Beiträge von Tai_Eule

    Sehr erstaunlich, wie präzise doch mit dieser Waffe gearbeitet werden kann. Nachteilig ist der doch relativ hohe Platzbedarf, was zumindest Schlachtfeld- und Innenraum-Anwendung sehr erschweren dürfte.
    Hier ein weiteres Video der Ryuha, in der auch Kama-Techniken gegen Schwert und Kusarigama gegen Tanto gezeigt werden.



    Und hier einmal ein Kendoka gegen jemanden mit Kusarigama im Shiai




    Danke Kajihei, ohne Dein Video hätte ich nicht nach mehr Informationen gesucht! Sehr interessant, was da Zutage kam.

    Ich möchte Euch hier einen Artikel zum Thema Tenka-Ichi (天下一) näherbringen. Die Kanii bedeuten Himmel (天) Unter/Unten (下) und Eins/Erster (一 ), zusammen also "Erster unterm Himmel" oder schlicht "der Beste/Stärkste". Der Artikel, verfasst vom 7ten Oberhaupt der Hokushin Ittō-Ryū Hyōhō, zeigt seine persönliche Motivation, den Artikel zu schreiben, die historischen Hintergründe des Titels Tenka-Ichi sowie einige Beispiele berühmter Titel-Träger und schlussendlich seine persönlichen Erfahrungen. Am Ende des Artikels sind noch die Quellen aufgelistet.

    Unter folgendem Link kommt ihr direkt zum PDF in Deutscher Sprache. LINK

    Bei Bedarf gibt es den Artikel auch noch auf Englisch und Japanisch, beides unter der Website der Hokushin Ittō-Ryū Hyōhō zu finden.
    Der japanische Artikel ermöglicht es, die Quellen besser zu finden, da dort die Kanji für die Bücher und Artikel im Literaturverzeichnis verwendet werden. Der deutsche Artikel nutzt die Umschrift in Romaji.

    Mich würde interessieren, welche Kampfkunst Du hier meinst...

    Auf deine Frage hin, warum man überhaupt so eine Kampfkunst trainieren möchte, ist nicht mit einer einzigen Antwort zu erklären. Die einen trainieren eine Kampfkunst, um fit zu bleiben, andere aus Gründen der Selbstverteidigung, wiederum andere wollen tatsächlich mal wett-kämpfen, wiederum andere wollen einfach mal etwas anderes trainieren, dann gibt es da noch diejenigen, welche die technischen Herausforderungen lieben, usw. usf. Es gibt also nicht "die eine Motivation", sondern ganz unterschiedliche. Bei uns kommen welche, die JKD lernen wollen, um das zu trainieren, was Bruce Lee früher trainierte. Zum FMA oder Inosanto LaCoste Kali kommen Leute, um zu lernen, wie man sich professionell gegen Waffen verteidigt und um zu lernen, mit Alltagsgegenstände umzugehen.

    Hokushin Ittō-Ryū Hyōhō ist der Name der Kampfkunst, die ich trainiere.

    Ja, warum Leute generell Kampfkunst lernen wollen, ist mir auch klar ;) Bei uns kann man dann noch Manga/Anime, "Woah, echte Schwerter!", "Ich will Samurai sein!" und ähnliches hinzufügen. Nur wenn ich die Kampfkunst ernsthaft erlernen möchte, muss ich mich auch auf die Kunst und ihre Trainingsmethoden einlassen. Je nach Trainingszweck ändert sich ja auch die Wichtigkeit einzelner Methoden. Wer lernen möchte, "wie man sich professionell gegen Waffen verteidigt", wird um ein Training mit gewissem Widerstand und Unvorhersagbarkeit kaum herum kommen. Ob das nun im völlig freien Sparring sein muss oder man sich einer anderen Trainingsmethode bedient, liegt zunächst an den Vorgaben des Systems, das erlernt werden will und eben dem Zweck des Lernens.

