Beiträge von FireFlea

    Nein, ich bin keinesfalls unzufrieden, wenn ich mit etwas unzufrieden wäre, würde ich etwas anderes trainieren.


    Im großen und ganzen geben meine Beiträge (wie es auch Forenbeiträge im kleinen tun), meine persönliche Sichtweise, in diesem Fall auf einige Aspekte von Karate, wieder. Ob das dann Zustimmung findet ist mir relativ egal (der Kata Artikel ist aber in div. Facebook Gruppen sehr gut angekommen). Im besten Fall erhalten einige Leser ein paar Anregungen.

    Hi Paladin, es scheint hier einige grundlegende Missverständnisse zu geben. Ich gehe mal einzeltn auf div. Punkte ein:


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    Würde Dir gerne real mal zeigen, was passiert, wenn ich Dich mit einem Messer angreife und Du würdest einen Kreuzblock machen oder auch nur mit einem Arm blocken. Habe Dir dazu mal ein Bild angehänft von jemanden, der ebenfalls dachte, Messer mit Blöcken abwehren zu wollen. In diesem Fall hatten wir - zum Vorteil des Fragestellers - die Messer durch Eddings ersetzt. Beachte mal den Ärmel des waffenführenden Armes - ich glaube es fällt sofort auf, welchen Arm ich meine?


    Ich schreibe doch schon im zweiten Satz, das ich das für unrealistisch halte, daher brauchst Du mir das nicht zu zeigen. Ein "Kreuzblock" vor allem gegen Messer aber auch sonst, ist schlicht Schwachsinn.



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    Will sagen: Was ihr im Karate über so einen "Kreuzblock" denkt und welche Philosophie damit im Karate verbunden ist, kann ich nicht sagen. Dafür habe ich auch das Shotokan-Karate nicht lang genug trainiert. Wo ich allerdings unruhig werde ist, wenn bei so einem Thema die FMA als Beispiel genommen werden, da diese - auch was Abwehrhandlungen, Eigensicherung, Timing und Strategie anbelangt - völlig andere Grundsätze vertreten. Das Hände bei Verteidigungsaktionen gekreuzt werden, lässt sich - glaube ich - nicht immer vermeiden.

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    Zum Zweiten Thema: Ich habe da nicht verstanden, wie Du von einem Kreuz-Block auf die FMA schließen kannst. Denn im gezeigten Video wird deutlich, dass es da eigentlich keine Blöcke gibt, insgesamt werden Waffen eigentlich auch nicht abgeblockt, zumindest nicht so, wie man es im Karate versteht. Das Arme sich hier und da überkreuzen ist m. E. unvermeidbar. Das hat aus meiner Sicht aber überhaupt nichts mit der Erklärung zu tun, warum es im Karate einen Kreuzblock gibt.



    Was im Karate und Shotokan überwiegend über den "Kreuzblock" gedacht und gelehrt wird, ist oft suboptimal bis hin zu Schwachsinn, darum geht es mir ja, das Bild mal ein wenig aufzulockern. "uke waza" generell sind nicht zwingend Blocktechniken, Blocktechniken erachte ich generell als eher subotimal, sondern sind im flow ausgeführt gar nicht so grundverschieden von FMA Trapping. Darum geht es ja in den Artikeln - flow - nicht dieses übliche hau-ruck Karate. Techniken sind generell ein Bewegungsflow, keine Momentaufnahme. Leider wird im Karate oft zu sehr auf Momentaufnahmen geachtet.


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    Vielleicht zuer Erinnerung: Die FMA sind wesentlich älter, als das Karate und ein geschichtlicher Blick zeigt, dass es zwischen beiden Systemen kaum zu überschneidungen kommt. Letztlich sind die FMA ein völlig anderes System mit wirklich völlig anderen Voraussetzungen, Bewegungsabläufen, Zielen und einer überaus beeindruckenden Erfolgsgeschichte, was reale Kämpfe angeht.

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    In Verbindung mit anderen, wesentlich progressiveren Systemen...

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    Ich halte mich da - ehrlich gesagt - lieber an Leute, die mit Tradition überhaupt nichts am Hut haben und sich bewusst für progressive Systeme entschieden haben



    Ob etwas progressiv oder 'traditionell' ist, hängt erst einmal nicht mit dem System per se zusammen. Das was ich schreibe, widerspricht bspw. dem, was viele im Shotokan als richtig & üblich erachten würden. Btw. zitiere ich hier jemandem aus dem Systema (zum Thema Endpunkte von Techniken, worauf Du Dich beziehst im letzten Zitatschnipsel), das würde ich mal, was immer man von Systema halten mag, auch als eher progressiv ansehen. Und ob es geschichtlich wenige Überschneidungen gibt, darüber kann man streiten. Es ist durchaus möglich, dass es gewisse historische Überschneidungen zu Südostasien gibt gibt, bpsw. im Bereich Waffenanwendungen aus Siam. Presas und einige FMA Leute haben ja auch einen gewissen Karateeinfluss gehabt. Ich habe Sachen von Cacoy gesehen, die ich eins zu eins so gelernt habe im Karate. Aber das ist alles ein anderes Thema.

