Beiträge von KAJIHEI

    Da antworte ich kurz und bündig. Sie haben keinen Schimmer wovon Sie reden. Ich habe mit alten Herren trainiert und bin selber kein schlechtes Kaliber, wenn auch inzwischen selber älterer Jahrgang. Das Altern lässt sich nicht vermeiden. Ja ich gebe gerne zu, es gibt Probleme mit dem Knochen, aber das wird locker und flockig durch Erfahrung ausgeglichen. Oder vielleicht anders. ich bin seit Jahrzehnten auf dem Schwertweg unterwegs. Vollzeit. Ich kenne genügend 60 ig Jährige die eine jungen Hüpfer um den Finger knoten im Notfall . Und ja es wurde ausprobiert.

    Warum das geht :Weil man das Konzept verstanden hat. Das geht nur mit Erfahrung. Man fängt mir Kraft an, geht über zur Schnelligkeit und in letzter Instanz arbeitet man einfach mit Wissen. Trotzdem kann man immer noch den Schüler sagen ; so bitte nicht und es auch zeigen.

    Was Koryu angeht :Diese waren nie für einfache Samurai oder Soldaten gedacht. Die wurden Grund ausgebildet.

    Die meisten Koryu sind Edo zeitlich und daher für das wirkliche Kriegsgeschehen des Muromachi etc unerheblich.

    Es ist ist sehr schön wenn ein Samurai im Bakumatsu vom Schwertblitz getroffen wird und weiss wie es geht ; Blöderweise war da die Chause zu Ende.

    Ich bleibe daher dabei :Das Schwert ist ein Handwerk. Da reicht das einfache "wie geht es" nicht aus. ( Ausser im realem Kampf, der Schlacht wo es wirklich egal ist wie man kämpft im Nahkampf. Hast du dein Schwert verloren und findest einen Nachtopf, benutze ihn. Aber ein Nachtopf im Koryu ???????????????? )

    Ich bin mir bewusst das ich hart spreche, bloß irgendwann, wird man real.

    Der große heilige Nimbus des Soke, des super Nihonto, der ist nicht mehr da.

    Ach, nur weil man älter als 60 ig ist ist man eine körperliche Ruine und unbeweglich?

    Komisch, die hoch graduierten Kendoka beweisen genauso wie z.B: die alten Iaidoka das exakte gegenteil. Diese Bewegungsabläufe muiß ein junger Hüpfer eben erstmal hin bekommen.

    Das Gegenteil dieser überheblichen These von der alten Ruine haben auch Leute wie im Aikido Ueshiba beweisen.

    Und nein, die lernt man nicht in 6 , 7 Jahren. Von der Grundstruktur her ja, aber der Rest ?

    Warum trainieren die Spitzenleute sonst Jahrzehnte, warum sind die wirklichen Meister alle gestandene ältere Herren. Weil sie alle zu dumm sind schneller zu lernen ?

    Das wäre wohl vermessen diese Behauptung.

    Wer mich länger liest oder auch kennt, der weiss, ich bin so flexibel wie ein Betonpfeiler in einigen Punkten.

    Trotzdem frage ich mich immer mehr, macht das alles so noch wirklich Sinn.

    Kann man so weiter überleben ?

    In der KK : Es gibt Rituale die viele abschrecken, sollte man diese abschaffen weil sie schlichtweg überhohlt sind in der modernen Welt ?

    Im Togi, warum soll man nicht endlich mal klar sagen ; ja wir haben auch modernisiert.

    In den Jahrzehnten , in denen ich jetzt das Tanzbein auf dem Schwertsektor schwinge hat sich so unglaublich viel geändert.

    Als ich anfing ; Internet gab es nicht, im Fernsehen ; hui ein Asiafilm , das auch erst relativ spät. Alles super exotisch.

