, Alkis und Punks. Wenn ich heute gegen 22:00 Uhr Freitags oder Samstags in Berlin unterwegs bin und KEIN Wegebier in der Hand habe, bin ich der Assi und Penner.


    Dabei ist auch Wochentag und Uhrzeit und der Weg zur Party nicht mehr auschlaggebend. Neulich fuhr ich S-Bahn, da setzte sich eine Mitt-Zwanzigerin neben mich. Es war Feierabend-Zeit, das Mädel war hübsch und adrett wie eben eine typische Schwiegervaterschwarm gekleidet.
    Nach dem sie das obligatorische Handy-checking beendet hatte, kramte sie in der Handtasche, förderte eine Bierflasche zu tage, hebelte den Kronkorken gekonnt auf und zog sich gepflegt wie ein gestandener Bauarbeiter die Pilsette rein. Nicht schlecht so ein Wegebier.

    Danke für die Blumen, aber es ist nur ein sehr, sehr grober geschichtlicher Background.


    ...und Tsuruta mährt sich wieder einen aus.



    Da wir ja noch im Shinshinto sind, hier mal was aktuelles von seiner Seite:


    http://www.aoijapan.com/katana…tsuyama-fujiwara-nagahiro


    Das Schwert ist eine Zusammenarbeit zwischen 2 Schmieden und ist ein gutes Shinshinto-Beispiel für eine Kopie des Nanbokucho-Stils. Für echtes Nanbokucho wäre die Klinge schon arg krumm und - jedenfalls sehe ich das so - neben Toori-sori auch eine Portion Saki-sori. Hamon und Hada orientiert sich an Koto-Vorbilder. Mit dieser Tenpo-zeitlichen Klinge sind wir also schon tief in der Koto-Renaissance drin, nur von der Form ein Tick overload. Was aber auch wieder typisch für Shinshinto ist.


    Was für mich wieder sehr verwirrend ist, ist die Zuschreibung Tenryushi Masataka als Enkel Ozaki Suketakas als Schöpfer des Schertes. Es gibt Darlegungen, dass Masataka Sohn, Enkel, Schüler von Ozaki Suketaka war, aber auch Sohn eines anderen Schmiedes. Ihr erinnert euch aus meinem Vorposting: Ozaki Suketaka als einer der "Schwellenschmiede" des Shinshinto. Zu mindestens der Enkel ist kurz nach 1800 geboren und arbeitete bis in die Meiji-Zeit. Wenn es einen Enkel gibt, so auch einen Sohn, somit 2 Generationen Masatakas.


    Wenn ich an Tenryushi Masataka denke, fällt mir spontan Kikusui-Hamon ein:


    http://www.tetsugendo.com/swor…2_Tenryushi_Masataka.html


    Chrysanthemen in Wasser treibend mit Wellen und Gischtspritzern. Ja auch das ist Shinshinto! Ich würde solche arbeiten den Sohn Suketakas in die Schuhe schieben. Der Sprung von Toran zum Kikusui ist kürzer, als zu der ersten kotoesken Arbeit.

    So wie versprochen noch mal kurz was zum Shinshinto.


    Schwertgeschichtlich wird das Nihonto in der Feudalzeit in drei Gruppen klassifiziert: Koto - alte Schwerter, Shinto - neue Schwerter und Shinshinto - die "neue" neue Schwerter. Die Gendaito bilden dann die Gegenwärtigen Schwerter.


    Die drei feudalzeitlichen Epochen können nochmals "evolotionstechnisch" unterteilt werden. Das habt ihr ja schon bei der Koto-Kanteiklinge mitbekommen. Da wird von Heian, Kamakura I, II und III geredet, von Nanbokucho, frühe Muromachi und Sue-Koto.


    Der Beginn der neuen Schwerter ist gegen Ende der Azuchi-Momoyama Periode und mit Beginn der Tokugawa-Herrschaft mit einer grundlegenden wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Umwälzung ebenfalls plausibel.