    Man kann sich seine Kunst ja auch dem Zweck gemäß aussuchen. Wer "irgendwas Japanisches mit Schwert oder so" trainieren, aber um einen Großteil der kulturellen und historischen Aspekte einen Bogen machen möchte, nimmt vielleicht statt Koryu Kenjutsu lieber Kendo und Iaido. Wer nicht gehauen werden möchte, reduziert sich auf Iaido. Wer dann feststellt, dass ihm da immer noch zu viel Kultur und Historie beigebracht wird (das ist ja je nach Lehrlinie/Dojo nicht gerade wenig!), wechselt die Lehrlinie/das Dojo zu einem, das voll auf westliche Modernität setzt und so weiter und so fort.

    Was meinst Du denn mit "Das System"?


    Wie gesagt: Nach meinem Verständnis ist das Sparring lediglich eine unter vielen Trainingsmethoden, wie z. B. Drills, Einzelarbeit, Training in unterschiedlichen Distanzen, Training mit unterschiedlichen Waffen, Trainng von Schnelligkeit, Konditionstraining, Zirkeltraining, etc. und nach meinem Verständnis muss sich der Sportler nicht dem Sport anpassen, sondern anders herum, weil ich auf der Straße, also im Ernstfall, die Sachen einsetzten sollte, die zu mir passen... z. B. Kicken und Boxen, wenn ich eine lange Reichweite habe, bin ich kleiner und kompakter, eher clinchen, werfen und Bodenkampf usw. Aber das ist nur meine Ansicht. Von daher - um das Bild vom Schwimmen zu bedienen - weiß man überhaupt erst, ob man schwimmen kann, wenn man ins Wasser geworfen wird, wenn also der Ernstfall eingetreten ist.

    Da es ja um "meine System" geht, antworte ich mal anstatt Ida:
    Bis hierhin "Zirkeltraining, etc. " hast Du recht. Sparring ist ein Trainingsmittel unter vielen. Danach wird es, im Kontext von Koryu und Sogo Bujutsu Ryuha (Schulen vollständiger Kriegskunst), falsch. Einfach gesagt, erheben Sogo Bujutsu Ryuha für sich den Anspruch, alle Antworten zu haben bzw. ein System für alle Situationen bereit zu stellen. Damit muss sich die Schule nicht an mich anpassen, sondern ich mich an die Schule. Dies wird kombiniert mit einer exakt vorgegebenen Lehrmethodik. Die Begründung für die Methodik ist dabei häufiger traditioneller als sachlicher Natur. Der Gründer meiner Schule legte zum Glück wert auf einen didaktisch sinnvollen Aufbau. Von diesen Vorgaben wird nur sehr begrenzt abgewichen, wenn überhaupt, was unter anderem auch daran liegt, dass Koryu immer ein Stück gelebter Geschichte sind. Quasi geistiger Denkmalschutz. Ich habe also eine inhaltliche und eine historische Begründung für Sparring.

    Den "Ernstfall" lass ich hier mal außen vor, denn der wird (hoffentlich) nicht eintreten. Allein schon, weil die allermeisten Leute hier nicht 'nen Katana, Yari, Naginata oder ähnliches zu Hause rumliegen haben und ich in der Regel auch nicht mit meinen Schwertern draußen rumlaufe. Nur so viel sei angemerkt: Die Schule ist aus einer Zeit tradiert, in der so ein Ernstfall existierte und die Leute offensichtlich mit den Lehren der Schulen erfolgreich waren.

    Danke Ida, so ist es richtig!

    Meiner Ansicht nach ist jeder für sich selbst verantwortlich, wenn man mit Erwachsenen trainiert. Wer für sich feststellt, dass ihm/ihr sparring zu gefährlich oder schmerzhaft ist, braucht das nicht zu machen. Ihm oder Ihr muss dann jedoch klar sein, dass er/sie vieles nicht lernen kann. Wenn das, was das Curriculum bis dahin zu bieten hat der Person reicht, werde ich sie nicht aus dem Training ausschließen.

    Hier nochmal das, was ich weiter oben schrieb.

    Ich als Trainer werde niemanden zwingen. Lediglich erklären, warum etwas wieso gemacht werden sollte. Wer sagt, er will das nicht machen, muss eben auf die Unterrichtsinhalte verzichten. Da die für ein Weiterkommen in den Graduierungen ebenfalls relevant sind, wird er auch da keine Fortschritte machen, ergo keine (weiteren) Graduierungen bekommen. Im Endeffekt ist ab einem gewissen Level ohne Sparring "Schluss". Ich bleibe bei meiner Frage, warum man dann überhaupt eine solche Kunst üben will, wenn man sie ja doch nicht voll umfänglich üben möchte...