    Damals war es wirklich noch eine Nische. ich bin auf einem Trödelmarkt mit dem Schwert infiziert worden bevor man mich sanft an den Öhrchen in das Kendo-Dojo schleppte. Kendo, ja wer kannte denn das ? Eine Bananensorte ?

    Fachliteratur. ja es gab wenig in english, extrem viel in Japanisch. blos dafür gab es selbst in einer großen Stadt wie Berlin nur zwei drei Bezugsquellen.

    Dann der direkte Kontakt in das Land der glücksseeligen Schwertfutzis ( Ja, bin auch einer ). Adresse und den groben Text aus einer Zeitschrift rausgeklaubt, dann erstmal in der Botschaft angerufen ob man denn mal eben so anschreiben könnte, wäre ja mit dem kaiserlichen Hof konektiert. etc. Nach dem Abnicken dann Briefchen abgesandt. Zwei Wochen hin, zwei zurück.

    Diese Geschäftsbeziehung hält bis heute.

    Wie man leicht sieht, es war eine andere Zeit. Durchgeknallte Gaijinryu, Großmeister, profilierungssüchtige Koryu, das gab es alles nicht. Es war unglaublich dezent.

    Heute hingegen :Alles nur noch Massenbetrieb und Effekthascherei Auf dem Schwertsektor tummeln sich jetzt Kreti und Pleti und wirklichen Wissenshunger. Reine Raffzähne.

    Alte Schule prostituieren sich gerade zu durch würdeloses Gebaren, KK Dojo werden zu halben Muckibuden etc..


    Ich sage es offen, mit dieser Zeit habe ich meine Schwierigkeiten. Ich will dieses Spiel so nicht mitmachen. Daher schreibe ich Artikel wie diesen um den Irrsinn mal abzubremsen.

    Dieses "moderne" Gebaren zertört die Kultur die es zu schützen sucht.

    Das ist für japanische Verhältnisse extrem kurz. Wenn man egal was aus dem tradiitonellen Weg lernen will, dann gibt es nur diese doch recht zeitaufwändige Methode.

    Beim Wort "reine Lehre" bekomme ich minimale Bauchschmerzen.

    Es gibt Traditionen, ja. aber keine alte Schule ist so stur nicht sich auch Gegebenheiten anzupassen. Eben dieses sich anpassen ermöglich doch das Überleben. Um das zu ermöglichen muss das Oberhaupt aber Weitblick haben, den hat kein Mensch auf diesem Planeten nach 6 Jahren Ausbildung.

    Die Ausbildung bringt dir, ist nicht despektierlich gemeint, nur die Schmalspurversion bei von dem was alles möglich ist.

    Ich mache meinen japanischen, traditionellen Beruf Jahrzehnte, das was gelehrt wird kann ich rückwärts im Schlaf, trotzdem vergeht kein Jahr wo ich wieder vor unbekannten Problemen stehe.

    Warum ich die Sachen trotzdem zu meist gerettet bekomme ? Erfahrung, Dinge die eben nicht im Curriculum stehen, in keiner Schriftrolle.

    Ob man das hin bekommt zeigt erst die Zeit, wie soll also unser super junges Schulenoberhaupt es wissen, oder sein Lehrer ? Sie können es nicht.

    Ich würde aber erwarten das auch das sichergestellt ist bevor ich jemanden zum Chef erhebe.

    Sonst ist es eher eine Lotterie.

    Der Lord von Kuwana ist die spaßige Umschreibung für eine Gruppe Schmiede der Region um Kuwana, die fröhlichst Koto-Bizen Arbeiten kopierten und diese dann als echt verkauften.

    Was die Sache besonderes irre macht, in nicht wenigen Fällen sind diese kuwana-uchi sauberer geschmiedet als die Originale.

    Andere Schmiede wie Koyama Munetsugu z.:B betrieben ähnliche Betrügerein.