    Wie kann man aber die Shishinto-Periode erklären? Eine reine Renaissance von einigen wenigen Schmieden?
    Wenn man die Shinto-Periode betrachtet gibt es immer wieder Schubwellen in der Schmiedetradition die einen Generationshintergrund haben. Die Keicho-Shinto Zeit (ab 1596) mit den Initiatoren der neuen Schwerter. Schüler dieser ersten Dynamik finden ihre Zeit im Kanei (1620ger). Die Kanbun (1660ger)ist ohne Zweifel die wichigste Hoch-Shinto Zeit, zuletzt in geringerem Umfang um Genroku bis Kyoho (1680 bis etwa 1715), dann wird es still um das Nihonto.
    Bis in die 1650ger war das Shogunat noch stark von den Nachwehen der Einigungskriege geprägt. Die ersten drei Tokugawa-Shogune waren noch typische starke militärische Führer. Beim 4. Shogun Ietsuna standen wichtige Berater im Hintergrund. Als der körperlich schwächliche Ietsuna starb, kam sein Bruder Tsunayoshi an die Macht. Tsunatoshi war kein typisch militärischer Führer mehr, er entsprach bestens dem luxusorientierten Machtpolitiker. Tsunayoshis Amtsperiode bildet damit an sich den "Scheitelpunkt" der Shinto-Zeit, während die Schwertschmiedekunst danach in die Bedeutungslosigkeit abrutscht.
    Der 8. Shogun Yoshimune versuchte in den 1710ern noch einmal die Schwertschmiedetradition zu puschen, in dem er Wettbewerbe initiierte, Doch es war nur ein kurzes Aufbäumen. Die askethische und orthodoxe Grundhaltung der Samurai-geprägten Gesellschaft wich der des städtischen Bürgertums (Chonin) . Schon im Hagakura in den 1710ern wird beklagt, das die jungen Samurai die Fechtkunst vernachlässigen und sich lieber über Mode und Frauen unterhalten. Oder 1703, der Fall der 47 Ronin. An sich gefeiert als Beispiel wahren Kriegertums, die ihren Herrn letztendlich gerächt haben. Auf der anderen Seite waren viele nachdenklich, dass sich letztendlich nur 47 Gefolgsleute ( von zig hunderten) bereitgefunden hatten, ihren Herren zu rächen und damit zu sterben.


    Um 1800 sieht natürlich Japan ganz anders aus als Anfang des 17. Jhdts. Japan ist reich, aber wenn ich von einem wirtschaftlichen Niedergang spreche, dann nicht im Kapitalistischen Sinne, dann eher von einer wirtschaftlichen Verschiebung in Bezug auf das Ständesystem zu ungunsten der Samurai. Theoretisch gesellschaftlich an oberster Stelle besaßen sie kaum bis keine wirtschaftliche Macht. Ihre Einkünfte in Koku Reis bemessen wurden vor Generationen festgelegt, wurden kaum angepasst und entsprachen nicht den wirtschaftlichen Verhältnissen und führte zusätzlich zu Verarmung und Verschuldung. Doch sie bildeten nach wie vor die geistige und philosophische Elite. Es waren vor allem Samurai, welche zig Schulen (auch philosophische Schulen) gründeten. Das geistige Niveau war sehr hoch und trotz Abschottung wurde das Ausland genau beobachtet. Schon um 1800 wurden Stimmen laut, es europäischen Staaten gleich zu tun und zum Nationalstaat ohne das Daimyotum zu werden. Auch um 1800 war die Befürchtung einer Bedrohung von Außen schon da. Russland erschloss sich Sibirien bis Kamtschatka und Japan orientierte sich nun deutlicher die nördlichen Ländereien (Hokkaido, Kurilen)zu erschließen und zu sichern.
    In den philosophischen Schulen wurden viele politische Ansätze Innen- wie Aussenpolitisch aufgestellt, erörtert und diskutiert.