    Ansonsten: Wir müssen uns hier nicht über das Thema "Unterschiedliche Sichtweisen des Sparrings" austauschen - das wäre ein anderes Thema. Hier geht es um die Frage, ob man ein Mitglied zum Sparring "zwingen" sollte. Ich finde, dazu haben sich nocht nicht so viele Erkenntnisse ergeben. Von daher ist hier noch viel "Luft noch oben"...

    Seh' ich anders: Um zu beurteilen, ob ich jemandem zum Sparring "zwingen" sollte, muss ich erst feststellen, ob und wie wichtig Sparring ist. Seh' ich (bzw. die zu lernende Kunst) Sparring als eher mäßig wichtige Ergänzung, kann ich viel eher darauf verzichten als wenn Sparring essentiell für die zu lernende Kunst ist. Erst im Falle Zwei lohnt es sich überhaupt darüber nachzudenken, ob ich jemanden "zwingen" sollte.

    Meine Kunst gibt Sparring als essentielles Training vor. Somit "zwingt" der zu lernende Gegenstand dem Übenden Sparring auf. Ich als Trainer tue dies nicht und werde es auch nicht tun. Wer alles lernen möchte, muss auch alles machen. Wer nicht, eben nicht.

    Ich denke, wir sind uns alle soweit einig, dass man Menschen generell eher nicht zu Dingen "zwingen" sollte. Damit bleibt doch nur noch die Notwendigkeit, die die Kunst vorgibt als Variable übrig.

    Nun ja, eine volle Einsatzmontur dürfte einer Bogu so halbwegs ebenbürtig sein oder auch teilweise einer Yoroi.

    Hier mal eine Yoroi :

    Nettes Video, leider ein paar Fehler im Anziehen passiert. ;)
    Gewicht einer Yoroi ~15kg und mehr, je nach Machart und Anzahl der verwendeten Rüstungselemente. Bogu ist da deutlich leichter. Ich finde Bogu jetzt auch nicht so furchtbar unangenehm zu tragen.

    Was wiegt so eine Einsatzmontur?

    a) den Sparrenden fehlt Erfahrung und Routine. Das kann man leicht abstellen.

    b) das was vorher im Training gelernt wurde ist nicht realitätsnah.

    Jopp, sind auch meine Beobachtungen im Waffensparring. Und so ganz nebenbei ist b) ein Problem, dem sich viele Koryu heutzutage durch "wir kämpfen/sparren nicht" entziehen.

    Das ich das ganze nur auf die Schwertkunst beziehe ist logisch. Denn davon verstehe ich etwas, da kann ich sagen macht Sparring Sinn oder nicht. würde ich jetzt über Judo z.:B schwadronieren, es wäre eher albern, denn davon habe ich schlichtweg keine Ahnung, dieser bedarf es aber um objektiv einschätzen zu können ob eine Sache Sinn macht oder auch zwingend notwendig ist.

    Ich bin mir wohl bewusst das es nur eine Scherbe des KK Kaleidoskops ist, diese kann ich aber wohl definieren, das ist immer noch besser als allgemein gültiges im Nebel stochern.

    d.h. wir haben erstmal ein Puzzelteil fix, besser als nichts aus meiner Sicht.

    Volle Zustimmung von meiner Seite und gibt meine Sicht wieder!


    Ich kann noch ein bisschen was aus dem Aikido beisteuern (Probestunden absolviert und habe Aikidoka als Schüler und Trainingspartner): Man sieht dort sehr gut, was passiert, wenn Techniken "ohne Gegendruck"/Chaos gelernt werden. Ich habe Aikidoka erlebt, die mir erzählen wollten, wie sie mit meinem Schwertangriff umgehen würden oder wie sie drei Angreifer überwältigen, die ihnen in einem Linienbus begegnen (Da gab es irgendeinen realen Vorfall in der Zeitung zu...). Mein Fazit? Im sparring mal eine zu kassieren zeigt einem sehr schnell auf, wie schnell so ein Kampf zu Ende sein kann und räumt mit diesen gefährlichen Fantastereien auf. Hat man natürlich maximale Schutzvorkehrungen (Rüstung, Handschuhe, "Nicht so doll!"), bleibt der Effekt aus.