    Hier mal ein klasssiches Beispiel für so ein Ding : Soll o-suriage Koto-Bizen sein, aber oh graus, es ist der Shinshinto Lord von Kuwana.


    https://www.aoijapan.com/katan…d-attributed-as-hirofusa/

    'Wenn man Kunst nur sammelt um damit anzugeben wie ein Pfau, dann kann man es auch gleich bleiben lassen.

    Zur Frage ob ein vermögener Mensch der nichts für seien Mitmenschen tut unanständig , so ist meine Antwort ja, denn diese haben ihm in letzter Konsequenz das Vermögen eingebracht. Er steht in ihrer Schuld.

    Ach, weil er den Segen des Ex-Soke hat gibt es die Erfahrung gratis dazu ?

    Und nein, es geht nicht nur darum die Lehrlinie im klassischem Sinne fortzuführen.

    Warum nicht.

    Zeiten ändern sich, Dinge die gestern stimmten stimmen heuten eben nicht mehr. D.H. Jeder Soke muß die Schule an die Zeit anpassen können, das setzt aber Erfahrung voraus. Fehlt diese ; dann haben wie Ballett antique. Daran sind viele alte Künste zu Grunde gegangen, auch Ko-Ryu in der Schwerttruppe.

    Wenn dann ein Schulenoberhaupt noch Touristen durch eine Dekoausstellung in Rüstung führt und über ein Gebiet erzählt von dem er vermutlich keine tiefgreifende Kenntniss besitzt wie dem Rüstungsbau, dann frage ich mich :

    Was um Gottes Willen soll das. Das machen andere alte Künste auch nicht. Sie haben es nicht nötig.

    Wenn diese "Vorführung" also die Adaption der modernen Zeit sein soll, dann ist die Schule wirklich töter als tot. Das wäre übrigens sehr schade.

    Kurz ich verstehe das Ganze so nicht.

    Ach, abgefackelte Landsitze sind kulturell weniger wert ? Gut es fehlt der halleluja Aspekt.

    Blöderweise ist der aber großenteils wurscht und vor allem, er hebt nicht die aus meiner Sicht richtige Rangfolge auf :Erst hilft man den Menschen dann der Kultur. Ich habe keinen Schimmer ob die Milliardäre die für die Kirche spenden auch ansonsten spenden, Bloß solange man mehr Zeit braucht Geld für ein Kinderheim zu sammeln als für ein Kulturobjekt, solange ist etwas grandios falsch.

    Ja , das ist richtig. jeder wirkliche Christ verzichtet oft auf Dinge, weil der Nächste vorgeht.

    Aber ! Es sind auch nur Menschen. ohne etwas Spaß am Leben haben sie auch keine Kraft mehr zu geben.

    Gerät dieses Gleichgewicht des Selbsterhalts und der Nächstenliebe aus der Waage, dann wird es schwarz weiß.

    Was soll man davon halten. ? Das ist nicht despektierlich sondern fragend gemeint. Ein Mensch fängt mit 18 an und mit 26 ist er Großmeister. Nun, eine einfache traditionelle Ausbildung in Japan per Tradition dauert einige Jahre, unter 6 bis 10 ist da nichts zu machen. Je komplexer, um so länger. Danach ist man zwar freigesprochen, also beherrscht das Handwerk, eine KK ist nichts anderes, außer das noch die Komplexität förderne Aspekte hinzukommen wie Etikette, Philosophie etc. D.h. unser Beispiel wäre in der Zeit gerade mal aus der Schule raus. Dh.. die Regeln innerhalb des Systems, des Schulen eigenen, kann er perfekt.

    Aber für meine Begriffe fehlt etwas für einen wirklichen Meister.

    Erfahrung !

    Jeder Handwerksgeselle ging früher auf die Walz; warum wohl ?

    Aus meiner Sicht um zu lernen das es sehr schnell Situationen gibt die der eigene Formenkanon eben nicht mehr abdeckt. für diese Welt der Erfahrungen gibt es aus meiner Sicht keine Abkürzungen.