    Es gab im späten 18. Jhdt. Reformen, welche versuchten Japan wirtschaftlich zu stärken mehr Gilden zu zulassen und Monopole zu verkaufen um Steuern daraus zu ziehen. Was im Grunde sich wirtschaftlich vernünftig anhört, läuft dem eigentlichen japanischen Stände- und Feudalsystem zuwider. Dieser Versuch der Kapitalisierung verschärfte die Situation der Samurai und führte zu Unmut. Mit der Kansai-Reform (ich glaube ab 1789) nahm man die Wirtschaftsreformen zurück, versuchte die Landflucht zu unterbinden und die Naturalwirtschaft wieder verstärken. Der Grundtenor war, sich auf die alten Samuraiwerte zurück zu besinnen (auch auf Hinblick äußerlicher Bedrohung) und Dekadenz und kultureller Luxus zu verurteilen und zu bekämpfen. Beste Beispiele sind die Zensor-Stempel der damals in Blüte gehenden Holzschnitte (Ukiyo-e).


    Mit dieser geistigen Rückbesinnung auf das Samurai-tum steht die Renaissance der Schwertschmiedetradition im Einklang. Schwerter waren wieder gefragt und Schmiede konnten wieder wirtschaftlich von ihrem Handwerk leben. Die Schmiede waren ja nicht verschwunden, sie hatten sich lediglich auf ein wirtschaftliches Mindestmaß reduziert. Andere Schmiededynastien hatten das Glück unter Anstellung oder Patronat von Landesherren zu stehen.
    Die Zentren dieser neuen Renaissance waren aber die wirtschaftlichen und politischen Mittelpunkte des Landes wie Edo oder Osaka. Die ersten Generation der Schmiede der Shinshinto-Periode welche wieder Klingen in bemerkenswerter Qualität herstellten, arbeiteten in dem Stil, der damals am beliebtesten war, dem Shinto-Osaka-Stil basierend auf dem Toran-Hamon des Shintoschmieds Tsuda Sukehiro. Schon das Standartwerk Anfang des 18. Jhdt. über die Schwerter der Shintozeit, dem Shinto-Bengi, pries die Schwerter Sukehiros und Shinkeis als die besten Shinto-Schwerter an. Es waren Schmiede wie Tegarayama Masashige, Ozaki Suketaka und Suishinshi Masahide, die diesen Stil aufgriffen. Auch Kato Tsunahide, Schüler Masahides und Bruder Tsunatoshis (und möglicherweise Lehrer Munetsugus - wahrscheinlicher Schöpfer unserer Klinge) arbeitete in diesem Stil.
    Das war der erste Funke. Der wirkliche Motor und damit die Grundlage dass die Shinshinto wirklich zu einer Renaissance wurde, war die Überlegung Suishinshi Masahides tatsächlich alte Schmiedetechniken aufleben zu lassen, diese Stile zu kopieren und die Kunstfertigkeit des Handwerks alten Schwertschmiede der Kamakura und Nanbokucho-Zeit mit der Gebrauchstüchtigkeit des Schwertes zu vereinigen.
    Masahide soll über 100 Schüler gehabt haben, welche wiederum Lehrer wichtiger Schmiede werden sollten (siehe unser Beispiel). Die Innen- und Außenpolitischen Geschehnisse führten dieser Schmiedeepoche zusätzlich Energie zu, so das ein abreißen der Qualität in den Schwerter bis zum Ende des Bakufu nicht zu verzeichnen ist. Vergleichbar mit der Koto-Periode ist sie natürlich nicht, dazu ist sie zeitlich zu begrenzt und hat auch gänzlich andere Faktoren zur Grundlage. Sie wird in meinen Augen aber oftmals viel zu unterschätzt.

    Wie? Was? Womit bin ich dran?


    Ist doch an sich schon alles gesagt. Auch ich denke Koyama Bizen no suke Munetsugu mit einer Arbeit aus den 1860gern, womöglich Bunkyo. Warum ich eher Bunkyo tippe, liegt eher auf der praktischen Ebene. Er hatte dort schon Kajiheis beschriebenen statischen Stil, nur war er in Bunkyo noch etwas produktiver.