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    So funktionieren Techniken. Meinen Schülern erkläre ich immer - gerade wegen des Timings - dass Schläge nur schnell kommen können, wenn man einige Regeln beachtet: So z. B. muss man zuerst locker bzw. entspannt sein, bevor man schlägt, sonst können Schläge nicht schnell werden. Dann sollte man zuvor vermeiden, eine Faust zu machen, weil die wiederum nur über Spannung erzielt wird. Eine Faust vorher kontakariert also Schnelligkeit. Power und Kraft benötigst Du lediglich im Moment das Aufkommens Deiner Waffe auf das Ziel, dann wir wieder sofort entspannt, um die eigene Waffe wiederum schnell zum Körper zu ziehen.
    ...Rhytmus...
    ...Anfang & Ende...



    Ich stimme dem was Du hier schreibts 100% zu. Ich will einen Text auch nicht so verstanden wissen, dass es keinerlei Rhytmus oder Timing geht. Aber hast Du schonmal ein "mainstream" Karate Training gesehen, auch von Schwarzgurten? Die Leute machen eine Technik, bleiben stehen, machen einen Technik, bleiben stehen, das alles oft recht spannungsgeladen und abgehalt, auch bei Fortgeschrittenen. Darum geht es. Das ist für Anfänger alles schön und gut, es muss aber generell mehr flow ins Training (im Karate, wie es oft unterrichtet wird). Und die "Denke" ist oft viel zu Technikorientiert. Techniken sind aber nur eine mögliche Ausprägung eines Bewegungskomplexes, sinnvoll fürs Lernen aber sollten kein Gefängnis sein.


    Ich habe auch mal eine JKD Stunde mittrainiert und ca. 1 Jahr Escrima (jaja, die EWTO Ausprägung ;) )

    Zunächst sehe ich es einmal wie Kaji - Profi-Boxen ist für mich auf einer Linie mit MMA Wettkämpfen. Ich finde es doppelmoralisch, wenn hierzulande irgendwelche B-Promis bei Klitschko-Kämpfen nach Blut schreien, man MMA aber gesellschaftlich als verrohend ächten will. Meine weitere Meinung ist dann eine andere, ich schaue gerne MMA.


    Genauso blödsinnig finde ich, wenn manche sog. Budo-Pädagogen und andere sog. Budoka erklären, dass nur die "Do" Künste einen erzieherischen Mehrwert hätten und Boxen & MMA schädlich seien, obwohl bpsw. erfolgreiche Boxprogramme zur Integration schwieriger Jugendlicher eine andere Sprache sprechen. Zumal ich entsprechende Vergleiche oft arrogant, von oben herab und abwertend finde, was auch schon viel über den Charakter der entsprechenden "Budo" Herrschaften aussagt.


    Kürzlich kam ein sehr sehenswerter Beitrag auf DMAX - "Die Cage-Fighter von Brasilien" (leider noch nicht in der Mediathek). Hier wurde abseits der üblichen reißerischen Produktionen ganz unaufgeregt und sachlich über brasiliansche Kämpfer und Promotoren berichtet, die den Sport auch nutzen, Jugendliche von der Straße und weg von den Drogen zu holen und durch die das Geld der Veranstaltungen Stadtviertel sicherer machen und die Region und ihre Familien fördern. Kann die Doku nur empfehlen.

    In Tokyo einfach ins Nationalmuseum in Ueno, das muss sein. Ansonsten einfach mal in Shibuya oder Shinjuku shoppen gehen. Vergesst die Museen, wenn ich wieder in Tokyo wäre, würde ich erstmal in die Clubs und ansonsten shoppen shoppen shoppen. ;)

    Ich verstehe die Diskussionen um Karate & Olympia nicht. Ala "Olympia macht das traditionelle Karate kaputt". Das ist aus meiner Sicht Quatsch, der Zug ist seit 40 Jahren abgefahren. Olympia Karate ist doch auch nichts anderes, als das was die Kader Athleten jetzt schon für EMs oder WMs trainieren oder die Kader- & Bundestrainer unterrichten, da ändert sich gar nix. Der böse Sport ist schon seit Jahrzehnten das Maß aller Dinge, der Breitensport vom Spitzensport geprägt, auch wenn man sich ein Traditions-Label aufkleben will. Das funktioniert nur bedingt.

    Sprich, beherrsche erst mal das 1x1 und wenn du das im Schlaf kannst, aber so richtig kannst, dann kommt das 2x1. Die Weissgesichter wollen am liebsten das 1x1 überspringen und gleich das 100x100. Ohne Geduld und Erkenntnis was das 1x1 bezweckt.


    Soviel zum Thema Vorurteile :S