    Sie ist aber für eine Großmeister und damit auch Lehrer essentiell wichtig, denn er muß ja auch solche Fragen beantworten können.

    Warum ? Damit das gelernte System adaptiert werden kann.

    Die Welt ist sehr groß, selbst in der kleinen Welt des japanischen Schwertes.

    Man kann, um beim Beispiel zu bleiben, dieses Wissen unmöglich in 8 Jahren erwerben.

    Daher halte ich sehr junge Großmeister für Schulen Inerte, d.h. in einer realen Situation könnten sie leicht verlieren, weil ihnen eben der Weitblick zwangsläufig noch fehlt. Der kommt halt erst mit der Zeit, und nicht nur in der Theorie.

    Mein persönliches Fazit : Ich bevorzuge alte, erfahrene Meister ihres Faches um zu Lernen.

    Es gibt die Zeit wo man kommt, es gibt die Zeit wo man geht.

    Es gibt die Zeit wo man tut und die wo man lässt.

    Es gibt die Erinnerung, es gibt die Zukunft.

    Es gibt die Zeit des Aufstiegs und die des Zerfalls.

    Es gibt die Zeit der Arroganz und die des mörderischen Selbstzweifels

    Es gibt die Zeit des Stolzes und die der Selbstachtung die zerbröckelt.

    Es gibt die Zeit der Ziele und die wo man erkennt , daß man sie nie erreichen kann.

    Es gibt die Zeit, wo man sich wichtig nimmt und die wo andere wichtiger sind.

    Es gibt die Zeit wo man helfen konnte, aber es nicht tat, und dann die in der man es wollte aber nicht mehr kann.

    Es gibt die Zeit wo man den Geist noch über den Körper stellen konnte, und es gibt die Zeit, wo der Körper den Geist Mores lehrt.

    Es gibt die Zeit wo einem Würde "angesehen" wurde, und es gibt die Zeit wo man sie nur noch sieht wenn man den Menschen als solchen erkennt, denn die Äußerlichkeiten, die ach so wichtigen sind per se.

    Es gibt die Zeit wo man sagt "ich werde immer besser" und es gibt die Zeit wo man sagt, ich lasse immer mehr nach.

    Es gibt die Zeit wo man sagt "Ich will das sein und das sein" und es gibt die Zeit wo man beschämt sagt, ich bin was ich bin, aber nicht das was ich bin. '( Man erfüllt sich nicht mehr selbst )

    Es gibt die Zeit wo man gerade wie ein Flinte steht per Disziplin, es gibt eine Zeit wo man gebrochen wurde durch das Leben und es nicht mehr schaft.

    Es gibt die Zeit wo Äusserlichkeiten noch wahr sind und die, wo man sich nur an Ihnen festhält wie an einem hohlem Fass auf dem Meer, denn der Inhalt, der ist längst vergangen.


    Nun, wo ist man, wer ist man ?


    Nirgens ist niemand.

    Nichts kann nicht verschwinden.

    Ich auch nicht deswegen die minimale Verärgerung.

    Mti Verlauib, ich hatte den Zwilling von dem Teil in den Händen. Das Ding hätte man auf den Kopierer pappen können. Ich verstehe es nicht mehr.

    Überhaupt Shizu :Ich habe mir mal in Ruhe alle Shizu angesehen die wir so hatten und andere , ja viele Gemeinsamkeiten...wo denn zum Teufel. Vom masame lastigen Itame hadatach Monster bis hin zum fein gestrickten Mokume-Itame. mal ein schlapper Hamon, mal pfefferig. Für mich ist Shizu inzwischen das Jumyo dieser Zeit wenn man sich mal wieder nicht einig wird was es denn nun sein soll.

    In Zukunft gebe ich bei Unsicherheit folgende Antwort :

    Ko-Ichimonji

    Shizu

    Jumyo

    Slainte......