    Zu Hada und Hamon in Abgrenzung zu anderen Schmieden wurde eigentlich auch schon geschrieben. Grob gesagt kann man Shinshinto in 2 Hada Grundcharakteristika unterteilen (wie gesagt - grob gesagt, Es gibt Ausnahmen, aber es ist die Grundtendenz): sehr dichter und feiner Ko-Itame/Mokume mit Neigung zum Muji und andererseits ein sehr plastischer, deutlicher "Show-Hada", wobei ersterer überwiegt. Tsunatoshis Hada ist verdammt dicht und wirkt sehr Muji. Auch Munetsugus Hada ist sehr dicht, aber in seiner Struktur noch gut erkennbar und wirkt deshalb "schöner".
    Zum Hamon habe ich auch schon geschrieben. In Abgrenzung zu anderen Schmieden des Bizenstils legte Muntsugu eine Hamon an, die dem Koshi no Hiraita sehr ähnlich ist: nach einem Tani (Wellental) und einer steilen Koshi (Hüfte, steiler Aufschwung) folgt eine Yakigashira (Härtekappe) mit Choji-Elementen. Das Muster wiederholt sich, deshalb auch Munetsugu-Choji.


    Kantei bedeutet auch immer den Weg des Offensichtlichen und Wahrscheinlichsten zu gehen. Mit all dem genannten ist es am Offensichtlichsten und Wahrscheinlichsten, das Koyama Munetsugu der Schöpfer der Klinge ist.


    Heute abend kann ich ja noch mal allgemein was zu Shinshinto schreiben. Jetzt muss ich erstmal zum Bogenschießen.

    Wir gehen sogar noch ein Stück weiter und behaupten Beide, dass es ein spätes Werk ist. Kajihei meint Keio, mir liegt Bunkyo lieber.


    Sollten wir falsch liegen, machen wir uns schließlich auch voll Öffentlich zum Obst (oder zur Waffel). Aber es ist ja ein "lustiges Klingenraten".


    Ida, hättest Du auf einer echten Kantei Tsunatoshi getippt, wäre das verdammt gut gewesen.


    Aber auch ich glaube nicht dass es ein Tsunatoshi ist. Tsunatoshi hat mir "Schwung" und der Hada ist nicht Tsunatoshi-like. Aber es gibt noch offensichtlichere Gründe, die erst nach der Auflösung verraten werden.

    Ida, das ist eine berechtigte Frage. Willkommen in der Welt des Irrsinns.


    Ich breche erst einmal eine Lanze für Japan. Hier haben wir wirklich den besonderen Umstand, dass das Studium des jap. Schwertes fast genauso alt ist wie das Nihonto selbst. Keine andere Waffe und deren Montierungsbestandteile der Welt ist dermaßen durchforscht und aufgezeichnet. Unser Kanteispielchen geht weit in das jap. Mittelalter zurück genauso wie das Sammeln wollen bedeutender Klingen. Daher haben wichtige Stücke eine richtigen Lebenslauf ehemaliger Besitzer und Sammler.
    Das Vernichten wollen von Schwertern der amerikanischen Besatzer nach dem 2. Weltkrieg und die damit verbundenen Rettungsbemühungen von Experten und das Entstehen der NBTHK machte das Nihonto noch einmal zusätzlich bekannter und gab dem Schwert als Sammel- und Studienobjekt zusätzlichen Aufschwung.
    Wenn man etwas sammelt, hat das auch immer mit Geld, ja mit sogar viel Geld zu tun und so wundert es nicht, das auch das Fälschen in Japan in diesem Bereich eine lange Tradition hat. Du hast ja schon das Thema durch unsere jetzige Klinge tangiert.
    Ich sage mal grob, dass auch die meisten Fälschungen relativ "grob" sind. Für den Laien ist das nicht zu erkennen. Für jemanden, der sich intensiv mit dem Thema beschäftigt ist es wie ein Puzzlespiel: passt ein Puzzleteil irgendwie nicht, schrillen die Alarmglocken. Hundert Prozentig kann man allerdings nie etwas ausschließen. Auch die Papiere und damit Expertenmeinungen der NTHK sind bzw. waren davor nicht gefeit. Ich erinnere damit nur an die "Mafia-Papiere" der späten 70ger, Anfang der 80ger Jahre.