    Nutzt die Kampfkunst sparring als Lehrmethode, dann sollte sie von allen befolgt werden. Sonst stört das auch den Fortschritt der anderen, wie Kajihei auch schon schrieb. Ich denke, niemand würde akzeptieren, wenn jemand trainiert und nur sparring machen will. Warum sollte es andersherum ok sein? Wichtig ist, dass vorher klar ist, dass das zum Training dazu gehört! Auch ist es natürlich in Ordnung, wenn man nach dem sparring feststellt, dass das nichts für einen ist. Konsequent wäre es dann, sich etwas anderes zu suchen.

    Zur berechtigten Kritik am Sparring:
    Unsaubere Techniken oder "unsinniges" Fortführen sind meiner Meinung nach Dinge, die durch die anwesenden Lehrer korrigiert gehören. Das ist natürlich nicht leicht! Zumal man ja, als Lehrer, selber auch mittrainiert. Auch sollte natürlich sparring eher die Ergänzung zum Techniktraining sein und nicht umgekehrt.


    Ich sehe das Ziel von sparring nicht darin, mehr Realität ins Training zu bekommen, sondern darin, Dinge zu erlernen, die sonst nur schwer bis gar nicht zu lernen sind. Ein Beispiel: Es gibt für einen geraden Angriff mit dem Schwert von oben zig Möglichkeiten, darauf zu reagieren. Diese lernt man in Kata. Nur welche Technik nehme ich in der Situation? Die Auswahl hängt von vielen dynamischen Faktoren ab (Abstand, Geschwindigkeit, Kraft, genauer Winkel, Follow-up-Ideen, etc.-). Treffe ich hier spontan die falsche Wahl: Autsch. Ich sollte mir natürlich im nachhinein auch Gedanken machen, was in der Situation schief gegangen ist! Sonst ist es fröhliche Menschen-Pinata und bringt nicht viel, außer blaue Flecke...

    Eine Möglichkeit, gegen das Schutz-Paradox anzugehen, ist es übrigens auch, Schutzausrüstung weg zu lassen. So wird es, ab einem gewissen Fertigkeitsniveau, im Hokushin Itto-ryu gemacht: Sparring ohne Rüstung und mit Bambus- oder Holzschwertern. Auch sparring mit scharfer Waffe und rechtzeitigem stoppen wird geübt. Natürlich hat Paladin recht, dass man immer noch weiß, dass man im Training ist. Aber der Stress-Level ist schon ein anderer, wenn kein Schutz mehr da ist. Eigenschutz wird dann sehr wichtig und man kämpft viel vorsichtiger. Da hierbei ein nicht unerhebliches Verletzungsrisiko besteht, darf das nur freiwillig sein!

    Oh, das ist ganz einfach. Genau aus dem gleichen Grund aus dem Nunchaku, Quarzsand-Handschuhe, Totschläger und bestimmte Messer mit automatischer Öffnung verboten sind: Weil es eine Zeit lang in einigen Kreisen modern war, diese Dinger einzupacken und dann in den üblichen abendlichen Auseinandersetzungen anzuwenden. Hier geht es nicht darum eine Gruppe von Gegenständen zu verbieten, sondern ganz gezielt genau bestimmte Gegenstände aus dem Verkehr zu bringen.

    Ja, das unschöne an "einfachen Gesetzen" ist ja gerne, dass sie insgesamt nicht viel Sinn machen und im Nachhinein meistens auch nicht mehr angepasst werden. Kleine Berichtigung: Quarzsand-Handschuhe sind in Deutschland nicht verboten und noch nicht einmal als Waffe definiert.

    Quelle: ttps://www.bka.de/SharedDocs/Downloads/DE/UnsereAufgaben/Aufgabenbereiche/Waffen/Feststellungsbescheide/SonstigeWaffe/060712FbZ41TacticalGloves.html

    Bourbon : Du könntest, um ganz sicher zu sein übrigens auch selber ein Feststellungsverfahren in die Wege leiten lassen. Kostet wahrscheinlich einiges und dauert sicherlich mehr als ein Jahr.

    Hab jetzt gerade versucht, mehr über handachi herauszufinden und es darüber einzugrenzen. Jetzt gab es handachi einmal in der Muromachi und einmal in der Edo-Zeit... das hilft mir jetzt nicht unbedingt weiter.

    Zum Schmied meines Schwerts: Ikeda Isshu Ryuuken, ein Schüler Suishinshi Masahides aus Shounai in Dewa. Laut Sesko hat er ein dichtes ko-itame hada und hauptsächlich gunome mit ashi oder gunome-chouji in nioi-deki produziert. Mein Schwert zeigt allerdings suguha.

    Dann habe ich das falsch verstanden. Ich habe nur das Nihon-shinshinto-shi von Sesko hier liegen, weil ich mehr über den Schmied meines Schwertes wissen wollte. Hatte bisher gedacht, dass das ausprobieren/erlernen der verschiedenen Schmiedestile eben auch zu "Frankenstein"-Klingen führte.

    Wenn nach 3,5 Tagen uns 7 Schiffe begegnet sein sollen, m<sste alle 12 Std ein Schiff kommen.

    Bedenke, dass Du nicht still stehst, sondern auf die anderen Schiffe zu fährst. So erklärt es sich mir zumindest.

    Klassisches Boxen bis Shotokan ist jetzt auch nicht die riesige Auswahl. Zumal der Vergleich mit Wing Tsun ja noch mehr hinkt, da dort auch Waffenformen vorkommen. Aber schön, dass Du was für Dich gefunden hast. Etwas mehr als "kompromisslos" würde ich da aber schon zu hören wollen: Was fehlte Dir bei den anderen, was Du bei Wing Tsun gefunden hast?

    Willkommen hier im Forum auch von mir

    Kurzer Hintergrund: In der Hokushin itto-ryu ist gekiken, ein Oberbegriff für Vollkontakttraining, der auch sparring enthält, nach dem ersten Rang eines der wichtigsten Trainingsmethoden.

    Ich lege in meinem Unterricht wert darauf, den Teilnehmern von Anfang an klar zu machen, dass sie ohne sparring nicht sehr weit kommen werden. Damit mein ich nicht nur die Graduierungen in der Schule, sondern vor allem auch die Techniken und das Wissen das vermittelt werden soll. Vieles lässt sich ohne sparring und ähnliches einfach nicht vermitteln. Ich versuche ebenfalls deutlich zu machen, dass sparring weh tut und es zu, in der Regel leichten, Verletzungen kommen kann und wird. Ich möchte einfach, dass auch Anfänger genau wissen, worauf sie sich einlassen und was da alles auf sie zu kommt.

    Meiner Ansicht nach ist jeder für sich selbst verantwortlich, wenn man mit Erwachsenen trainiert. Wer für sich feststellt, dass ihm/ihr sparring zu gefährlich oder schmerzhaft ist, braucht das nicht zu machen. Ihm oder Ihr muss dann jedoch klar sein, dass er/sie vieles nicht lernen kann. Wenn das, was das Curriculum bis dahin zu bieten hat der Person reicht, werde ich sie nicht aus dem Training ausschließen. Ich werde aber auch niemanden zwingen, am sparring teilzunehmen und mehr als ein (er-)klärendes Gespräch zum Thema sparring werde ich auch nicht führen.

    Ich persönlich frage mich natürlich schon, warum man sich eine Kampfkunst (als Hobby) sucht, die man nicht voll ausüben möchte.

    Aber selbst Profiboxer wie meine Trainer machen das.

    Nicht gegen Hinterfragen von Trainingsinhalten, aber warum wendest Du Dich nicht erstmal an Deine Trainer?
    Ich kann mir gut vorstellen, dass Nutzen/Schaden deutlich von Deinem aktuellen Können und Deinem Trainingszustand abhängt.
    Vielleicht auch mal die Begründungen verstehen, warum das als Training "im Internet" abgelehnt wird und schauen, ob diese Gründe auch auf Dich zutreffen.