    Das nächste Problem sind natürlich die Sammler. Sammlungen werden aus unterschiedlichsten Bewegründen angelegt. Sammler zu sein bedeutet auch nicht zwangsläufig, die Objekte ihrer Begierde zu studieren oder Kenner der Materie zu sein. Diesen Anspruch muss halt jeder mit sich selbst ausmachen. Ab er es gibt sie in jedem Fall, die Sammler und Koryphäen. Und um das Ganze auf die Spitze zu treiben behaupte ich: Sammler haben ohnehin einen Dachschaden! Ich meine das liebevoll, aber es ist leider wahr. Das Ganze ist zu komplex und ein eigenes Thema. Man kann es nicht mit wenigen Sätzen umreißen.


    Bleibt die Frage um die Echtheit. Nun, das Teil ist mit Sicherheit echt. Die Sammlung ist weltweit bekannt und Andrew Quirt, dem die Seite gehört auf dem das Stück angeboten wird, ist ein wirklich guter Mann.
    Zu mindestens sage ich mal den klassischen Spruch: alles ist nur so viel Wert, wie jemand bereit ist zu zahlen. Wobei wir wieder in der Welt des Irrsinns sind.

    Ja, und der Bizen-Stil war seine Passion.


    Glückwunsch Ida, Koyama Bizen no Suke Munetsugu ist unser gesuchter Mann. Wir (ich und Kajihei) sind absolut sicher, dass das der Schöpfer der Quiz-Klinge ist.


    Es ist nicht 100% sicher, das Chounsai Tsunatoshi Munetsugus Lehrer war, denn beide waren in etwa gleich alt, aber in ihre Stilen zeigt sich eine unmittelbare , ja kooperative Ähnlichkeit. Kato Tsunahide, Tsunatoshis älterer Bruder war das Oberhaupt der Schule, doch der wahr für seinen Osaka (Toran) Shinto-Stil bekannt. Tsunatoshi Hada gilt allerdings noch als dichter. Tsunatoshi und alle seine Schüler gelten als hervorragende Könner des Bizenstils, doch Munetsugu ragt da noch heraus und gilt als der beste Schmied des Bizenstil der Shinshinto-Periode. Den Titel "Bizen no Suke" soll er wegen Könnens in diesem Stil erhalten haben.

    Ist eigentlich noch keine Lösung von Sehnenmann gekommen? :rolleyes:

    Wenn Ida Recht hat, erst Anfang nächster Woche. Aber Kaji und ich werden morgen Abend den Senfbecher öffnen. Bis dahin siehe Fred-Titel oder Googel.


    Und noch was Kogaratsu, mit deinen Verbrennungen bei dieser Kantei müsstest Du als hoffnungsloser Fall auf der Intensiv dahinvegetieren! Mehr Tip geht nun wirklich nicht mehr!


    Heilige Waffel nochmal! :rolleyes:

    Jawohl oh große Waffel! Waffel unser, die Du bist auf Erden wie auch hier im Forum. segne was Du uns hier bescheret hast und habe Dank dafür, Mahlzeit!


    Im Ernst Ida, ganz abwegig ist es nicht, falls Naomitsu = Kajihei unsere Klinge und damit den gesuchten Schmied gefälscht hat. Ist schon funny. Unser gesuchter Schmied hat gerne - ich sage es mal nett - alte Arbeiten "kopiert". Und Kajihei, der "Meisterkopierer" hat auch "Kopierer" "kopiert", welche selbst "kopiert" haben. Nun sage noch einer das Thema ist staub trocken und langweilig. :thumbsup:

    Und selbst Kajihei soll seinen Zeitgenossen gefälscht haben.

    ... Hosoda Heijiro, Schüler von Jiro Taro Naokatsu,Ehrenname: Hosoda Naomitsu?


    ... das Suchen macht wirklich Spaß, und man lernt auch einiges dabei,
    selbst wenn ich jetzt wahrscheinlich wieder nicht den richtigen gefunden habe, weiß ich doch jetzt wieder was Neues :)

    Hahaha, das würde bedeuten, dass Kajihei sich auch selbst gefälscht hat! Ich wusste ja schon immer, das Kajihei, egal welcher, ein Ding an der Waffel hat!