    Okay also darf ich ein scharfes Katana besitzen, aber ein Seil mit 2 Stoffbällen nicht :-) Da wir in Deutschland leben, ergibt das hier ja sogar Sinn :-)

    Jupp. Wobei Schnueffler ja schon klar stellte, dass Du auch ein Katana nicht ohne Weiteres führen darfst.


    Wenn wir es noch merkwürdiger haben wollen, schauen wir uns Shuriken an: Das japanische Wort Shuriken bezeichnet eigentlich alle Formen von "in der Hand verborgenen Klingen", sei es zum Werfen oder zur anderweitigen Verwendung. Zum Werfen gibt es Shuriken in verschiedenen Formen. Landläufig versteht man unter Shuriken heutzutage Wurfsterne. Letztere sind vom Gesetzgeber explizit verboten (wie auch Nunchaku). Aber eben nur, wenn sie folgender Definition entsprechen "1.3.3 sternförmige Scheiben, die nach ihrer Beschaffenheit und Handhabung zum Wurf auf ein Ziel bestimmt und geeignet sind, die Gesundheit zu beschädigen (Wurfsterne);" Jetzt könnte man sich fragen, warum eine verborgene Klinge zum Werfen in Stabform erlaubt, eine verborgene Klinge zum Werfen in Sternenform jedoch verboten ist. :/ Mal von den ganzen Definitonsfragen abgesehen, wann etwas als "sternförmige Scheibe" zu gelten hat oder ab wann es geeignet ist, die Gesundheit zu beschädigen...


    Am Ende hat man sich an Gesetze zu halten, unabhängig davon, ob man persönlich dahinter steht oder nicht. Wenn man mit einem Gesetz nicht einverstanden ist, kann man versuchen, dieses über die politische oder juristische Schiene zu ändern. Beides ist aber mit viel Ressourcen.-Aufwand verbunden und zumindest im Bereich traditioneller Waffen wird die Lobby nicht groß genug sein, da tatsächlich etwas zu bewegen.


    Übrigens, nochmal zur Klarstellung, was unter Umgang im Sinne des Waffengesetzes zu verstehen ist:
    (3) Umgang mit einer Waffe oder Munition hat, wer diese erwirbt, besitzt, überlässt, führt, verbringt, mitnimmt, damit schießt, herstellt, bearbeitet, instand setzt oder damit Handel treibt.

    Vorweg: Ich bin kein Anwalt oder Jurist.


    Also, das Gesetz spricht da recht eindeutig vom primären Zweck eines Gegenstandes, so übrigens auch im Feststellungsbescheid "[...] der Umgang mit Gegenständen, die nach ihrer Beschaffenheit und Handhabung dazu bestimmt sind, durch Drosseln die Gesundheit zu schädigen, verboten." (Hervorhebung durch mich.)

    Ein Schal ist nicht dazu bestimmt, als Waffe eingesetzt zu werden. Ähnlich wird es sich mit dem Werkzeug verhalten, dass von Feuerkünstlern benutzt wird, wie Kibon erwähnte. Das, was Du Dir ggf. selber bastelst, ist aber dazu bestimmt, als Waffe verwendet zu werden, wenn auch nur im Trainingskontext. Letzere Einschränkung ist dem Gesetzgeber jedoch egal, da er die Verwendung der Waffe nicht sinnvoll prüfen kann.


    Diese Art von Waffen fallen unter die verbotenen Waffen, soll heißen, dass der generelle Umgang mit diesen Dingen verboten ist. Du darfst sie, einfach gesagt, unter keinen Umständen legal besitzen. Ein Verstoß dagegen kann teuer werden und sogar mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren geahndet werden.


    Zur Sache Trainingsanlage vs. außerhalb ist noch zu sagen, dass Waffenrechtlich zwischen führen und transportieren unterschieden wird. Einfach gesagt, heißt führen zugriffsbereit bei sich haben. Transpotieren dagegen ist eben der nicht-zugriffsbereite Transport von einem Ort zu einem anderen. Ab wann etwas als zugriffsbereit gilt wird juristisch heiß diskutiert, da das nicht einfach zu definieren ist.